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Konkurrenz für Luftfahrt China stellt Magnetschwebebahn mit 620 km/h Spitzengeschwindigkeit vor

Großer Bahnhof beim Roll-Out in China 
Großer Bahnhof beim Roll-Out in China 
© AFP
Züge schneller als Flugzeuge – an dieser Vision wird in Asien gearbeitet. Chinas neuer Zug ist nicht nur schnell, er soll auch weit günstiger fahren können als vergleichbare Systeme.

Bis zum Zweiten Weltkrieg bestimmten Züge das Reisen, aber dann kam das schnellere Flugzeug. Der Niedergang der Bahn begann. Hochgeschwindigkeitszüge machen seit etwa 1980 dem Flugzeug auf kürzeren Strecken Konkurrenz. Doch Ingenieure in Asien arbeiten daran, Züge zu bauen, die schneller als ein Passagierflugzeug unterwegs sind. Diese Systeme sollen auch aus Klimagründen den Luftverkehr beerben. Entsprechend groß hart ist die Konkurrenz bei dieser Schlüsseltechnologie.

Der erste Prototyp des "Super Bullet Maglev Train" ist nun in China von der Produktionslinie gerollt. Den Zug zeichnen zwei Besonderheiten aus, das eine ist die extreme Geschwindigkeit, das andere betrifft das Magnetfeld, auf dem der Zug schwebt. Es wird erstmals durch supraleitende Hochtemperatur-Materialien erzeugt. Wobei "Hoch" relativ zu verstehen ist, das Material wird immer noch auf unter 70 Grad gekühlt.

Bezahlbare Hochgeschwindigkeit dank Magnetschwebebahn

Die Fertigstellung des Prototyps und seiner Teststrecken markiere einen entscheidenden Moment in der Entwicklung der Hochtemperatur-supraleitenden Magnetschwebetechnologie, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Diese Technik soll die Vorteile der verlustfreien Supraleitung nutzen, dabei aber den Aufwand für die Kühlung in Grenzen halten. Die Hochtemperatursupraleitung hat einen Kostenvorteil gegenüber den kalten Supraleitern so wie sie Japan bei ähnlichen Systemen verwendet. "Flüssiges Helium ist sehr teuer. Hier erreichen wir durch die Verwendung von flüssigem Stickstoff eine Supraleitung bei einer etwas höheren Temperatur - und das senkt die Kosten auf ein Fünfzigstel “, sagte Deng Zigang, ein Forscher des State Key Laboratory of Traction Power.

Mit seiner Karosserie aus Kohlefasern, der kugelförmigen Nase und der Hochtemperatur-Supraleiter-Technologie soll der Prototyp-Zug eine Spitzengeschwindigkeit von 620 km pro Stunde erreichen. Langfristig sollen diese Züge in Röhren fahren, in denen ein Fast-Vakuum herrscht. In diesem Tunnel fast ohne Luftwiderstand können sie dann Geschwindigkeiten von 1000 km/h und mehr erreichen (Lesen Sie: "1000 km/h - Chinas neue Züge sind schneller als ein Flugzeug")Solche Züge wären schneller als ein Flugzeug. Das Boarding würde entfallen und da sie in den Röhren geräuschlos laufen, können die Bahnhöfe anders als Flughäfen mitten in der Stadt liegen. Weiterer Vorteil: Das System wird mit Strom betrieben und der kann zu 100 Prozent aus klimaneutralen Quellen kommen. Etwas, was bei Flugzeugen sehr viel schwerer zu realisieren ist.

Vakkuum-Röhren

Da diese Züge der Zukunft höhere Geschwindigkeiten als Flugzeug erreichen, wird der Luftverkehr auch auf langen Strecken unnötig. Umweltschädliche Flugzeuge müssten dann nur noch die Strecken bedienen, auf denen sich der Bau so einer Verbindung nicht lohnt. Obwohl die Magnetschwebetechnik aus dem Westen stammt, entsteht die Zukunft der Eisenbahn in Asien. Neben China und Japan, arbeitet auch Südkorea an superschnellen Zügen.

Quelle: SCMP

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