HOME

Ruhestandsniveau ab 2026: Bericht der Kommission ist fertig: Die Rente wird ziemlich sicher sinken

Wie viel Rente bekommen Menschen, die nach 2025 in den Ruhestand gehen? Damit hat sich eine Kommission beschäftigt, die nun ihr Ergebnis vorlegen soll. Eckpunkte sind schon bekannt.

Wo ist meine Rente, steht in roten Buchstaben auf einem weißen Plakat

"Wo ist meine Rente", fragen sich heute schon viele Menschen. So wie diese Teilnehmer einer Mahnwache gegen Altersarmut in Würzburg im Januar.

DPA

Die Höhe der Rente und das Eintrittsalter in den Ruhestand sind zwei der wichtigsten sozialpolitischen Streitthemen in Deutschland. Wie schaffen wir es, dass Menschen im Alter genug Rente bekommen, obwohl die Zahl der Ruheständler in unserer alternden Gesellschaft wächst? Genau dieses Problem soll eine Kommission lösen, die seit 2018 arbeitet und an diesem Freitag Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) ihre Vorschläge unterbreiten wird. Zehn Mitglieder gehören zu dem Gremium: Politiker von Union und SPD, Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wissenschaft.

Details aus der Empfehlung der Rentenkommission sind schon bekannt – und die schüren die Ängste, dass das Geld im Alter nicht mehr reicht.

Vorschläge für die Rente ab 2026

Konkret sollte die Kommission austüfteln, wie es mit der Rente ab 2026 weitergeht, was also Menschen ausgezahlt bekommen, die ab diesem Zeitpunkt in den Ruhestand gehen. Nach übereinstimmenden Berichten, darunter der "Tagesschau", der Nachrichtenagentur dpa und vom Sender n-tv, könnte das Rentenniveau ab diesem Zeitpunkt tatsächlich weiter sinken.

Noch gilt das Rentenpaket, das der Bundestag bis zum Jahr 2025 beschlossen hatte. Es legt das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent fest. Dieses Niveau beschreibt das Verhältnis zwischen der Rentenhöhe nach 45 Beitragsjahren und einem Durchschnittsverdienst – manche Ruheständler bekommen also schon jetzt weniger. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung – also der Anteil am Bruttolohn, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam in die Kasse einzahlen – soll die kommenden fünf Jahre die 20-Prozent-Marke nicht überschreiten. Derzeit liegt er bei 18,6 Prozent.

Künftig könnte jedoch der Beitrag steigen – und die Rente sinken: In den Medienberichten ist die Rede davon, dass die Kommission einen Korridor zwischen 44 und 49 Prozent beim Rentenniveau vorschlägt. Beim Beitragssatz werde ein Korridor zwischen 20 und 24 Prozent empfohlen, meldet n-tv. Diese Werte sollten künftig jeweils sieben Jahre gelten und dann neu überprüft werden.

Der Sozialverband VdK warnt bereits eindringlich vor einer Absenkung des Rentenniveaus auf bis zu 44 Prozent. "Der Vorschlag, das Rentenniveau auf 44 bis 49 Prozent einzupendeln, zeigt, dass die Kommission verkennt, dass ein Rentenniveau von 44 Prozent für viele Menschen nicht reicht", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Donnerstag, als Berichte über das Kommissions-Ergebnis publik wurden.

Alternatives Lebensmodell: Mit 30 oder 40 in Rente gehen – so kann es funktionieren

Wer in den kommenden Jahren in Rente geht, muss also fürchten, dass er immer mehr einzahlt und weniger herausbekommt – ein Unding aus Sicht des VdK: "Unter 48 Prozent darf das Rentenniveau nicht sinken", mahnte Verbandschefin Bentele. "Im Gegenteil: Nötig ist eine mittelfristige Erhöhung auf 50 Prozent." Alles andere sei den Menschen in Deutschland nicht mehr zu vermitteln. "Nur ein anständiges Rentenniveau stabilisiert das Vertrauen der Menschen in die gesetzliche Rente, die wichtigste Säule der Altersvorsorge", betonte sie.

Das System der Rentenversicherung soll beibehalten werden

Außer den Vorschlägen für Rentenniveau und Beitragszahlungen steht offenbar auch schon etwas anderes fest: Am System soll sich nichts ändern. Das meldet die dpa, die nach eigenen Angaben den Abschlussbericht bereits gelesen hat.

Das System solle "nicht vom Kopf auf die Füße" gestellt werden, laute eine der Empfehlungen der Kommission, die jedoch auch vor immer höheren finanziellen Belastungen der Rentenkassen warne und als eine Lösung vorschlage, auch Neu-Beamte in die Rentenkasse aufzunehmen.

Und beim Renteneintrittsalter solle auch alles beim Alten bleiben. Allerdings steigt die Altersgrenze auch jetzt schon schrittweise an – bis zum Jahr 2031 auf 67 Jahre.

Quellen: N-TV, "Tagesschau.de"

mit Agenturen