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NBA: NBA - Dallas Mavericks verlieren bei den Sacramento Kings 97 -110

Der Auswärtsfluch der Dallas Mavericks in der NBA setzt sich fort. Kraft- und saftlos kassierten die Mavs mit dem 97:110 bei den Sacramento Kings die sechste Auswärtsniederlage in Folge.

Auch im sechsten Versuch hintereinander konnten die Mavericks auswärts nicht gewinnen. Bei den Sacramento Kings gab es eine völlig verdiente 97:110-Niederlage, die in erster Linie auf müden Beinen und fehlender Konzentration basierte.

Vor allem Dirk Nowitzki (5 für 13 aus dem Feld), Vince Carter (0 für 5) und Jason Kidd (2 für 8) steckte das Spiel gegen Phoenix gestern wohl noch in den Knochen. Bei den Kings konnten sieben Spieler zweistellig punkten, und zeitweilig glich das Spiel einem Schützenfest. Topscorer bei den Kings war Tyreke Evans mit 17 Punkten und neun Rebounds.

Zehn Siege in Folge helfen auch nicht

Und dabei war eigentlich alles für einen erfolgreichen Abend angerichtet. Gegen Sacramento hatte Dallas seit zehn Spielen nicht mehr verloren, die letzte Niederlage datierte vom November 2009. Im Hinspiel hatte man den Kings zudem nur 60 Punkte erlaubt, eine der besten Defensivleistungen der laufenden Saison und für die Mavs Clubrekord. Und außerdem hatten die Kings zwar ihr letztes Spiel gegen New Orleans gewonnen, vorher aber vier Mal in Folge verloren.

Und trotzdem reichte es für den amtierenden Meister nicht. Mag es an der mittlerweile immer deutlicher werdenden Erschöpfung der Routiniers wie Jason Kidd und Jason Terry liegen, an der zu schwach besetzten Center-Position oder an der zu laschen Verteidigung gegen Würfe von außen – momentan spielt Dallas nicht wie ein Playoff-Kandidat, geschweige denn wie der Titelverteidger. Natürlich hat die Mannschaft an Substanz verloren, natürlich hat der Kader nach wie vor riesiges Potenzial – doch Niederlagen wie gegen New Orleans oder eben die Kings waren in den letzten Jahren noch Ausnahmen, und mittlerweile immer öfter die Regel.

Mavericks mit verschlafenem Beginn

Die Saison der Mavericks steht klar unter zwei Mottos – keines von beiden gut. Zum einen wird regelmäßig das erste Quarter verschlafen, wie auch im heutigen Spiel wieder. Und zum zweiten scheint das in der Halbzeit gereichte Erfrischungsgetränk Beruhigungstabletten zu enthalten – das dritte Viertel wird in dieser Saison wohl nicht mehr Dallas' Freund.

Die Kings machten von Beginn an viel Druck, und ohne bei den Rebounds besser zu sein als die Mavs, zwangen die Kings Dallas immer wieder zu unnötigen Ballverlusten. Marcus Thornton und Tyreke Evans glänzten beide früh mit Scoring-Runs, und schon nach einem Viertel waren die Mavs mit neun Punkten im Rückstand. Jason Terry und Shawn Marion hielten die Mavs zwar im Spiel, doch auch zur Pause war man mit zehn Punkten hinten.

Defensive light

Doch während Sacramento frisch und munter aus der Pause kam, schlich sich bei Dallas wieder eine gewisse Lethargie ein. Die Außen wurden kaum noch verteidigt – Guard Isaiah Thomas konnte drei wichtige Dreier verwandeln. Unter den Körben nahm sich Mahinmi plötzlich gedankliche Auszeiten – DeMarcus Cousins glänzte mit acht Punkten im dritten Viertel. Einzig Marion kämpfte weiter für die Mavs, und konnte mit einigen wichtigen Korblegern dafür sorgen, dass Dallas nicht noch weiter in Rückstand geriet.

Doch auch so ging es mit 16 Punkten Rückstand ins Schlussviertel. Und da man ja in der diesjährigen Saison auch an den Verschleiß denken muss und die Mavericks bereits Samstag Abend das nächste Spiel haben, war an ein Comeback von Dallas nicht mehr zu denken - Coach Rick Carlisle bestritt fast das gesamte Schlussviertel mit Ersatzspielern, um seinen Stars eine Auszeit zu geben.

Für die Mavericks steht unter dem Strich eine äußerst ärgerliche Niederlage, zu mal es morgen nach Oakland zu den Golden State Warriors geht – dem vielleicht schnellsten Team der Liga. Die Mavericks stehen nach wie vor auf Platz sechs im Westen, zwei Siege über dem ersten Nicht-Playoff-Platz.

Mavs-Konkurrenz patzt

Das aber auch nur, weil die direkten Konkurrenten der Mavericks um die Playoff-Plätze heute patzten. Zunächst kamen die Utah Jazz bei den Philadelphia 76'ers mit 91:104 unter die Räder. Vor allem das Passspiel der Jazz war an diesem Abend durchgehend schlecht, wieder und wieder konnten die 76'ers Fastbreaks ausspielen und kamen allein durch die Tempogegenstöße zu 25 Punkten. Beste Scorer bei Philadelphia waren mit jeweils 21 Punkten Lou Williams und Thaddeus Young – bezeichnenderweise für den ausgeglichensten Kader der Liga beides Ersatzspieler.

Auch die Portland Trail Blazers konnten ihrem Auftritt in Boston wenig positives abgewinnen. Nachdem man bereits die letzten sieben Spiele bei den Celtics verloren hatte, kam es heute Nacht besonders dick. Zur Pause betrug der Vorsprung der angeblich tief in der Krise steckenden Celtics bereits 35 Punkte – am Ende stand ein klarer 104:86-Sieg, der in Boston zwar sicher noch nicht für Ruhe sorgen wird, aber doch als Antwort auf die katastrophale Leistung am Mittwoch gegen Philadelphia gelten dürfte.

Love-less in Minnesota

Und auch die Minnesota Timberwolves konnten nicht an den Mavericks dranbleiben. Auch ohne ihren All-Star Kevin Love, der das Spiel aufgrund von Rückenproblemen verpasste, wehrten sich die Timberwolves verbissen gegen die Los Angeles Lakers, die aber am Ende mit 105:102 die Oberhand behielten.

Kobe Bryant stellte den Sieg mit drei verwandelten Freiwürfen in den letzten Sekunden sicher und kam für den Abend auf 34 Punkte, während Andrew Bynum mit 26 Punkten und 10 Rebounds sein 25. Double-Double der Saison erzielte. Die Lakers festigen damit Platz fünf in der Tabelle, direkt hinter dem Lokalrivalen, den Clippers. Diese konnten ihrerseits das schwere Auswärtsspiel in San Antonio für sich entscheiden.

Lob-City steht auf CP3

Die Spurs mussten beim 108:120 erst die vierte Heimniederlage der Saison einstecken. Topscorer war Chris Paul, der mit 36 Punkten und 11 Assists glänzen konnte, doch auch die Leistung von Mo Williams, der als Ersatzspieler auf 33 Punkte kam und dabei 7 von 9 Dreiern verwandelte, war für die Clippers ein wichtiger Faktor.

Der Sieg für Los Angeles war der erste Clippers-Sieg seit mehr als 10 Jahren in San Antonio.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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