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Guinness-Rekord: In 50 Paar Turnschuhen um die Welt

Für seinen Lauf um die Welt brauchte ein Brite sechs Jahren und 50 Paar Schuhe. Vier Jahre später hat es Robert Garside jetzt endlich geschafft: Die Prüfer vom Guinness-Buch erkannten seine sportliche Leistung als offiziellen Weltrekord an.

Fünfzig Paar Schuhe hat er zerschlissen. In Mexiko und Panama ist er Straßenräubern davongerannt. Mit viel Glück konnte er in Russland Pistolenkugeln ausweichen. Aber in China schnappten ihn Polizisten, als er durch ein Sperrgebiet joggte. Nun lief Robert Garside endlich zu seinem großen Triumph auf: Nahezu vier Jahre nachdem er rennend die Erdkugel umrundet hat, überreichten die gestrengen Prüfer vom Guinness-Buch der Rekorde dem 40-Jährigen auf dem Piccadilly Circus in London die ersehnte Urkunde über die Anerkennung als erster Weltumläufer.

"Ich bin sowas von glücklich! Endlich bin ich wirklich am Ziel, nach all den Jahren", sagte Garside der dpa. "Jetzt hauen wir mit Champagner auf die Pauke." Begonnen hatte der ehemalige Londoner Polizist den Lauf seines Lebens schon am 17. Oktober 1997 am India Gate, dem Denkmalsbogen für gefallene Soldaten in Neu Delhi. Insgesamt war Garside rund 68 Monate unterwegs. Bei 43 Grad im Schatten beendete er seine "Erdumrennung" am 13. Juni 2003 dort, wo er sie begonnen hatte.

"Das Ganze war wie jeden Tag Joggen ohne nach Hause zu kommen", sagte der Mann, der im Alter von 29 Jahren losgelaufen und mit 36 angekommen war. "Ich habe in der Zeit viele Haare verloren." Doch er hat auch viel gewonnen. Zum Beispiel die Liebe seines Lebens. Seine heutige Frau hätte er im Jahr 2000 in Venezuela fast umgerannt.

Hunderte Chinesen sind aus Spaß mitgelaufen

Überall sei er liebenswerten und hilfsbereiten Menschen begegnet. Das gelte auch für China, obwohl er 100 Kilometer vor Shanghai immerhin fünf Tage im Gefängnis zubringen musste. Nachdem Missverständnisse aufgeklärt waren, so Garside, "sind hunderte Chinesen aus Spaß mitgelaufen".

Allerdings freute sich nicht jeder über "The Runningman", wie der Londoner sich nannte. Einige Marathonläufer zweifelten seinen Rekord öffentlich an. Auch deshalb dauerte es so lange, bis die Guinness- Buch-Macher zu einer Entscheidung kamen. "Wir haben alle Unterlagen sorgfältig geprüft, das brauchte seine Zeit", erklärt er eine Guinness-Sprecherin. Dann wurden 48.000 der mehr als 50.000 Kilometer anerkannt, die Garside nach eigenen Angaben zurücklegte.

Die Strecke ist mehr als doppelt so lang wie jene, die sich der Leipziger Weltläufer Robby Clemes vorgenommen hat. Er ist derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs. Clemens hatte 2001 begonnen und will Ende Oktober wieder daheim sein.

Entscheidende Abschnitte mit der Kamera dokumentiert

Für den Briten erwies es sich als Glücksfall, dass er in seinem rund sieben Kilogramm wiegenden Rucksack auch eine Videokamera dabei hatte. So sind entscheidende Abschnitte seiner Strecke dokumentiert. Zudem konnte Garside, der sein Geld heute im Immobiliengeschäft verdient, schriftliche Zeugenaussagen und Übernachtungsquittungen für seinen "Run" um den Globus vorlegen.

Die Idee dazu war dem Hobbyläufer 1995 gekommen, als er in einer Bibliothek eine Ausgabe des Guinness-Buches durchblätterte. "Da gab es einen, der um die Welt gewandert war, aber keinen der das im Laufschritt gemacht hatte." Der Studienabbrecher Garside verkaufte kurzentschlossen seine Habseligkeiten und machte sich auf den Weg: "Ich wollte endlich mal wirklich etwas in meinem Leben erreichen."

Thomas Burmeister/DPA / DPA

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