HOME

Handball-WM: Deutschland lost sich in Favoritenrolle

Mit Argentinien und Brasilien hat sich der deutsche Handball-Bundestrainer Heiner Brand leichte Vorrundengegner für die Handball-WM ausgelost. Auch wenn die richtigen Brocken später kommen, geht Deutschland als Favorit ins Turnier.

Bundestrainer Heiner Brand hat seinen Handballern bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft den Weg zum erhofften zweiten Titelgewinn nach 1978 geebnet. Der Gummersbacher suchte sich bei der Auslosung in Berlin die vermeintlich leichte Vorrundengruppe C mit Polen, Brasilien und Argentinien aus. 25 Jahre nach der letzten Heim-WM eröffnet die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) das Turnier am 19. Januar 2007 in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen Brasilien. Das Finale findet am 4. Februar in Köln statt. Das deutsche Team hat als Gastgeber das Recht, sich seine Gruppe selbst zu wählen.

"Ungeschoren die Vorrunde überstehen"

"Wir wollen ungeschoren aus der Vorrunde kommen. Deswegen haben wir diese Gruppe gewählt. Dort haben wir sicher die besten Möglichkeiten, weiter zu kommen. Man kann davon ausgehen, dass wir dann auch in der Hauptrunde zu den Favoriten zählen", sagte Brand zu der Wahl. Zum Einzug in die zweite Runde muss die deutsche Mannschaft Gruppen-Erster oder Zweiter werden.

In der Hauptrunde I in Halle in Westfalen und Dortmund würde der Olympia-Zweite dann auf die jeweils zwei Erstplatzieren der Gruppe A und B treffen. Favoriten in der A-Staffel sind der WM-Vierte Tunesien und Slowenien, die sich gegen Grönland und Kuwait durchsetzen sollten. In der Staffel B treffen Europameister Frankreich und Island als Favoriten auf die Ukraine und Australien.

"Der Bundestrainer hat ein glückliches Händchen gehabt. Argentinien ist zwar schwer, aber immer noch besser als die Ukraine in Gruppe B", sagte der ehemalige Nationalspieler Daniel Stephan (Lemgo), der die Mannschaften aus Lostopf vier zog: "Aber Heiner Brand hat noch viel Arbeit vor sich." Optimistischer äußerte sich Stefan Kretzschmar. "Ich traue der Mannschaft zu, dass sie das Finale erreicht, sagte der Linksaußen des SC Magdeburg. In die gleiche Kerbe schlug DHB-Präsident Ulrich Strombach: "Ich sage wie schon lange: Wir wollen im eigenen Land Weltmeister werden. Das ist der Wunsch."

Mit einen wissenden Lächeln hatte Polens Nationaltrainer Bogdan Wenta die Wahl Brands in Gruppe C quittiert. "Das war mir klar. Aber ich bin zufrieden. Deutschland ist der Favorit. Die wissen, welche Kraft sie haben", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler und jetzige Trainer des Bundesligisten SC Magdeburg. Zugleich warnte er jedoch vor Argentinien und Brasilien. "Das sind zwei emotionale Mannschaften, die immer für eine Überraschung gut sind."

Kroatien gegen die stärksten Gegner

In der von zahlreichen organisatorischen und technischen Pannen überschatteten Auslosung im noblen Maritim-Hotel wurden Olympiasieger Kroatien die stärksten Gegner zugelost. In Gruppe F trifft der Weltmeister von 2003 in Stuttgart auf Russland, Südkorea und Marokko. Titelverteidiger Spanien muss sich in Bremen in der leichten Staffel D mit Tschechien, Ägypten und Katar auseinander setzen. Zum brisanten Skandinavien-Duell zwischen dem EM-Dritten Dänemark und Norwegen kommt es in Kiel in der Gruppe E, in der Ungarn und Angola die weiteren Kontrahenten sind.

Martin Kloth/DPA / DPA

Wissenscommunity