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LEICHTATHLETIK-EM: Korzeniowski geht in Geschichte ein

Robert Korzeniowski ist bei den Leichtathletik- Europameisterschaften in München als Dominator der Straße endgültig in die Geschichte eingegangen.

Titelverteidigung über 50 km mit Weltbestleistung

Robert Korzeniowski ist bei den Leichtathletik- Europameisterschaften in München als Dominator der Straße endgültig in die Geschichte eingegangen. Der dreifache Olympiasieger aus Polen verteidigte am Donnerstag über 50 km seinen Titel in der Weltbestzeit von 3:36:39 Stunden. Der seit seinem Olympia-Doppel in Sydney über 20 und 50 km ungeschlagene Geher wurde für seine neue Glanzleistung auf einer Ehrenrunde mit der polnischen Flagge auf den Schultern begeistert gefeiert.

»Das war meine letzte Europameisterschaft«

»Das war wirklich mein Tag. Das war meine letzte Europameisterschaft, und ich habe gewonnen. Auf diese goldene Art will ich mich auch bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris und den Olympischen Spielen 2004 in Athen verabschieden«, jubelte Korzeniowski im mit 48 500 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion.

Deutsche Geher waren nicht vertreten

Gleich um 47 Sekunden verbesserte der zweimalige Weltmeister die Bestmarke von Waleri Spitzin (Russland) am 21. Mai 2000 in Moskau. Die Konkurrenz degradierte Korzeniowski mit seiner beispiellosen Tempohatz zu Statisten. Auf dem zwei Kilometer langen Rundkurs vor dem Olympiastadion ließ der Pole zu keinem Zeitpunkt etwas anbrennen. Ab Kilometer 15 lag er bereits in Führung und gewann mit fast dreieinhalb Minuten Vorsprung vor Alexej Wojewodin (Russland/3:40:16) heraus. Jesus Angel Garcia (Spanien/3:44:33) als Dritter lag knapp acht Minuten zurück. Weltrekorde werden im Gehen und Marathonlauf wegen der unterschiedlichen Strecken nicht geführt, nur Weltbestleistungen. Deutsche Geher waren nicht vertreten.

»Oft musste ich in der Qualifikation zittern«

Sechs-Meter-Mann Tim Lobinger aus Frankfurt/Main und der deutsche Meister Lars Börgeling aus Leverkusen überquerten in der Stabhochsprung-Qualifikation 5,60 m, während Richard Spiegelburg (Leverkusen) bei 5,45 m hängen blieb und ausschied. Spiegelburg war kurzfristig für seinen Vereinskollegen Danny Ecker nachgerückt, der wegen Verletzung verzichtet hatte. »Oft musste ich in der Qualifikation zittern, diesmal nicht. Das macht mich froh und optimistisch«, sagte Lobinger. Beide Deutschen gehören nach den gezeigten Saisonleistungen zu den Favoriten. Gaby Rockmeier (Dortmund) erreichte in 23,24 Sekunden das 200-m-Halbfinale.

Mit der persönlichen Stabhochsprung-Bestleitung von 5,10 m hat Weltrekordler Roman Sebrle seine Führung im Zehnkampf ausgebaut. Mit 7271 Punkten nach acht Disziplinen hielt der Tscheche Olympiasieger Erki Nool aus Estland (7039) und den Russen Lew Lobodin (7032) auf Distanz. Sebastian Knabe (Halle/Saale) fiel mit 5838 Zählern auf den 17. und letzten Platz zurück, weil er bereits die Anfangshöhe nicht schaffte. Ebenfalls ohne gültigen Versuch blieb der dreimalige Weltmeister Tomas Dvorak (Tschechien), der zwölf Punkte vor Knabe 16. ist. Der Kieler Mike Maczey verbesserte sich hingegen mit 5,10 m auf den 6. Rang.

Der dritte Wettkampftag hatte aus deutscher Sicht enttäuschend begonnen: Hürdensprinterin Kirsten Bolm, Zweite der Hallen-EM, schied als Fünfte ihres Vorlaufs in 13,46 Sekunden aus. »Der Lauf war alles andere als optimal, mir fehlen das Selbstvertrauen und die Spritzigkeit«, war die Kölnerin enttäuscht. Sie habe seit Wochen wegen Problemen im Gesäßmuskel nicht richtig trainieren können: »Die Angst läuft immer mit. Was ich dieses Jahr gelaufen bin, ist nicht das, was ich wirklich kann.« Über 200 m ist auch der Erfurter Steffen Otto als einziger deutscher Teilnehmer nicht mehr dabei. Er blieb als Fünfter seines Vorlaufs in 21,24 Sekunden klar unter seinen Möglichkeiten.

Von Martin Kloth und Peter Juny, dpa

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