LEICHTATHLETIK Sechs Saison-Bestzeiten in Rom


Sechs Jahresweltbestzeiten waren die Höhepunkte des Leichtathletik-Meetings »Golden Gala« am Freitagabend in Rom. Vor allem Maurice Greene beeindruckte mit 9,89 Sekunden über 100 m.

Die Top-Athleten des Leichtathletik-Sommers haben auch am Freitagabend bei der »Golden Gala« in Rom ihre Klasse unterstrichen. Der Marokkaner Hicham El Guerrouj mit 3:48,28 Minuten über eine Meile, sein Landsmann Salah Hissou mit 12:55,85 Minuten über 5000 m, Felix Sanchez (Dominikanische Republik) mit 47,73 Sekunden über 400 m Hürden, Ana Guevara aus Mexiko mit 49,51 Sekunden über 400 m sowie Maria Mutola (Mosambik) mit 4:01,50 Minuten über 1500 m erzielten Jahresweltbestzeiten.

Greene in Topform

Dazu rannte sich Maurice Greene mit der Saisonbestzeit von 9,89 Sekunden über 100 m den ganzen Frust von zwei Niederlagen zum Auftakt der europäischen Sommersaison von der Seele. Mit Gabriela Szabo (Rumänien), Benjamin Limo (Kenia) und Jonathan Edwards (Großbritannien) sind drei der bisher acht Anwärter auf den Jackpot der Golden League aus dem Rennen um 50 Kilo Gold ausgeschieden.

Lobinger und Kumbernuss siegreich

Bei der dritten Station der Golden-League-Serie des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) gab es im gähnend leeren römischen Olympiastadion auch zwei deutsche Siege. Tim Lobinger (Frankfurt(Main) verfehlte im Stabhochsprung mit 5,85 m die von ihm selbst und dem Amerikaner Jeff Harting gehaltene Saisonbestleistung nur um fünf Zentimeter. Der deutsche Meister Lars Bögeling (Leverkusen) sorgte mit 5,75 m für einen deutschen Doppelsieg. Die Neubrandenburgerin Astrid Kumbernuss gewann das Kugelstoßen mit 19,43 m vor Yumileidi Cumba (Kuba/19,17). Nadine Kleinert-Schmitt (Magdeburg) wurde mit 17,95 m Sechste.

Seit diesem warmen Abend von Rom herrscht das Königspaar des Sprints wieder gemeinsam. Marion Jones feierte in 10,89 Sekunden den dritten Sieg beim dritten Golden-League-Meeting und bleibt damit im Gold-Rennen. Allerdings verfehlte die dreifache Olympiasiegerin von Sydney die Jahresweltbestzeit von 100-m-Weltmeisterin Shanna Pintusewitsch (Ukraine) um 5/100 Sekunden.

Furioser 100-m Sprint

Der amerikanische Weltrekordler, Weltmeister und Olympiasieger Maurice Greene verwies Landsmann Tim Montgomery, der mit 9,94 Sekunden genau seine bisherige Jahresweltbestzeit erreichte, in einem furiosen 100-m Sprint auf den zweiten Rang. Er verfehlte seinen Weltrekord nur um 1/10 Sekunde.

Gail Devers noch im Gold-Rennen

Mit Gabriela Szabo, Limo und Edwards ist - wie Greene schon durch seine Niederlage in Oslo gegen den Briten Dwain Chambers - ein Trio aus dem Kreis der Gold-Anwärter ausgeschieden. Wie Marion Jones, Ana Guevara, El Guerrouj und Sanchez darf Gail Devers dagegen weiter auf das große Geld hoffen. Die Amerikanerin feierte ihren dritten Sieg im dritten Hürdensprint. Mit 12,51 Sekunden war die 35-Jährige um 4/100 Sekunden schneller als Bridgette Foster aus Jamaika.

Szabo wird nur Dritte

Für Gabriela Szabo, die Olympiasiegerin aus Rumänien, ist die Jagd nach dem Gold für dieses Jahr vorbei. Die 36-Jährige wurde über 5000 m in 14:55,48 Minuten, gut acht Sekunden über ihrer Saisonbestzeit, lediglich Dritte. Das Rennen gewann Edith Masai aus Kenia in 14:53,77 Minuten vor Halbmarathon-Weltmeisterin Berhane Adere aus Äthiopien (14:54,46). Limo hatte in 12:57,24 Minuten als Zweiter über 5000 m gegen Hissou keine Chance. Weltrekordler Edwards musste sich im Dreisprung mit 17,25 m dem Amerikaner Davis Walter (17,33) beugen.

Im Hammerwerfen setzte sich Igor Astapkowitsch aus Weißrussland mit 80,79 m durch. Der deutsche Meister Karsten Kobs aus Leverkusen, Weltmeister von 1999, belegte mit 76,97 m den elften Platz. Über 400 m war Sieger Michael Blackwood (Jamaika) in 44,99 Sekunden 2/100 Sekunden langsamer als Vize-Weltmeister Ingo Schultz bei der deutschen Meisterschaft am vergangenen Wochenende in Bochum.

Für sieben Siege gibt's Gold

Bei den sieben Golden-League-Meetings teilen sich die Athleten den Jackpot von 50 Kilo Gold (rund 535.000 Euro), die bei allen sieben Veranstaltungen in ihren Disziplinen siegen und außerdem am Grand-Prix-Finale am 14. September in Paris teilnehmen. Rom ist die dritte Station nach Oslo und Paris. Es folgen noch Monte Carlo (19. Juli), Zürich (16. August), Brüssel (30. August) und Berlin (6. September).


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