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Rallye Dakar: Kleinschmidt wieder im Rennen

Nach einer Panne kann die Siegerin von 2001 das Rennen heute mit über sechs Stunden Rückstand wieder aufnehmen.

Jutta Kleinschmidt kann die 25. Rallye Dakar trotz der Panne an ihrem VW-Buggy fortsetzen. Im Schlepptau des VW- Service-Trucks erreichte die Vorjahreszweite aus Köln am Montag das Etappenziel von Siwa in Ägypten, wo am Dakar-Ruhetag der Zylinderkopf ihres Wagens ausgetauscht wurde. Die Siegerin von 2001 nimmt am Dienstag als Elfte mit 6:08:23 Stunden Rückstand auf den führenden Mitsubishi-Piloten Stéphane Peterhansel (Frankreich) das Rennen wieder auf. "Ich bin richtig erleichtert, dass alles noch repariert werden konnte und wir wieder dabei sind", freute sich die 40 Jahre alte Diplom-Physikern. Ihr neues Ziel formulierte sie gegenüber dem "Hit Radio FFH" so: "Jetzt wollen wir unter die ersten Zehn kommen."

Truck löst Minenexplosion aus


"Wir hatten bei unserem Pech noch ziemlich Glück. Es wurden keine Kolben beschädigt. Dann hätten wir nicht wieder starten können, weil ein Austausch des gesamten Motorblocks nicht erlaubt ist. Mit dem reparierten Wagen sind wir schon 150 km gefahren. Der Motor lief gut - genau so wie vorher", meinte die Wahl-Monegassin erfreut. Sie hatte aufregende Stunden hinter sich: Wegen eines Zwischenfalls an der libysch-ägyptischen Grenze, bei dem ein Truck eine Minen-Explosion auslöste, mussten sie und Beifahrerin Fabrizia Pons (Italien) die Nacht an der Grenze verbringen. "Davor wurden wir von unserem Renn-LKW 170 km durch die Wüste geschleppt. Das war ein Abenteuer."

Die 12. Etappe, die am Dienstag über 445 km rund um das Biwak von Siwa in der ägyptischen Wüste führt, wird das Damen-Duo gemäß seines Etappen-Ergebnisses als 66. Fahrzeug aufnehmen. "Es wird eine schwere Aufgabe. Wir werden wieder mal viele Autos vor uns überholen und jede Menge Staub schlucken müssen. Egal, Hauptsache, wir sind noch dabei", meinte Kleinschmidt, deren belgischer Teamkollege Stéphane Henrard auf dem neunten Gesamtplatz in der Automobil-Wertung rangiert.

Ein stark reduziertes Feld wird in die verbliebenen sechs Etappen in Ägypten an den Start gehen. Von den 203 an Neujahr in Marseille ins Rennen gegangenen Automobilen sind nur noch 69 im Rennen. Bei den Motorrädern kamen Montag immerhin noch 109 von 147 in Siwa an.

Kenjiro Shinozuka außer Lebensgefahr


Überschattet wird das silberne Jubiläum vom Tod des Franzosen Bruno Cauvy. Der vierfache Familienvater starb am Samstag an einem Genickbruch, als sich der Toyota des Dakar-Neulings nach einer Dünen- Überquerung mehrmals überschlug. Sein Fahrer Daniel Nebot kam mit Rückenblessuren davon. Der am Donnerstag schwer verunglückte Nissan- Pilot Kenjiro Shinozuka (Japan), der trotz schwerer Kopfverletzungen inzwischen außer Lebensgefahr ist, flog am Montag in seine Pariser Wahlheimat zur weiteren Behandlung zurück. Und die am Sonntag mit ihrer Honda schwer gestürzte Britin Patsy Quick wurde, nachdem ihr im Feldlazarett von Siwa die gequetschte Milz operativ entfernt worden war, mittlerweile in ein Krankenhaus nach Kairo geflogen.

Toni Hoffmann / DPA

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