HOME

Leichtathletik-WM: Kugelstoßer Bartels holt erste Medaille

Mit einem Kraftakt in letzter Minute hat Kugelstoßer Ralf Bartels die erste deutsche Medaille bei der Leichtathletik-WM in Helsinki geholt. 12 Zentimeter galt es für ihn aufzuholen.

Kugelstoßer Ralf Bartels hat die deutschen Hoffnungen auf einen Medaillengewinn zum WM-Auftakt mit einem grandiosen Kraftakt im letzten Versuch erfüllt. Der 27-Jährige vom SC Neubrandenburg wuchtete die Kugel am Samstagabend bei den 10. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki 20,99 Meter weit und holte damit Bronze. Der Coup gelang dem Olympia- Achten im sechsten Durchgang des Finales. Weltmeister wurde der Amerikaner Adam Nelson, der gleich im ersten Versuch mit 21,73 Meter alles klar machte; Silber holte sich der Niederländer Rutger Smith mit 21,29 Meter.

Drei Stunden zuvor war der Berliner André Höhne über sich hinaus gewachsen und hatte als Vierter Bronze im 20-Kilometer-Gehen nur um 16 Sekunden verpasst. Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg hatte mit der Entscheidung über 10.000 Meter dagegen überhaupt nichts zu tun. Vor 35.000 Zuschauern im Olympiastadion musste sie sich in 31:28,21 Minuten mit Rang 17 begnügen. Drei Äthiopierinnen machten das Rennen im Sprint auf der letzten Runde unter sich aus: Über Gold jubelte schließlich Tirunesh Dibaba (30:34,02), die vor der entthronten Titelverteidigerin Berhane Adere (30:25,41) gewann.

Jefferson Perez aus Ecuador hatte den ersten von 47 Titeln erkämpft. Der Weltrekordler gewann das 20-Kilometer-Gehen in 1:18:35 Stunden und holte sich wie vor zwei Jahren in Paris souverän die Goldmedaille. Zweiter wurde der Spanier Francisco Javier Fernandez (1:19:36) vor seinem Landsmann Juan Manuel Molina (1:19:44). André Höhne überraschte in der persönlichen Bestzeit von 1:20:00 Stunden mit einem ausgezeichneten vierten Platz.

800-Meter-Läuferin Monika Gradzki erreichte als Fünfte ihres Vorlaufes (2:01:56 Minuten) das Halbfinale am Sonntag. Das schaffte auch der Frankfurter Christian Duma, der über 400 Meter Hürden mit 50,04 Sekunden weiterkam. Das Hammerwurf-Duo Holger Klose (76,47 Meter) und Markus Esser (76,45) trifft am Montag im Finale auf starke Konkurrenz. Vorkampf-Bester war der Weißrusse Wadim Dewjatowski (81,20). Diskuswerfer Michael Möllenbeck (Wattenscheid) qualifizierte sich mit 63,71 Meter ebenso für den Endkampf wie der fünfmalige Weltmeister Lars Riedel aus Chemnitz, der mit 66,22 Meter seine bisher beste Weite des Jahres erzielte. "Das war ganz gut, aber das Einwerfen ging noch etwas zögerlich", meinte der 38 Jahre alte Routinier. Siebenkampf-Königin Carolina Klüft (Schweden) lag nach vier Disziplinen mit 3971 Punkten zwei Zähler hinter der Französin Eunice Barber zurück. Beste Deutsche war die Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger auf Rang 13 (3558).

Mit einer farbenprächtigen und stimmungsvollen Feier war die Jubiläums-WM von der finnischen Präsidentin Tarja Halonen eröffnet worden. Das mit 1891 Athleten aus 196 Ländern bedeutendste Sport- Ereignis in diesem Jahr wird an neun Wettkampftagen bis zum 14. August von rund vier Milliarden Menschen im Fernsehen verfolgt. Hürdensprinterin Kirsten Bolm trug die Fahne der deutschen Mannschaft, die mit 52 Aktiven in Helsinki vertreten ist.

Ralf Jarkowski, Ulrike John/DPA / DPA

Wissenscommunity