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Basketball: Debüt mit dem Adler auf der Brust

Es wird ernst für die deutschen Basketballer: Beim Qualifikationsturnier in Athen müssen Dirk Nowitzki & Co. mindestens Platz drei erreichen, um das Ticket nach Peking zu lösen. Mithelfen will dann endlich auch Chris Kaman, eingebürgerter US-Profi, der erst auf den letzten Drücker zum Team gestoßen ist.

Den Adler auf der Brust findet Chris Kaman "cool", das Basketballspielen mit seinen neuen Teamkollegen macht ihm großen Spaß. "Das ist hier ganz anders als in der NBA. Das sieht man ja auch daran, dass Dirk immer wieder gerne kommt", hat der eingebürgerte Amerikaner schon nach wenigen Tagen im Kreis der deutschen Nationalmannschaft festgestellt.

Kurz vor dem Olympia- Qualifikationsturnier in Athen hat der Mann mit den deutschen Urgroßeltern viele Sympathien gewonnen, ohne auch nur ein einziges Mal für Deutschland gespielt zu haben. "Das ist ein richtig guter Typ, der ist locker drauf", sagt Bundestrainer Dirk Bauermann.

Unterstützung für Nowitzki

Das Wagnis, kurz vor dem Ende der Vorbereitung die Mannschaft noch einmal umzukrempeln und einen Neuling aufzunehmen, könnte sich in der Olympiastadt von 2004 auszahlen. Die deutschen Korbjäger um den in Dallas spielenden Superstar Dirk Nowitzki sind durch den 2,13 Meter großen Centerspieler von den Los Angeles Clippers unberechenbarer geworden. Nowitzki wird durch seinen NBA-Kollegen entlastet. Beim Trainingsspiel zeigte der 26 Jahre alte Kaman vor der Auftaktbegegnung in der Olympia-Qualifikation morgen gegen die Kapverdischen Inseln seine Klasse.

"Unsere Chance als deutsche Nationalmannschaft hat sich erhöht", meint Bauermann. "Wenn er den Ball unter dem Korb bekommt, macht er ihn rein", sagt Nowitzki.

Obwohl im großen Kader des US-Olympiateams, entschied sich Kaman für Deutschland. "Er ist einer, der viel rumflachst, der sehr lustig ist. Das tut unheimlich gut", so Bauermann. Zuletzt hatte der Bundestrainer die verletzungsbedingten Absagen von Mihat Demirel und Ademolo Okulaja verkraften müssen.

Freigabe in letzter Sekunde

"Die letzten Tage waren verrückt", stellte Kaman fest. "Er hat noch gar keine Chance gehabt, sich auszuruhen. Es war furchtbar hektisch, auch für ihn persönlich", sagt Bauermann und findet, dass sich sein neuer Schützling nach dem Hick-Hack um die erst in letzter Sekunde erteilte Freigabe prima hält. "Aber Wunderdinge darf man nicht erwarten von ihm", warnt der Bundestrainer.

Kaman erzählte, dass er sich in Los Angeles für den Fall der Fälle fit gehalten habe. Nun hofft er, bald voll da zu sein. Kaman, der seit April wegen einer Fußverletzung kein Spiel mehr bestritten hat, will im Kampf um die erste deutsche Olympia-Teilnahme seit 1992 ein Aktivposten werden.

Nach dem Auftakt gegen die Kapverden geht es für Deutschland am Mittwoch im zweiten Gruppenspiel gegen Neuseeland, ehe dann am Freitag im Viertelfinale voraussichtlich Brasilien oder Gastgeber Griechenland wartet. Dies wird das Schlüsselspiel des Turniers, denn nur die ersten drei von Athen lösen das Ticket für Peking.

DPA / DPA

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