Doping-Skandal Riis soll Gelbes Trikot zurückgeben


Wenn Bjarne Riis kann nach seinem Dopinggeständnis schon nicht mehr belangt werden kann, solle der ehemalige Tour-de-France-Sieger wenigstens das Gelbe Trikot zurückgeben. Das fordert der Weltsportverband UCI.

Nach seinem Doping-Geständnis soll der frühere Telekom-Fahrer und Tour-de-France-Sieger Bjarne Riis sein Gelbes Trikot von 1996 zurückgeben. Zwar könne der Däne nicht mehr sanktioniert werden, erklärte der Weltradsportverband UCI. Er rief aber den 43-Jährigen auf, das "Symbol seines Sieges" zurückzugeben.

Riis hatte auf seiner Pressekonferenz bereits gesagt: "Mein Trikot liegt in einem Karton bei mir zuhause. Ihr könnt es abholen. Ich habe meine Erinnerungen für mich allein." Nach eigenen Worten benutzte Riis das Blutdoping-Hormon Epo von 1993 bis 1998. Er gewann 1996 die Tour de France.

Nach den Geständnissen der Ex-Team-Telekom-Fahrer ermunterte die UCI andere Doping-Sünder, ebenfalls auszupacken. Das Gesetz des Schweigens sei gebrochen, und jeder müsse die Konsequenzen seines Handelns tragen. Riis' Schritt erhöht auch den Druck auf seinen früheren Mannschaftskameraden Jan Ullrich, der ebenfalls unter massivem Dopingverdacht steht. Er gewann die Tour 1997.

Struck fordert Amnestie für Geständige

Unterdessen geht in Deutschland die Diskussion über den Umgang mit Doping weiter. Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, forderte eine Amnestie für geständige Fahrer und Betreuer. Für die Zukunft müsse aber eine Regelung geschaffen werden, die mit härteren Strafen abschreckend wirke, sagte Struck der "Süddeutschen Zeitung". Auch er sprach sich für eine vollständige Aufklärung der Manipulationen aus: "Alle, die mit Doping in Verbindung waren, müssen jetzt auspacken."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Freitag bestürzt über die Geständnisse gezeigt. "Im Radsport hat es offensichtlich ein bislang unvorstellbares Ausmaß an systematischer und fortgesetzter Manipulation gegeben." Die Geständnisse und Ermittlungen reichten nicht aus, um reinen Tisch zu machen. "Alle Doping-Sünder haben nun die Chance, sich ehrlich zu machen und das Schweige-Kartell zu brechen, wenn sie ihrem Sport die Chance auf einen sauberen und manipulationsfreien Neustart geben wollen."

AP AP

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