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Rallye Dakar: Zwei Damen in der Wüste

Bei der Rallye Dakar stehen gleich zwei deutsche Damen am Start: Jutta Kleinschmidt und Andrea Mayer sehen sich dennoch nicht als direkte Konkurrentinnen.

Die Parallelen in ihren Karriere sind unverkennbar: Jutta Kleinschmidt und Andrea Mayer begannen bei der Rallye Dakar als Motorrad-Solistinnen, wechselten dann von zwei auf vier Räder. In einem Mitsubishi Pajero gewann die 41 Jahre alte Kleinschmidt 2001 als erste Frau den Marathon-Klassiker. In diesem Jahr startet Andrea Mayer im selben Modell. Ihr Beifahrer Andreas Schulz navigierte schon Jutta Kleinschmidt bei deren Sieg durch die Wüste. Den Respekt ihrer männlichen Kollegen und Konkurrenten haben sich beide längst erworben.

Kein deutsches Damen-Duell

Von einem deutschen Damen-Duell in der Wüste zu sprechen, wäre dennoch übertrieben. Dafür sind die Ausgangspositionen der beiden Pilotinnen vor dem Start zur 26. Auflage des Spektakels am Neujahrstag in Clermont-Ferrand zu unterschiedlich. Während Kleinschmidt bei ihrem 14. Dakar-Start erstmals den neuen VW Touareg fährt, gibt Mayer bei ihrer achten Teilnahme ihren Einstand als Werksfahrerin von Mitsubishi.

"Mayer fährt ein bewährtes auto, ich sitze in einem neuen"

"Ich denke, dass ich gegen sie keine Chance haben werde, weil ich dazu einfach noch nicht das Auto habe", sagte Jutta Kleinschmidt über die Konkurrentin. "Ihr Auto ist sehr gut. Das ist praktisch das Auto, mit dem ich 2001 die Dakar gewonnen habe, jedoch um einige Stufen verbessert, mit noch mehr Leistung. Wir haben cirka 240 PS, sie hat 50 PS mehr. Sie fährt ein bewährtes Auto, ich sitze in einem neuen." Andrea Mayer beurteilt ihre eigenen Ambitionen vorsichtig. Nachdem sie erstmals zum offiziellen Kader von Mitsubishi gehört, hat sie aber eine bessere Basis. "Ich habe jetzt ein gutes, wettbewerbsfähiges Auto, eine gute und optimale Vorbereitung, eine optimale Logistik während der Veranstaltung, was bei der Dakar sehr wichtig ist", zählt sie als Vorteile auf.

Zurückhaltung bei Touareg-Debüt

Die Wahl-Monegassin Jutta Kleinschmidt gibt sich vor dem Debüt des Touareg zurückhaltend, da ihr brandneues Auto ohne jegliche Wettbewerbspraxis ist, aber etliche Testkilometer auf dem Buckel hat. "Wir wollen mit dem Team durchfahren und ankommen. Aber mit einem Auto, an dem praktisch jede Schraube neu ist, ist man nicht in der Lage, zu sagen, wir wollen gewinnen. Das wäre schon vermessen", sagte die Diplom-Physikerin, die 2003 erstmals für die Wolfsburger Autobauer gefahren war. An einen Sieg glaubt sie frühestens 2005. Andrea Mayer, die am 2. Januar ihren 36. Geburtstag feiert, teilt die Ansicht von Jutta Kleinschmidt. "VW hat die Basis für ein Siegerfahrzeug geschaffen, aber noch nicht in diesem Jahr."

"Rollendes Ersatzteillager"

Im Team hat sie die undankbare Aufgabe eines "rollenden Ersatzteillagers", das im Notfall ihren Teamkollegen zu Hilfe eilen muss. "Ich sehe meine Aufgabe darin, den anderen zu helfen", sagte die gelernte Journalistin. "Wenn sie keine Hilfe brauchen, möchte ich selbst viel Erfahrung sammeln. Es ist das erste Mal, dass ich in einem solch guten Auto sitze, an das ich mich aber erst gewöhnen muss."

Toni Hoffmann / DPA

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