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EHRUNGEN: Kein »Laureus« für deutsche Asse

Die deutschen Asse sind in Monte Carlo bei der Wahl zum »Weltsportler des Jahres« leer ausgegangen.

Die deutschen Asse sind in Monte Carlo bei der Wahl zum »Weltsportler des Jahres« leer ausgegangen. Im Fürstentum erhielten am Dienstagabend Tiger Woods (USA) und die 400-Meter-Olympiasiegerin Cathy Freeman (Australien) die »Laureus-Trophäen«. Der ebenfalls für den »Sport-Oscar« nominierte Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher (Kerpen) wurde nicht nur von dem US-Golfstar, sondern auch noch von Ruder-Ikone Steve Redgrave (Großbritannien) und Schwimmstar Pieter van den Hoogenband (Niederlande) abgehängt.

In der Kategorie »Comeback des Jahres« landete das frühere Tennis-Wunderkind Jennifer Capriati (USA) dank ihres Australien Open-Sieges vor Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler. Die Sport-Gala aus dem Grimaldi-Forum unter Schirmherrschaft von Prinz Albert wird am Sonntag (22.00 bis 23.30 Uhr) mit Thomas Gottschalk als Moderator vom ZDF ausgestrahlt.

Der Preis war heiß begehrt, denn 42 Sport-Legenden bewerteten die Leistungen und kürten die Sieger. Die deutschen Idole Franz Beckenbauer, Boris Becker und Katarina Witt gehörten genauso zum »Wahlgremium« unter Vorsitz des früheren Leichtathletik-Stars Edwin Moses wie die frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Martina Navratilova, Basketball-Star Michael Jordan oder Schwimm-Ass Mark Spitz. »Die Jury besitzt eine Fünf-Sterne-Qualität«, sagte Moses. In sieben Kategorien wurde der »Laureus« vergeben. Mannschaft des Jahres wurde die Fußball-Nationalmannschaft von Welt- und Europameister Frankreich.

Zum Newcomer schlug sich der Russe Marat Safin, der US-Open-Gewinner im Tennis. Als beste Extrem- und Behindertensportler der Welt wurden Abenteurer Mike Horn (Südafrika) und Segler Vinnie Lauwres ausgezeichnet. Der Australier segelte trotz seines Handicaps um die Welt.

Die aus 650 Gramm Gold und 670 Gramm Silber gefertigten Statuetten, die den Sportlern zum zweiten Mal verliehen wurden, sollen sich als »Oscar des Sports« etablieren. Die Konzerne DaimlerChrysler und Richemont haben den Wettbewerb ins Leben gerufen. »Es braucht noch ein bisschen Zeit, aber es wird gelingen«, meinte der frühere Box-Star Henry Maske.

»Es ist ja nicht nur die Gala in Monte Carlo. Laureus bedeutet auch das Engagement für Kinder und Behinderte in Problemregionen«, befand Rockstar Marius Müller-Westernhagen. Für die Stiftung »Sport for Good«, die Sozialprojekte in allen fünf Erdteilen fördert, stellten DaimlerChrysler und Richemont vor einem Jahr eine Million Dollar zur Verfügung. Die Deutsche Bank sitzt als Partner ebenfalls im Boot und will bei ihren Privatkunden das Stiftungskapital deutlich steigern. Bei der Debüt-Veranstaltung vor zwölf Monaten waren neben Tiger Woods noch Sprint-Ass Marion Jones (USA) und das Fußball-Team von Manchester United erfolgreich gewesen.

Fünf Tage vor dem Formel-1-Rennen am Sonntag in Monte Carlo waren Prominente aus aller Welt in das Steuerparadies gekommen, um die Sportler und sich selbst zu feiern. Die »Film- und Sportnacht« am Abend zuvor im legendären »Monte Carlo Beach Hotel« sorgte sogar bei der smarten Verona Feldbusch für ein Kribbeln: »Es ist superspannend und aufregend, diese Leute aus der Nähe zu erleben«, sagte sie.

Volker Gundrum und Andrea Wimmer

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