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Maglev Schwebende Autos – China testet Autobahn mit Magnetschwebetechnik

Der Wagen wurde grob umgebaut und erhob sich 35 Millimeter über die Fahrbahn.
Der Wagen wurde grob umgebaut und erhob sich 35 Millimeter über die Fahrbahn.
© PR
China will die Weltspitze bei Magnetschwebebahnen einnehmen. Nach einer Revolution bei schwebenden Zügen wurde diese Technik nun auch bei Autos erprobt.

Erst vor wenigen Wochen wurde in China die Versuchsstrecke einer neuartigen Magnetschwebebahn eingeweiht. "Neu" war hier die Methode, mit der die Bahn zum Schweben gebracht wurde. Es wurden keine Spulen in dem "Gleis" verwendet, die mit Hilfe von Strom ein Magnetfeld erzeugen, es wurden Permanentmagneten benutzt. Die Idee ist naheliegend, aber bislang scheiterten derartige Vorhaben, weil das Magnetfeld zu schwach war und weil dessen Stärke mit der Zeit schnell nachlässt. Durch die Zugabe von seltenen Erden gelang es den Chinesen, ein dauerhaft stabiles Feld zu erzeugen.

Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Installation der "Schiene" ist weit einfacher, sie benötigt keine aufwendige Elektronik, letztlich werden nur die Magneten installiert. Und im Betrieb verbrauchen sie keinen Strom. Der Zug fährt reibungslos und benötigt nur zum Beschleunigen Energie.

China: Magnetkraft ohne Stromverbrauch

Das Prinzip der Permanentmagneten soll offenbar breit angewendet werden. "China Daily" berichtet, dass ein Auto, das mit Magnetschwebetechnologie ausgestattet wurde, erfolgreich auf einer Autobahn in der ostchinesischen Provinz Jiangsu getestet wurde. Das 2,8 Tonnen schwere Auto schwebte dabei 35 Millimeter über der Straße. Später wurde ein zweiter Test durchgeführt. Acht Fahrzeuge wurden auf einem 7,9 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn getestet, dabei erreichten sie die Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern.

Der leitende Wissenschaftler, Professor Deng Zigang sagte, er hoffe, dass diese Technologie dazu beitragen könne, den Energieverbrauch zu senken und die Reichweite von Autos zu erhöhen. In China könnte man sogar eine eigene Magnet-Fahrspur einrichten.

China investiert im großen Maßstab in die Magnetschwebetechnologie. Die bisherigen Systeme arbeiten alle mit elektrisch erzeugten Magnetfeldern. Anders als man vielleicht vermuten könnte, wurden zunächst keine ausgesprochenen Hochgeschwindigkeitsbahnen gebaut, sondern Züge für Pendler und den Nahbereich. In Städten haben die schwebenden Bahnen den Vorteil, dass sie leiser als herkömmliche Schienenbahnen sind und keine Vibrationen in der Umgebung erzeugen.

Gleichzeitig wird in China an Magnetschwebebahnen geforscht, die in einer Vakuumröhre fahren sollen und über 1000 km/h schnell werden sollen. Das Vakuum löst das Problem des zunehmenden Luftwiderstandes bei so hohen Geschwindigkeiten. Vergleichbare Projekte gibt es in Südkorea und Kanada. Doch zuvor will Peking ein Netz an Magnetschwebeverbindungen ohne Vakuumröhre installieren. Hier dürfte man in der Praxis Geschwindigkeiten um 500 km/h erreichen. Rekordgeschwindigkeiten können weitaus höher liegen, doch der Betrieb in diesen Regionen ist wegen des hohen Energieverbrauchs unwirtschaftlich. Mit dem Bau der Züge wurde schon begonnen. Es wird vermutet, dass es in China große Fortschritte in Sachen Verlustfreier-Supraleitung geben muss – denn das würde den Energieverberbrauch der Strecke drastisch reduzieren.

Quelle: China Daily, SCMP

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