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Halbfinale der Eishockey-WM erreicht: Deutschland feiert historischen Erfolg

Die Fußballer hatten ihr Sommermärchen, die Handballer feierten ein Wintermärchen, nun beschern die Eishockey-Cracks Deutschland ein Frühjahrsmärchen: Erstmals seit mehr als 50 Jahren gelingt dem Nationalteam der Sprung unter die letzten Vier einer WM. Möglich wurde dies durch ein hart erkämpftes 1:0 gegen die Schweiz.

Das deutsche Eishockey-Märchen geht weiter: Erstmals seit 57 Jahren steht der WM-Gastgeber nach dem 1:0-Sieg über den Erzrivalen Schweiz unter den besten Vier einer Weltmeisterschaft. Dort hat die deutsche Auswahl am Wochenende in Köln das erste Edelmetall seit Olympia-Bronze 1976 im Visier.

Philip Gogulla (31.) sorgte mit seinem Tor am Donnerstag in Mannheim für riesige Euphorie auf und außerhalb des Eises. Halbfinalgegner am Samstag ist Titelverteidiger und Rekordchampion Russland, gegen den es in der Zwischenrunde ein knappes 2:3 gegeben hatte. Die Russen besiegten am Abend Kanada mit 3:0

Den Schweizern war von einer Verunsicherung nach zuletzt zwei Niederlagen nichts anzumerken. Schon in der zweiten Minute setzte Paolo Duca den Puck an den Pfosten. Danach bewahrte Torhüter Dennis Endras die wie beim Eröffnungsspiel in goldenen Trikots angetretene deutsche Mannschaft mehrmals vor einem Rückstand. "Es kommt darauf an, dass wir dem Ansturm der Schweizer in ersten Minuten standhalten", hatte Co-Trainer Harold Kreis vor der Begegnung gewarnt - das gelang.

Ungenutztes Powerplay

Im ersten deutschen Viertelfinale seit 2003 brachte ein Aussetzer des Schweizer Torjägers Martin Plüss die Gastgeber vor den 12.500 Fans in der ausverkauften SAP-Arena besser ins Spiel. Als Endras den Puck schon sicher hatte, schob Christian Ehrhoff den Stürmer noch ein Stück zur Seite. Plüss revanchierte sich heftig: "Ich habe ihn ein bisschen ausgeblockt, dann hat er mir mit dem Schläger zwischen die Beine gehauen - da wo es wehtut", berichtete Ehrhoff.

Plüss musste schon in der 16. Minute unter die Dusche, doch aus dem fünfminütigen Powerplay machte das deutsche Team wieder einmal nichts. Die Schweizer zeigten, warum sie zuvor in Unterzahl noch ohne Gegentor bei der WM waren. "Wir haben nicht die großen Chance gekriegt, deswegen war es kein Vorteil", sagte der schussstarke Ehrhoff, der als Einziger neben Routinier Daniel Kreutzer 2002 beim bislang letzten WM-Sieg über die "Eisgenossen" in Finnland dabei war.

André Rankel verzog nach nur sieben Sekunden des zweiten Drittels allerdings knapp, zwei Minuten später vergab der Berliner die bis dahin beste deutsche Chance freistehend gegen Torhüter Martin Gerber. Auf der anderen Seite traf Andres Ambühl, neben Plüss bisher bester Schweizer Angreifer, zum zweiten Mal den deutschen Pfosten (27.).

Gogulla staubt ab

Doch die deutsche Auswahl war nun besser im Spiel und durfte jubeln, als Nordamerika-Profi Gogulla nach Schuss von Alexander Sulzer zu seinem ersten WM-Tor abstaubte. Die Führung gab enormes Selbstbewusstsein. "Wir müssen jetzt die härtesten 20 Minuten in unserem Leben spielen. Wir haben alle ein Ziel vor Augen", sagte Gogulla in der zweiten Pause. Der Ex-Kölner war zuletzt nur überzähliger Stürmer im DEB-Team gewesen.

Die Schweizer machten im letzten Drittel mächtig Druck auf die bisher so starke deutsche Defensive, in der Endras erneut ein fantastischer Rückhalt war. Trotz turbulenter Szenen vor dem Kasten des Augsburgers fiel der Ausgleich nicht mehr.

Im anderen Halbfinale stehen sich am Samstag um 14 Uhr Schweden und Tschechien gegenüber. Die Skandinavier siegten problemlos mit 4:2 gegen Dänemark, während die Tschechen erst nach Penaltyschießen 2:1 gegen Finnland gewannen. Beide sind Eishockey-Mächte: Schweden war bereits zehn Mal Weltmeister, Tschechien sogar elf Mal.

DPA/ben / DPA

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