Handball Zebras holen den Meistertitel nach Kiel


Der THW Kiel hat den 13. Meistertitel in der Handball-Bundesliga gewonnen. In der ausverkauften Ostseehalle gewann der Titelverteidiger mit 34:28 gegen die HSG Nordhorn und holte nach dem Gewinn der Champions League und des DHB-Pokals erstmals das Triple.

Der THW Kiel hat mit dem letzten Aufgebot Handball- Geschichte geschrieben und als zweite deutsche Mannschaft das Titel- Triple gewonnen. Mit dem zum 34:27 (14:14) gegen die HSG Nordhorn machten die Schleswig-Holsteiner zum Abschluss der Bundesliga-Saison ihren 13. deutschen Meistertitel perfekt, nachdem sie zuvor bereits den DHB-Pokal und die Champions-League gewonnen hatten. 10.250 Zuschauer in der Heimstätte des deutschen Rekordmeisters sowie 15.000 Menschen auf dem Rathausmarkt der Stadt feierten ihr Team überschwänglich für eine herausragende Saison. Bislang war der VfL Gummersbach das einzige deutsche Team, das vor 24 Jahren den Pokal- Dreier in dieser Konstellation schaffte.

Herzschlag-Finale

In einem Herzschlag-Finale profitierte der Meister von seiner deutlich bessere Tordifferenz. Der punktgleiche Tabellenzweite HSV Hamburg, der bei Frisch Auf Göppingen mit 36:32 gewann, hatte die Kieler bis zum letzten Spieltag unter Druck gesetzt. "Wir hatten unser Saisonziel eigentlich schon mit dem Gewinn der Champions League erreicht", sagte THW-Manager Uwe Schwenker. "Die Meisterschaft ist das Sahnehäubchen auf einer sensationellen Saison."

Der Titelgewinn stand allerdings lange Zeit auf des Messers Schneide. Der THW kam mit dem Druck, unbedingt einen Sieg gegen die engagierten Nordhorner einfahren zu müssen, lange Zeit nicht zurecht. Die Niedersachsen zogen zu Beginn auf 3:0 davon (3. Minute). Auf der Gegenseite vergaben die Einheimischen leichtfertig beste Torchancen. Selbst der ansonsten sichere Schütze Nikola Karabatic scheiterte vom Siebenmeterpunkt. Nachdem auch Henrik Lundström einen Strafwurf nicht nutzen konnte, musste der dritte Schütze Vid Kavticnik einspringen. Zur Halbzeit (14:14) war der bei Frisch Auf Göppingen führende HSV Hamburg (21:18) noch Meister gewesen.

Erst in der zweiten Halbzeit bekamen die Kieler ihre Nerven besser in den Griff und führten 20 Minuten vor Spielschluss erstmals mit drei Toren Vorsprung. Angepeitscht von der stimmgewaltigen Kulisse steigerte sich der Titelverteidiger, bei dem der lange Zeit verletzte Stefan Lövgren sein Comeback gab, und rang den Rivalen mit einer Energieleistung geradezu nieder. Sieben Minuten vor Schluss riss es die Zuschauer von ihren Plätzen. Mit anhaltenden Ovationen und Gesängen "Deutscher Meister - nur der THW, nur der THW" trieben sie den Rekordchampion zum Titelgewinn.

THW plagten viele Ausfälle

Die Leistung des THW verdient um so größere Anerkennung, weil Trainer Zvonimir "Noka" Serdarusic über mehrere Wochen lediglich acht gesunde Feldspieler zur Verfügung hatte. Weltklassespieler wie Viktor Szilagyi, Lars Krogh Jeppesen, Stefan Lövgren, Henning Fritz und Marcus Ahlm fehlten ganz oder in der entscheidenden Endphase von Meisterschaft und Champions League. In der größten Personalnot wurde der 42-jährige Andrej Tschepkin, der seine leistungssportliche Karriere vor zwei Jahren beendet hatte, reaktiviert. Gewissermaßen mit dem letzten Aufgebot sicherte sich der THW den Titel-Dreier.

DPA DPA

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