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Radsport-Star: Ehemaliger Team-Kollege zu Jan Ullrich: "Er sollte von mir kein Mitleid erwarten"

Matthias Kessler war einer der engen Wegbegleiter Jan Ullrichs während seiner großen Karriere. Für den Fall des Tour-de-France-Siegers macht er nun falsche Freunde mitverantwortlich, richtet aber auch harte Worte an "Ulle".

Jan Ullrich

Jan Ullrich ist tief gefallen. Das Schicksal des ehemaligen Spitzensportlers lässt auch seine ehemalige Team-Kollegen nicht kalt. Sein langjähriger Wegbegleiter und "Wasserträger" Matthias Kessler äußert sich in einem Interview mit T-Online. Er machte vermeintliche neue Freunden, mit denen Ullrich sich zuletzt umgeben hatte, für seinen Fall verantwortlich - zumindest zum Teil. Nach der Trennung von seiner Frau habe Ullrich sich mit anderen Menschen umgeben, seine alten Freunde habe er hingegen links liegen lassen. 

"Der Kontakt zu Jan war immer ganz gut – bis er meinte, er habe jetzt neue super Freunde. Da konnte ich so wie viele andere nichts mehr tun. Wir alle waren machtlos." Schlimm für Ullrich seien die Menschen gewesen, die ihn betrogen und bestohlen hätten. "Er hat das nicht verdient."

Jan Ullrich  (vorne) mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Matthias Kessler auf einem Tandem

Jan Ullrich  (vorne) mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Matthias Kessler auf einem Tandem

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Ullrich "selbst an Drogenproblemen schuld" 

An den Alkohol- und Drogenproblemen sei Ullrich aber "auch selbst schuld und sollte von mir kein Mitleid erwarten. Das sage ich als Freund und Ex-Teamkollege. Das ist die Wahrheit, die leider weh tut", so Kessler, der selbst durch Sturzfolgen halbseitig gelähmt ist. "Wir können alle nur hoffen, dass Jan selbst will und Ärzte ihm helfen können", fügte der 39-Jährige hinzu.

Zu der Familie und den Kindern von Ullrich habe er nach wie vor viel Kontakt, sei erst vergangene Woche zu einem Geburtstag eingeladen gewesen. Für Freunde aus früheren Radsporttagen sei es schwer geworden, an "Ulle" selbst heranzukommen.

Jan Ullrich nach Psychiatrie-Aufenthalt in Entzugsklinik

Ullrich war am vergangenen Freitag in Frankfurt vorübergehend festgenommen worden, weil er in einem Nobelhotel eine Escortdame attackiert und verletzt haben soll. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Nach seiner vorübergehenden Festnahme war Ullrich in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Nun soll er sich in einer Entzugsklinik in der Nähe von Frankfurt behandeln lassen.
Erst wenigen Tage zuvor war der 44-Jährige wegen eines Zwischenfalls auf dem Grundstück des Schauspielers Til Schweiger auf Mallorca in die Schlagzeilen geraten. 

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ivi

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