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Paralympics: Viertes Gold für Verena Bentele

Verena Bentele hat bei den Paralympics in Whistler beim vierten Start die vierte Goldmedaille gewonnen. Die 28-Jährige siegte im klassischen 5-Kilometer-Langlauf der sehbehinderten Sportlerinnen vor den Russinnen Michalina Lysowa und Tatjana Iljutschenko.

Verena Bentele ist die Königin der Loipen von Whistler. Vier Starts, viermal Gold - "damit ist sie auf jeden Fall legendär", kommentierte Frank Höfle, Deutschlands erfolgreichster Paralympics-Teilnehmer, die Erfolgsserie-Serie der 28-Jährigen. Im klassischen Fünf-Kilometer-Langlauf war sie mit Begleitmann Thomas Friedrich am Donnerstag nicht zu bezwingen: 51,5 Sekunden betrug der Vorsprung der von Geburt an blinden Top-Sportlerin auf die zweitplatzierte Russin Michalina Lysowa.

Restlos happy - anders sind ihre Gefühle nicht zu beschreiben nach dem Lauf bei Kaiserwetter und strahlend blauem Himmel über dem kanadischen Ski-Mekka. "Auch die vierte Goldmedaille ist absolut schön, es ist einfach sehr gut gelaufen." Im Ziel fuhr sie fast auf Friedrich auf und flachste: "Der Guide ist langsam fertig." Und dass sie jetzt etwa 2,5 Kilogramm an goldenen Plaketten mit nach Hause nimmt, macht sie nicht nervös: "Das Übergepäck zahlt ja der Verband."

Schwerer Unfall im vergangenen Jahr


Die Anspannung war groß vor diesen Spielen. Ein Unfall im Januar 2009 mit schweren Folgen machte die Fortsetzung einer großen Karriere fast undenkbar. Doch Verena Bentele kämpfte, kehrte zurück. Schon nach dem goldenen Auftakt von Whistler fielen emotionale Zentner- Lasten von ihr ab: "Das ist ein ganz toller Tag. Extrem toll. Für mich ist das eine richtig grandiose Geschichte."

Höfle überschlug sich fast mit Superlativen, als er nach seinem siebten Platz im Zehn-Kilometer-Rennen etwas zu seiner Kollegin sagen sollte. "Das ist super, das ist genial. Wie sie sich vorbereitet hat, wie alles passt bei ihr und Thomas Friedrich - super." Ihre paralympische Gesamtbilanz bisher: elfmal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze - in der Tat legendär.

Viel Rummel


Verena Bentele selbst verdrückte sich lieber ein bisschen. Es war ihr wohl ganz angenehm, die Blumen-Zeremonie ersten Interviews vorziehen zu dürfen. Der ganze Rummel der vergangenen Tage war viel für sie, die Goldmedaillen im Biathlon-Jagdrennen und im 12,5- Kilometer-Wettbewerb der Ski-Jäger und der erste Triumph im 15- Kilometer-Langlauf (freier Stil) schienen sie mehr und mehr nervös zu machen.

Sie räumte es ein, sie war hippelig, der 40-jährige Thomas Friedrich, mit dem sie das ideale Gespann bildet, musste sie mehrfach beruhigen. Und dann flossen die Tränen der Freude, als sie erstmals den "langen Kanten" im Langlauf gewann. Die abendliche Medien-Runde im Deutschen Haus im Nicklaus Boulevard machte sie am Mittwochabend (Ortszeit) nicht mit: Der Sport und der Erfolg haben Priorität. Und der abermalige Sieg am Donnerstag gab ihr Recht.

Dietmar Fuchs und Martin Kloth/DPA / DPA

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