Preisverleihung "Kaiser" bekommt "Laureus Award"

Bei der diesjährigen Verleihung der "Laureus Awards" in Barcelona räumte Franz Beckenbauer groß ab. Der Bayern-Präsident erhielt den Preis in der Kategorie 'Lebenswerk'. Und noch eine weitere Ehrung ging nach Deutschland.

Der "Kaiser" kam in letzter Minute und wurde vom spanischen König Juan Carlos sowie den illustren Gästen aus Show, Sport und Politik bei den "Laureus Awards" in Barcelona begeistert gefeiert. Franz Beckenbauer für sein Lebenswerk und der Paralympics- Sieger Martin Braxenthaler, der sich nicht erst durch seine drei Monoski-Triumphe in Turin den Ruf eines Teufelskerls erworben hat, holten bei der Sportler-Wahl am Montagabend gleich zwei Preise nach Deutschland. Während Formel-1-Rentner Michael Schumacher und Schwimmerin Britta Steffen leer ausgingen, wurde Wimbledonsieger Roger Federer zum dritten Mal nacheinander als Weltsportler des Jahres geehrt.

Als beste Sportlerin 2006 bekam Jelena Isinbajewa aus Russland bei der zum achten Mal durchgeführten Wahl den gläsernen Laureus. Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin hat inzwischen zwanzig Weltrekorde auf ihrem Konto und dominiert die Konkurrenz fast nach Belieben. Wie nicht anders zu erwarten, erhielten Italiens Fußball-Weltmeister den Pokal für die beste Mannschaft.

Boris Becker überschüttet den Kaiser mit Lob

"Das ist eine der höchsten Auszeichnungen, die ich je erhalten habe", sagte Beckenbauer, der von der großen Auszeichnung schon vor Tagen erfahren hatte. Trotz aller Ehrungen und Preise der vergangenen Wochen war der "Regisseur" des deutschen Fußball-Sommermärchens sichtlich ergriffen, als er die gläserne Statue von Bobby Charlton und Vorjahressieger Johan Cruyff in die Hand gedrückt bekam. Gegen beide hatte der "Kaiser" einst in WM-Endspielen gestanden: 1966 im Wembley-Stadion zog er gegen Charltons Engländer den Kürzeren; acht Jahre später machte er es als Kapitän der Nationalmannschaft in seiner Geburtsstadt München gegen Cruyff und die Niederlande besser.

"Diesen Preis hat er mehr als verdient", sagte Boris Becker, der wie der Geehrte selbst und Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt deutsches Gründungsmitglied der von DaimlerChrysler und Richemont ins Leben gerufenen Laureus-Akademie ist. "Ich glaube, es gibt keinen Athleten in Deutschland und vielleicht auf der ganzen Welt, der Franz Beckenbauer diesen Preis streitig machen könnte. Nicht nur, dass er als Spieler und Trainer Weltmeister wurde; jetzt hat er auch noch die perfekte WM organisiert. Sagenhaft."

Tennis-Titan grüßt per Videobotschaft

"Ein kalter Schauer" lief Martin Braxenthaler über den Rücken, als sein Name bei der Zeremonie durch den Saal hallte. Am Morgen noch hatte er mit DTM-Pilot Bernd Schneider ein paar Runden auf dem Formel-1-Kurs bei Barcelona gedreht, doch nun begann sein Herz wie wild zu schlagen. "Das ist einfach gigantisch", sagte der seit einem Unfall 1994 querschnittsgelähmte 34-Jährige. Im Laufe seiner großartigen Karriere hat er zwischen den Jahren 2001 und 2006 fünf Mal den Gesamtweltcup für sich entschieden. Jeweils zwei Gold- und eine Silbermedaille holte er zudem bei den Weltmeisterschaften 2000 und 2004. In der Geschichte der Paralympics ist er der erfolgreichste Monoskifahrer. "Seine Leistungen sind fantastisch", erklärte Becker.

Auf der Durchreise zum Champions-League-Spiel seines FC Bayern beim AC Mailand machte Beckenbauer nur für ein paar Stunden Station in Barcelona. Roger Federer war dagegen erstmals abwesend. Und auch die für ihr beeindruckendes Comeback ausgezeichnete Amerikanerin Serena Williams, neben Federer und "Aufsteigerin" Amelie Mauresmo eine von drei geehrten Tennisprofis, fehlte bei der prunkvollen Zeremonie in der Olympia-Stadt von 1992. Auf den Spuren des zweimaligen Siegers Michael Schumacher grüßte der Tennis-Titan, der sich nach seinen beiden frühen Pleiten in Indian Wells und Key Biscayne auf die in zwei Wochen beginnende Sandplatz-Saison vorbereitet, nur von der Videowand.

DPA

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