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Basketball: Noch ein langer Weg zu Olympia

So wird es ganz schwer mit der Olympia-Teilnahme. Trotz eines überragenden Dirk Nowitzki verlor das deutsche Basketball-Team einen Test gegen Kanada mit 86:91. Am Montag muss sich die Mannschaft von Trainer Dirk Bauermann in einen beinharten Turnier in Athen für Peking qualifizieren. Mit dabei ist dann auch ein weiterer Profi aus der NBA.

Deutschlands Basketballer haben gegen Kanada verloren, aber Chris Kaman gewonnen. Der neue Basketball-Star mit den deutschen Urgroßeltern saß beim 86:91 (33:40) im Testspiel gegen Kanada in Hamburg schon mal eine Halbzeit lang auf der Bank. Der zweite NBA-Profi im deutschen Team neben Dirk Nowitzki durfte aber aus versicherungsrechtlichen Gründen noch nicht spielen. Vor gut 6744 Zuschauern präsentierte sich Nowitzki gegen die starken Kanadier in Gala-Form, doch die 33 Punkte des Würzburgers reichten nicht.

Gut, dass Kaman am Freitag in Mannheim in der letzten Vorbereitungsbegegnung vor dem Qualifikations-Turnier in Athen (14. bis 20. Juli) sein Debüt im Team von Bundestrainer Dirk Bauermann geben soll. "Dann wird er spielen", kündigte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), an.

Kanadier erwischten den besseren Start Die Verstärkung wird den deutschen Korbjägern gut tun. Bauermann bot neben Nowitzki noch den Neu-Berliner Steffen Hamann, Demond Greene, Konrad Wysocki und Patrick Femerling in der ersten Fünf auf. Die mit den beiden NBA-Profis Joel Anthony von den Miami Heat und Samuel Dalambert von den Philadelphia 76ers angetretenen Kanadier erwischten jedoch den besseren Start. Vor allem Nowitzki hielt die deutsche Auswahl im ersten Viertel (13:15) aber im Spiel.

Ohne Nowitzki läuft es nicht

Mit einer Zonen-Verteidigung und ohne Nowitzki versuchte Bauermann in den zweiten zehn Minuten sein Glück. Doch mit elf Punkten in Folge, darunter drei Dreiern, hebelten die Kanadier die deutsche Verteidigung aus. Das Team von Trainer Leo Rautins zog auf 26:13 davon, ehe Greene mit einem Dreier erstmals punkete. Als Nowitzki, Robert Garett und Kapitän Patrick Femerling wieder kamen, lief es besser. Bis zur Pause hatte Deutschland auf 33:40 verkürzt.

Der 26 Jahre alte Kaman, der in der abgelaufenen NBA-Saison im Schnitt auf 15,7 Punkte und 12,7 Rebounds pro Spiel gekommen war, wurde dann von DBB-Generalsekretär Wolfgang Brendscheidt zur "Schlafkur" nach dem Transatlantik-Flug ins Hotel gebracht. Seine neuen Mannschaftskollegen hatten auch weiterhin Probleme. Erst zum Ende des dritten Viertels kam das deutsches Spiel in Schwung, führten die DBB-Korbjäger 23 Sekunden vor dem Ende beim 63:61 erstmals. Mit ausgeglichenem Punktestand ging es ins Schlussviertel und da hatten die Kanadier die besseren Nerven.

Stürmischer Beifall für Kaman

Mit stürmischem Beifall war Kaman vor dem Tipp-off empfangen worden. Als die deutsche Nationalhymne erklang, stand der 2,13-Riese ganz ruhig da. Vorher hatten die deutschen Nationalspieler in den Katakomben der Arena ihren neuen Kollegen abgeklatscht. Im schwarzen Trainingsanzug mit der Deutschlandfahne auf der Brust, machte der Center der Los Angeles Clippers eine gute Figur. Nur eine Dreiviertelstunde nach der Landung auf dem Hamburger Flughafen hatte der erst vor neun Tagen eingebürgerte Kaman am Mittag erstmals mit dem Team trainiert.

DPA / DPA

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