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Laureus Award: Sport-Oscar für Schumacher

Michael Schumacher hat es Tiger Woods nachgemacht und ist zum zweiten Mal nach 2002 mit dem Laureus Award ausgezeichnet worden.

Michael Schumacher hat es Tiger Woods nachgemacht und ist zum zweiten Mal nach 2002 mit dem Sport-Oscar ausgezeichnet worden. Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen bedankte sich am Montagabend in Estoril allerdings nur aus der Ferne und sorgte so für Missstimmung. Bei den "Laureus Awards" für die Welt-Sportler 2004 setzte sich der 35-Jährige gegen Vorjahressieger Lance Armstrong (USA/Rad), Roger Federer (Schweiz/Tennis), Michael Phelps (USA/Schwimmen) und Valentino Rossi (Italien/Motorrad) durch.

Zur Laureus-Sportlerin des Jahres wurde in der Schwedin Annika Sörenstam erstmals eine Golfspielerin ernannt. Sie ließ die Tennis-Spielerinnen Serena Williams (USA), die 2003 gewann, und Justine Henin-Hardenne (Belgien) ebenso hinter sich wie die Leichtathletinnen Paula Radcliffe (Großbritannien) und Maria Mutola (Mosambik).

41 Sportlegenden haben in der Jury Sitz und Stimme

Schwimm-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Inge de Bruijn aus den Niederlanden zog in dieser Kategorie ebenso den Kürzeren wie beim Comeback des Jahres, das nach Wahl der Laureus-Academy der Österreicher Hermann Maier geschafft hat. "Meine Olympia-Medaillen sind sicher mehr wert, aber dieser Preis ist etwas ganz Besonderes", sagte der Weltcupsieger, der bei einem Motorradunfall fast ein Bein verloren hätte und im Vorjahr in derselben Kategorie noch Ronaldo unterlegen war. Der brasilianische Fußballspieler war im Centro Cultural de Belem diesmal nur einer der vielen namhaften Gäste.

"Ich freue mich ganz besonders, dass ein Landsmann gewonnen hat", sagte Boris Becker. Der dreimalige Wimbledonsieger ist neben Katarina Witt und Franz Beckenbauer einer von drei deutschen Academy-Juoren. Insgesamt haben 41 Sportlegenden in der von Edwin Moses geleiteten Jury Sitz und Stimme. Mark Spitz, Daley Thompson, Alberto Tomba oder Bobby Charlton sind nur vier Namen. Daimler/Chrysler und Richemont haben die Preise 1999 ausgelobt, mit denen die besten Sportler geehrt und durch die "Sport for Good Foundation", deren deutscher Schirmherr Becker ist, soziales Engagement gefördert werden sollen.

Gleich zwei Sport Oscars holten die Golferinnen

Die Hoffnungen der deutschen Fußball-Weltmeisterinnen, die in Estoril durch Golden-Goal-Schützin Nia Künzer vertreten waren, und des behinderten Rad-Weltmeisters Michael Teuber erfüllten sich nicht. Mannschaft des Jahres wurde das englische Rugby-Weltmeisterteam; bester Behindertensportler wurde der kanadische Leichtathlet Earle Connor, der binnen sechs Tagen vier Weltrekorde schaffte.

Gleich zwei Sport Oscars holten die Golferinnen. Die 14-jährige Michelle Wie aus den USA wurde als Newcomer des Jahres zudem jüngste Preisträgerin in der fünfjährigen Geschichte des Laureus-Awards. Den Alternativ-Preis erhielt die sechsmalige Surf-Weltmeisterin Layne Beachley aus Australien.

Mit dem "Sport for Good"-Award wurden das auch für den Nobelpreis vorgeschlagene Mythare Sportprojekt für Jugendliche in Kenia ausgezeichnet sowie die Cricket-Teams aus Indian und Pakistan, die sich beispielhaft um die Verständigung beider Länder bemühen. Posthum mit dem Lifetime-Award geehrt wurde Bergsteiger Arne Naess aus Norwegen, der im Januar bei einem Unglück in Südafrika den Tod fand.

Die Weltsportler 2004

Sportler des Jahres:
Michael Schumacher (Kerpen) - Motorsport/Formel 1

Sportlerin des Jahres:
Annika Sorenstam (Schweden) - Golf

Mannschaft des Jahres:
Englands Cricket-Weltmeisterteam

Newcomer des Jahres:
Michelle Wie (USA) - Golf

Comeback des Jahres:
Hermann Maier (Österreich) - Ski alpin

Behindertensportler des Jahres:
Earle Connor (Kanada) - Leichtathletik

Alternativsportler des Jahres:
Layne Beachley (Australien) - Surfen

"Lifetime-Award" - posthum:
Arne Naess (Norwegen) - Bergsteiger

"Sport for Good Award":
Mythare Jugendsport-Projekt in Kenia Cricket-Teams von Indien und Pakistan

Andreas Bellinger, dpa

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