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Basketball-EM: Nowitzki nährt die Hoffnung auf den Titelgewinn

Die Vorbereitung auf die heute beginnende Basketball-Europameisterschaft in Schweden verlief für das deutsche Team optimal. Schon wird über den Titelgewinn für unsere Multikulti-Truppe um Superstar Nowitzki spekuliert.

Die Vorbereitung für die Europameisterschaft in Schweden (5. - 14. September) ist optimal verlaufen. Acht Siege in zehn Tests - darunter gegen Mitfavoriten wie Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Italien - haben Lust auf mehr gemacht. Die Schützlinge von Bundestrainer Henrik Dettmann sind inzwischen zu einer leistungsstarken Mannschaft zusammengewachsen und werden offen als Titelkandidaten gehandelt. Zumal: Die Verletzung vom deutschen Superstar Dirk Nowitzki ist auskuriert. Sein Fuß hält. "Passt scho", sagte der Franke im burschikosen Dialekt seiner Heimat und räumte damit letzte Zweifel an seinem Einsatz im Auftaktspiel gegen Israel am Freitag (15.15 Uhr/ZDF) aus.

Sorgenkinder wohl einsatzbereit

Der 25-jährige NBA-Profi von den Dallas Mavericks absolvierte am Mittwochabend erstmals seit seiner beim Braunschweiger Supercup erlittenen Bänderdehnung im linken Fußgelenk das volle Trainingsprogramm mit der Mannschaft. Trotz des immer noch leicht geschwollenen Knöchels gab der 2,11 Meter große Würzburger danach Entwarnung: "Kein Problem, ich kann spielen."

Auch Ademola Okulaja wird gegen Israel zur Verfügung stehen. Er musste zwar wegen Beschwerden im linken Fußgelenk das Training unterbrechen, doch der Mannschaftsarzt Jürgen Klein ist optimistisch: "Wir wollen den Ball flach halten. Das klappt schon."

"Können jede Mannschaft schlagen"

Die Spieler zeigen sich nach den Vorbereitungsspielen sehr selbstbewußt. "Wir können jede Mannschaft in Europa schlagen", tönte Spielmacher Mithat Demirel nach dem Erfolg am Sonntag gegen Italien. Díe Stimmung im Team sei bombig. "Die Chemie stimmt einfach", meint Henning Harnisch, Europameister von 1993.

Dettmann versucht Euphorie zu bremsen

Bundestrainer Henrik Dettmann ist über solche Äußerungen nicht nur glücklich. ."Wir haben noch kein Spiel gewonnen und viele reden schon von der Goldmedaille", meinte der 45- jährige Finne und versucht die durch Nowitzki entfachte Euphorie zu bremsen. "In zwölf Tagen sind wir entweder die Helden oder große Scheiße. In der Sportgeschichte gab es schon viele Favoritenstürze.", gibt sich der Trainer realistisch. Das wissen auch die bei den Buchmachern hoch gehandelten Top-Teams aus Serbien und Montenegro, Spanien (je 40 Euro für 10) und Frankreich (50:10). Gewinnen die Deutschen den Titel, gibt es 65 Euro für 10.

Viele Favoriten

Der belesene "Philosoph" Dettmann kennt die Kräfteverhältnisse im europäischen Basketball nur zu genau. "Auch wenn bei Titelverteidiger Serbien und Montenegro einige Stars fehlen: Mit den NBA-Profis Peja Stojakovic und Marko Jaric gehört er für mich neben Spanien, Frankreich, Kroatien, Russland und Griechenland zu den Favoriten", zählt Dettmann ein halbes Dutzend Titelanwärter auf. Der realistische Finne kennt auch die Vergangenheit deutsch-israelischer Basketball- Treffen zur Genüge. 12 deutschen Siegen stehen in der Länderspiel- Bilanz 17 Niederlagen gegenüber.

Dettmann warnt vor Israel

"Das ist jetzt nicht religiös oder politisch gemeint, aber die Israelis spielen ein bisschen unorthodox und einen unberechenbaren Basketball. Deshalb müssen wir vorsichtig sein", meint Dettmann. Bei diesem EM-Turnier "mit Pokal-Charakter" sei es wichtig, "wie sich die Mannschaft weiter entwickelt". An den Fall des Scheiterns verliert der Finne keinen Gedanken: "Wenn man denkt, dass man etwas nicht schafft, hat man schon verloren."

In der Vorrunde in gefährlicher Favoritenrolle

Ein Sieg über Israel, das sich mit dem neuen Star Tal Burstein als letztes Team glücklich für die EM qualifizierte, ist ebenso Pflicht wie gegen den gleichermaßen gefährlichen Außenseiter Lettland am Samstag (14.00/ARD). Gegen den Olympia-Dritten Litauen wird es am Sonntag (15.15/ARD) aller Voraussicht nach um den Gruppensieg gehen. Ob dann vom Viertelfinale an die "Operation Gold" in Angriff genommen werden kann, wird wesentlich von den kostbaren Füßen Nowitzkis und Okulajas abhängen.

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