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Nächste Doping-Beichte: Riis gesteht Epo-Missbrauch

Zum ersten Mal hat jetzt auch ein ehemaliger Tour-de-France-Sieger Epo-Doping gestanden. Der Ex-Kapitän vom Team Telekom, Bjarne Riis, gab auf einer Pressekonferenz zu, Doping-Mittel selber gekauft und eingenommen zu haben. Ob Jan Ullrich gedopt hat, weiß Riis nicht.

Der Däne Bjarne Riis hat sich als siebter Radprofi des früheren Team Telekom als Doping-Sünder geoutet. Der 43 Jahre alte Tour-de-France Sieger von 1996 gab am Freitag auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen zu, mit Epo gedopt zu haben. "Ich habe Doping genommen, ich habe Epo genommen. Ich habe es selbst gekauft und eingenommen", sagte der ehemalige Telekom-Kapitän. Riis ist derzeit Teamleiter des dänischen CSC-Teams. Zuvor war er lange Jahre an der Seite von Jan Ullrich für den T-Mobile-Vorgänger Team Telekom gefahren. Zuvor hatten Bert Dietz, Christian Henn, Udo Bölts, Rolf Aldag, Brian Holm und Erik Zabel Doping zugegeben.

"Normalerweise wird der Sieg eines Fahrer aberkannt, wenn bekannt wird, dass er für dieses bestimmte Rennen gedopt war. Ich weiß nicht, wie sich das bei einem über zehn Jahren zurückliegenden Sieg verhält. Das wäre eine Frage für unsere Anwälte", hatte zuvor der Sprecher des Radsport-Weltverbandes (UCI), Enrico Carpani, am Donnerstag mit Blick auf ein mögliches Riis-Geständnis gesagt.

Riis jetzt Teamchef bei CSC

Ob sein früherer Teamkollege Jan Ullrich gedopt hat, weiß Riis nicht. Eine Frage zu Ullrich beantwortete der Däne auf der Pressekonferenz mit folgenden Worten: "Nein, ich weiß es nicht. Jan soll machen, was für ihn das Beste ist."

Drei Jahre nach seinem Tour-Sieg beendete Riis 1999 seine aktive Laufbahn. Zuvor hatte er sich bei der Frankreich-Rundfahrt 1997 in den Dienst des späteren Siegers Ullrich gestellt. 2001 begann er als Sportlicher Leiter bei der dänischen Mannschaft CSC Tiscali.

DPA/kbe

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