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Bayern in der Krise: Explosionsgefahr beim Branchenführer

Der FC Bayern München macht unter dem neuen Trainer Louis van Gaal einen großen Schritt rückwärts – und verliert verdient 1:2 beim Aufsteiger FSV Mainz. Dass Manager Uli Hoeneß kein Wort sagen mag, gilt als schlechtes Zeichen.

Von Frank Hellmann, Mainz

Es herrschte ein Belagerungszustand vor der Münchner Kabine. Und ein bisschen Chaos in den beengten Katakomben am Mainzer Bruchwegstadion. Geschlossen mit hängenden Köpfen waren die Profis des FC Bayern in ihr Refugium marschiert - nach dem 1:2 (0:2) beim Neuling FSV Mainz durfte zunächst niemand etwas sagen, so hatte es Manager Uli Hoeneß mit hochrotem Kopf verordnet. Dennoch klopften unbedarft zwei Mädchen an die Tür - sie baten um Autogramme auf einem Ball. Es war das falscheste, was man in diesem Moment tun konnte. "Wisst ihr nicht, was hier gerade los ist", rief eine Stimme herrisch aus dem Hintergrund.

Los ist nämlich nach dem schlechtesten Bundesliga-Start seit 43 Jahren dies: Der Branchenprimus, der abermals einen neuen Vordenker mitsamt seinem Trainerstab installiert hat und Millionen in die vermeintliche Verstärkung seiner ohnehin sündhaft teuren Mannschaft gesteckt hat, taumelt durch die Liga wie ein angeschlagener Boxer. Es herrscht Explosionsgefahr an der Säbener Straße, wenn nach drei Spieltagen die Frage nach Louis van Gaal gestellt wird. Ob der Niederländer immer noch der richtige Trainer und sein Vertrag ganz lange laufen sollte, wollte allen Ernstes ZDF-Mann Rolf Töpperwien in seinem 1400. Einsatz als rasender Reporter von Karl-Heinz Rummenigge wissen, woraufhin der Vorstandsboss schmallippig auswich: "Ich habe gelernt, dass man weder nach schlimmen Niederlagen noch rauschenden Siegen Entscheidungen treffen soll."

Hoeneß mit hochrotem Kopf


Während sich Manager Uli Hoeneß mit hochrotem Kopf vor dem Heimflug nach München am Samstagabend vorsichtshalber vorerst jeden Kommentar verkniff, presste Vorstandsboss Rummenigge seinen Ärger in dürren Worten hervor: "Zwei Punkte aus drei Spielen - das ist keine Situation, die uns befriedigt. Wir sind sehr niedergeschlagen."

Denn die Demütigung beim Aufsteiger erinnerte jedenfalls an schlechteste Klinsmann-Zeiten - leb- und leidenschaftslos, desorganisiert, ja desolat gingen die Gäste eine Halbzeit lang zu Werke, so dass selbst der neue niederländische Fußballlehrer ein betrübtes Fazit zog: "Wir dürfen nicht so anfangen, wie wir angefangen sind. Es ist ja nicht so, dass wir nicht fußballern können", sagte der zerknirscht wirkende 58-Jährige - um die richtigen Worte in einer fremden Sprache bemüht. "Das war ein Fehlstart. Die Mannschaft hatte zuletzt zwei Tage frei - sie hätte frisch sein müssen."

Gerade van Gaals neue Lieblingskräfte - Landsmann Edson Braafheid und der Kroate Danijel Pranjic - erwiesen sich auf der einstigen Paradeseite links draußen als krasse Fehlbesetzungen. Warum dazu die Bayern einen wie Zé Roberto haben gehen lassen, erschließt sich vor diesem Hintergrund ebenso wenig wie der Verkauf von Lucio, den jedenfalls Holger Badstuber bislang nicht ersetzen kann. Auch das neue taktische System - eine 4-2-3-1-Formation - ging überhaupt nicht auf. Doch das war nicht der Grund der 45-minütigen Demütigung in der ersten Halbzeit.

Klose: Es hapert irgendwo


"Es war keine Frage des taktischen Verhaltens, sondern uns hat Laufbereitschaft und Aggressivität gefehlt", gestand Kapitän Philipp Lahm ein. "Das Bewusstsein, die besseren Fußballer zu sein, hat uns dazu verführt, weniger zu laufen", gab Nationalspieler Gomez zu. Und Miroslav Klose flüsterte: "Wir haben den Kampf nicht angenommen. Es hapert irgendwo. Jeder ist nicht so dabei, jeder ist nicht so im Spiel, wie er sich das vorgestellt hat."

Wenigstens in der verbalen Nachbereitung drängten die vermeintlichen Führungsspieler nach vorne. Denn auch Kräfte wie Lahm, Klose oder Gomez wirkten in der ersten Halbzeit völlig überfordert. Die vom 35-jährigen Trainer-Neuling Thomas Tuchel glänzend eingestellten Platzherrenvon Mainz 05 düpierten die selbstverliebten Stars. "Wir haben sehr hoch verteidigt, prima verschoben, aggressiv attackiert, das war genau unser Plan", resümierte Tuchel, der den Seinen bescheinigte, "die Vorgaben sensationell umgesetzt zu haben."

Tuchels von den A-Junioren befördertes Talent Andre Schürrle war es, der einen Traumpass auf Andreas Ivanschitz spielte, woraufhin der Österreicher mit links in die kurze Ecke traf. Wieder einmal machte Bayern-Torwart Michael Rensing ("Unser Auftreten war absolut desolat, das war ein böses Erwachen") keine gute Figur (25.). Unhaltbar war der zweite Gegentreffer: Nach Maßflanke von Florian Heller wuchtete Aristide Bancé den Ball per Kopf ins Tor, weil Daniel van Buyten mehr als unglücklich postiert war (38.) Mit dem 0:2-Pausenrückstand waren die Bayern übrigens noch gut bedient. Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: Nach dem Eigentor von Nicolce Noveski (46.) rannten die Münchner unermüdlich an, doch in einer heldenhaften Abwehrschlacht der Rheinhessen wuchs vor allem Torwart Heinz Müller über sich hinaus, der mit seinen Reaktionen auf der Linie und seiner Präsenz im Strafraum zum frenetisch umjubelten Mainzer Matchwinner aufstieg.

Das anschließende "Humba Täterä" dürfte den Münchnern jedenfalls noch lange in den Ohren klingen. Und für sehr stürmische Zeiten an der Säbener Straße sorgen, die sich noch zum Orkan ausweiten werden, wenn das kommende Heimspiel gegen den Meister VfL Wolfsburg nicht gewonnen wird.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(