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Golf Adam Scott gewinnt das WGC Bridgestone Invitational


Siebenmal hatte Steve Williams an der Seite von Tiger Woods in Akron das WGC Bridgestone Invitational gewonnen, nun kam Titel Nummer acht hinzu, diesmal mit dem Australier Adam Scott.

Adam Scott galt vor zehn Jahren als legitimer Herausforderer von Tiger Woods, er arbeitete bis 2010 mit Butch Harmon, dem Ex-Coach von Woods zusammen, und nun gewann er das WGC Bridgestone Invitational an der Seite von Caddie Steve Williams, der bis vor kurzem noch die Tasche von Tiger getragen hatte.

Siebenmal hatte das Duo das Turnier im Firestone Country Club in Akron/Ohio gewonnen, nun wies der Erfolgs-Caddie aus Neuseeland Adam Scott den Weg zum Titel. "Seit 33 Jahren bin ich Caddie, habe 145 Turniere gewonnen, aber diese Woche war die beste meines Lebens", sagte Williams nach dem Turnier in einem CBS-Interview. Der 31-jährige Scott setzte sich souverän vor Luke Donald (England) und Rickie Fowler (USA) durch. Martin Kaymer spielte eine gute Schlussrunde und verbesserte sich auf den geteilten 29. Platz.

Neuer Caddie, neue Energie

"Immer wenn du einen neuen Mann an der Tasche hast, dann gibt das einen Schub positive Energie. Alles ist ein bisschen aufregender und man ist gespannt, wie es läuft", hatte Scott vor zwei Tagen bei pgatour.com erklärt.

Erstmals hatten die beiden vor ein paar Wochen bei der US Open zusammen gearbeitet, damals noch provisorisch, da Woods verletzungsbedingt nicht starten konnte. Dann folgte die überraschende Trennung von der ehemaligen Nummer eins der Welt. 13 Jahre waren Woods und Williams ein überaus erfolgreiches Team. Nun freut sich Adam Scott über dessen Dienste.

Platzt der Knoten bei Scott?

Vielleicht ist Williams für den Australier das entscheidende Puzzle-Teil, das ihm bisher zum ganz großen Durchbruch fehlte. Vor zehn Jahren wurde Scott als kommender Herausforderer von Überflieger Woods gefeiert, doch wie Sergio Garcia konnte er diese Erwartung bisher nicht in letzter Konsequenz erfüllen.

Er gewann seitdem zwar in jedem Jahr ein Turnier rund um den Globus, ein Majortitel sprang nicht dabei heraus. Im letzten Jahr trennte er sich von Schwungtrainer Butch Harmon, der Tiger Woods von 1993 bis 2004 betreut hatte, und arbeitet seitdem mit Brad Malone zusammen. Die Veränderungen zeigen Wirkung, denn mit Platz zwei schnupperte Scott beim Masters 2011 schon am ganz großen Erfolg.

Wie aus einem Guss

Nun schwang er sich mit seinem Sieg in Akron zu einem der ganz großen Favoriten für die PGA Championship in der kommenden Woche auf. Die Art und Weise seines Erfolgs war beeindruckend.

Am ersten Tag übernahm er mit einer nahezu perfekten 62er Runde die Führung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab. Einzig am zweiten Tag wackelte er ein wenig, doch davon abgesehen spielte er überragendes Golf. Bombensicher mit dem Driver, stark mit den Eisen und überragend mit dem Putter - Adam Scott wehrte am Schlusstag alle Attacken ab. Und davon gab es einige.

Luke Donald und Rickie Fowler brachten 66er Runden ins Clubhaus und verbesserten sich auf 13 Schläge unter Par. Letztlich reichte das nur zum geteilten zweiten Platz. Lange Zeit war Ryo Ishikawa, das 19-jährige Wunderkind aus Japan, der hartnäckigste Verfolger von Scott.

Ishikawa kann nicht folgen

Ishikawa brillierte zunächst mit unglaublich guten langen Schlägen, verschob an den Bahnen eins und zwei jedoch früh einen Birdie- sowie einen Eagle-Putt. Diese Schläge fehlten am Ende, gerade als es auf den zweiten neun Löchern nicht mehr so gut lief.

Da drehte Scott auf den Löchern zehn, zwölf und 14 mit Birdies auf und zog auf und davon. Den Schlusspunkt setzte er mit einem weiteren Birdie an der 18. Am Ende gewann der Australier nach einer bogeyfreien 65er Runde mit vier Schlägen Vorsprung. Für Scott war es der achte Sieg auf der US Tour, er kassierte ein Preisgeld in Höhe von 1,4 Millionen US Dollar.

Ishikawa verspielte mit einem Bogey an der 18 noch den geteilten zweiten Rang und wurde schließlich gemeinsam mit dem Australier Jason Day Vierter. Der Japaner stockte sein persönliches Spendenkonto für die Opfer der Naturkatastrophe in seiner Heimat im März dieses Jahres um 332.500 Dollar auf. Ishikawa hatte seinerzeit angekündigt, sein komplettes Preisgeld aus dem Jahr 2011 zu spenden. Zusätzlich zahlt er noch rund 850 Euro für jedes gespielte Birdie ein.

Kaymers versöhnlicher Abschluss

Martin Kaymer konnte am letzten Tag zumindest noch ein wenig Selbstvertrauen im Hinblick auf die Titelverteidigung bei der PGA Championship sammeln. Mit einer 67er Schlussrunde verbesserte er sich noch auf den 29. Platz. "Ich bin ganz zufrieden mit dem Abschluss und kann die guten Schläge mit nach Atlanta nehmen", sagte Kaymer.

Eine ernsthafte Rolle im Kampf um den Sieg konnte der Deutsche zu keinem Zeitpunkt an den vier Tagen spielen. Zu wechselhaft waren seine Leistungen. An zwei Tagen traf er mit dem Driver zu wenige Fairways, auf der dritten Runde ließen ihn die Eisen im Stich. Beim Putten ließ er am ersten Tag zu viele Chancen liegen. "Der Platz liegt mir nicht unbedingt. Ich habe hier in den vergangenen drei Jahren nie gute Scores erreicht", blieb Kaymer gelassen.

Tiger Woods musste sich bei seinem Comeback mit dem geteilten 37. Platz zufrieden geben. Der 35-Jährige spielte phasenweise schon wieder ganz ordentlich, ließ jedoch vor allem Konstanz und die nötige Präzision im Spiel vermissen.

Lars Ahrens

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