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BASKETBALL-WM: In Nowitzkis Schatten: »Rollenspieler« Rödl will den Rekord

Wie alle Mitspieler in der deutschen Basketball-Nationalmannschaft steht auch er im Schatten von Dirk Nowitzki. Doch einen Spielertypen wie Henrik Rödl stört das herzlich wenig.

Bundestrainer Dettmann: »Für mich unverzichtbar«

Wie alle Mitspieler in der deutschen Basketball-Nationalmannschaft steht auch er im Schatten von Dirk Nowitzki. Doch einen Spielertypen wie Henrik Rödl stört das herzlich wenig. Der langjährige Nationalmannschafts-Kapitän hat früh begriffen, dass Basketball vor allem ein Mannschaftssport ist, in dem sich jeder Spieler seine Rolle spielen muss.

So akzeptiert der vor 33 Jahren im hessischen Heusenstamm geborene Kapitän des deutschen Meisters ALBA Berlin auch seinen Part als »Rollenspieler« bei der am Donnerstag gestarteten Weltmeisterschaft in Indianapolis mit weit weniger Einsatzzeiten als gewohnt klaglos. »Henrik weiß, dass mittlerweile eine andere Basketball-Generation herangewachsen ist, er aber mit seiner großen internationalen Erfahrung uns noch sehr helfen kann. Auf Grund seiner Ausstrahlung und Einstellung ist er für mich unverzichtbar«, sagt Bundestrainer Henrik Dettmann.

Rödl ist der »Leitwolf«

Für den 44-jährigen Finnen ist nicht nur der im Rampenlicht stehende Nowitzki, sondern auch der Routinier Rödl ein »Leitwolf«, der mit seiner Integrationskraft und seinen kämpferischen Qualitäten den »jungen Wilden« in der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) ein Vorbild ist. So einen wie Rödl wünscht sich jeder Trainer. Der exakt zwei Meter große Aufbau- und Flügelspieler, für den die WM »die vielleicht letzte Gelegenheit ist, bei einem solchen großen Ereignis dabei zu sein«, hat noch ein großes Ziel: »Ich möchte gern noch Rekord-Nationalspieler werden, ehe ich meine Laufbahn beende«, sagt Rödl, der gegen China vor seinem 168. Länderspiel stand und - wenn er alle WM-Spiele absolviert - mit Hansi Gnad (176) gleichziehen kann.

Mit dem zuletzt noch in der Bundesliga für Brandt Hagen tätigen 37-jährigen Gnad stand Rödl 1994 bei der letzten von bisher zwei deutschen WM-Teilnahmen im Nationalteam. Bei seiner zweiten WM will Rödl auch einen kleinen Makel seiner großen Karriere mit fünf deutschen Meisterschaften mit Berlin, dem Gewinn des Korac-Cups 1995 und des US-amerikanischen College-Titels mit North Carolina tilgen. Denn beim überraschenden vierten Platz des DBB-Teams bei der Europameisterschaft 2001 in der Türkei musste Rödl verletzungsbedingt passen. Im Spätherbst seiner Karriere hat er jetzt »noch Mal richtig Bock«, in der Nationalmannschaft zu spielen. Denn - so Rödl - »in einer so guten und harmonischen Nationalmannschaft habe ich noch nie gespielt«. Deshalb akzeptiert er auch ohne Murren seinen Part als Dettmanns »Rollenspieler«.

Von Reinhard Schwarz, dpa

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