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HANDBALL-EUROPAMEISTERSCHAFT: Zurück in der Weltspitze

Die deutschen Handballer stehen gegen Schweden erstmals im Endspiel einer Europameisterschaft und haben sich damit erfolgreich in der Weltspitze zurückgemeldet.

Die deutschen Handballer stehen erstmals im Endspiel einer Europameisterschaft und haben sich damit erfolgreich in der Weltspitze zurückgemeldet. Der Finaleinzug markiert den größten Erfolg seit dem Gewinn der Olympia-Silbermedaille 1984. Im Halbfinale gewann die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gegen Dänemark verdient mit 28:23 (13:12). Gegner im Finale am Sonntag (18.00 Uhr, DSF) ist Titelverteidiger Schweden. Der Gastgeber hatte im ersten Semifinale vor 14 067 Zuschauern im Stockholmer Globen Island glatt 33:22 (14:12) besiegt.

Volker Zerbe in Bestform

Ein »Auslaufmodell« drückte dem deutschen Spiel den Stempel auf. Volker Zerbe, dienstältester Auswahlhandballer im Team von Coach Heiner Brand, rechtfertigte seine Reaktivierung durch sieben Treffer. Gleich viele Treffer konnte auch Markus Baur nach dem Spiel auf der Habenseite verbuchen. Für die Dänen traf Sören Stryger (6/2) von der SG Flensburg-Handewitt am häufigsten.

Wunschgegner im Finale

»Ich wünsche mir meine deutschen Freunde im Finale und drücke ihnen die Daumen«, sagte Schwedens Rechtsaußen Johan Pettersson vom Bundesligisten THW Kiel vor dem Spiel der DHB-Truppe. Zunächst half dies auch. Hochkonzentriert begannen die deutschen Spieler diese K.o.-Begegnung und führten rasch mit 3:0. Allerdings leisteten sie sich anschließend einige leichtsinnige Fehler im Angriff, die die Dänen mit Gegentoren bestraften und zum 6:6 ausglichen. Zudem agierte der in der Vor- und Hauptrunde überragende Torhüter Henning Fritz in seinem 100. Länderspiel unglücklich und wurde nach 16 Minuten durch Christian Ramota ersetzt.

Torhüter-Probleme

Auch er hatte zunächst einige Probleme mit den extrem platzierten Würfen aus dem »Danish Dynamite«-Rückraum. In der 21. Minute führten die Dänen, gegen die das Team von Bundestrainer Heiner Brand in der EM-Vorbereitung mit 24:20 gewonnen hatte, mit 11:9. Davon aber ließ sich die DHB-Auswahl nicht aus dem Konzept bringen. Ruhig und aufmerksam spielte sie ihre Angriffe aus. Und dank der verbesserten Wurf-Effektivität drehte sie das Ergebnis zum 13:12-Halbzeitstand wieder zu ihren Gunsten.

Diszipliniert

Absetzen jedoch konnte sich die neu erstarkte deutsche Nationalmannschaft aber nicht. Mitte der zweiten Halbzeit, Dänemark öffnete die Abwehr, machten die Deutschen dann aber mehr Druck. Die Disziplin bliebt, was folgte waren wichtige Tore. In seinem besten Spiel bei der EM markierte Rückkehrer Volker Zerbe mit seinem fünften Treffer das 22:17.

Souveräne Schweden

Im temposcharfen ersten Halbfinale hatte der abgeklärte Titelverteidiger Schweden der Überraschungsmannschaft aus Island nur bis kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs berechtigte Sieg- Hoffnungen gelassen. Vom 14:13 an setzte sich der Gastgeber konsequent ab und hatte beim 30:20 seinen größten Vorsprung. »Man sagt, dass jede Mannschaft bei so einem Turnier einen schlechten Tag hat. Und das war für uns heute gewesen. Aber wir haben morgen noch ein Spiel und werden alles dafür tun, um zu gewinnen«, sagte Islands Trainer Gudmundur Gudmundsson, dessen Team in der Hauptrunde Deutschland mit 29:24 besiegt hatte.

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