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Biathlon: "Rotkäppchen" Wilhelm stürmt zum Sieg

Die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm hat beim Biathlon-Weltcup in Oberhof das Massenstart-Rennen gewonnen. Die Skijägerin setzte sich über die 12,5 Kilometer nach zwei Schießfehlern knapp vor der Russin Olga Medwedzewa.

Kati Wilhelm hat die Biathlon-Fans in ihrer Heimat mit ihrem 19. Weltcup-Sieg verzaubert. "Oh wie ist das schön", klang es am Sonntag aus 25.000 begeisterten Kehlen nach dem ersten Saisonsieg der Thüringerin im 12,5 Kilometer langen Massenstart- Rennen bei den Oberhofer Festspielen. Mit einem energischen Antritt beim letzten Anstieg 500 Meter vor dem Ziel schüttelte die dreimalige Olympiasiegerin aus Zella-Mehlis ihre Rivalin Olga Medwedzewa ab. "Rotkäppchen" siegte in 39:55,2 Minuten mit 5,8 Sekunden Vorsprung vor der Russin, die nach ihrer Dopingsperre bei den Olympischen Spielen in Turin - damals noch unter ihrem Mädchennamen Pylewa - seit dem dritten Schießen in Führung lag. Gesamtweltcup-Gewinnerin Magdalena Neuner wurde trotz fünf Schießfehlern Vierte hinter Vorjahres-Siegerin Helena Jonsson aus Schweden.

"Ich wollte es nicht auf einen Zielsprint ankommen lassen. Meine Taktik ist voll aufgegangen", jubelte Kati Wilhelm und verneigte sich immer wieder vor ihren Fans. "Das Gefühl, hier zu gewinnen ist grandios. Das wollte ich unbedingt wieder erleben. Mein letzter Sieg hier liegt ja schon drei Jahre zurück", berichtete sie. Auch Magdalena Neuner, die wie schon im Sprint am Freitag schnellste Läuferin war, aber fünf Scheiben verfehlte, war nicht unzufrieden. "Auf den letzten Fehler hätte ich gern verzichtet. Trotzdem war es eine schöne Woche hier in Oberhof, auch wenn ich in diesem Jahr leider nicht auf dem Stockerl stand", sagte die Bayerin.

Gutes Abschneiden der Mannschaft

Als drittbeste Deutsche lief Simone Hauswald ins Ziel. Die Gosheimerin imponierte mit der zweitschnellsten Loipen-Zeit und machte das gute Abschneiden der Mannschaft von Bundestrainer Uwe Müssiggang komplett. "Ich bin mehr als zufrieden. Ein Sieg in Oberhof ist immer etwas ganz Besonderes. Es ist nicht einfach, vor dieser imponierenden Kulisse das umzusetzen, was man sich im Training erarbeitet hat", lobte Müssiggang. Für ein Kuriosum sorgte die Weißrussin Darya Domraschewa, die in Führung liegend übermotiviert im Stehend-Anschlag beim zweiten Liegendschießen agierte. Sie verfehlte die fünf kleineren Scheiben und gab anschließend auf. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte der Altenberger Klaus Siebert, der seit einigen Monaten Schießtrainer der Weißrussen ist.

Eine der besten Zuschauer-Quoten bei Biathlon-Weltcup-Übertragungen erzielte der Fernsehsender ZDF. Das Sprint-Rennen der Frauen verfolgten 5,58 Millionen Zuschauer (26,4 Prozent) und damit so viele wie nie zuvor bei Weltcup-Übertragungen. Die Übertragung des Männer-Sprints lockte 5,22 Millionen Menschen (25,8 Prozent) vor die Bildschirme. Mit Wut im Bauch wegen einer Dopingkontrolle am Vorabend kurz vor Mitternacht hatte am Samstagabend Maxim Tschudow beim Sprint den dritten Weltcup-Sieg seiner Laufbahn eingefahren.

Gefeiert wurden aber die deutschen Männer, die zu viert unter die ersten Acht stürmten. Der Altenberger Michael Rösch lief als fehlerfrei schießender Zweiter mit 12,7 Sekunden Rückstand erstmals in diesem Winter aufs Siegertreppchen. Der kurzfristig für Michael Greis (Nesselwang/Knieschmerzen) aufgebotene Christoph Stephan (Oberhof) als Fünfter sowie Andreas Birnbacher (Schleching/7.) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/8.) beim ersten Weltcup-Einsatz seiner Laufbahn als Solist komplettierten das beste deutsche Mannschafts-Ergebnis der Saison. Rösch, Birnbacher und Peiffer erfüllten damit auch die WM-Norm, die der Oberhofer bereits im Kasten hatte.

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