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Slalom-Weltcup: Riesch holt sich die kleine Kugel

Maria Riesch hat den ersten deutschen Slalom-Gesamtsieg im Weltcup seit Rosi Mittermaier 1976 vorzeitig perfekt gemacht. Dabei profitierte die Weltmeisterin vom Ausfall ihrer ärgsten Kontrahentin. Eine andere deutsche Athletin hatte weniger Grund zur Freude und gab das Ende ihrer Karriere zum Saisonende bekannt.

Als für die führende Lindsey Vonn das plötzliche Aus im Stangenwald von Ofterschwang kam, war der vorzeitige Sieg von Maria Riesch im Slalom-Weltcup perfekt. Erstmals seit Rosi Mittermaier vor 33 Jahren hat wieder eine Sportlerin des Deutschen Skiverbandes (DSV) die kleine Kristallkugel im Slalom gewonnen. "Es ist immer schöner, das auf der sportlichen Seite zu entscheiden. Aber Kugel ist Kugel", sagte eine sichtlich erleichterte Partenkirchenerin, der ein fünfter Platz zum Erfolg in der Disziplin-Wertung reichte. "Ich bin froh, dass ich beim Finale in Are nicht mehr darum zittern muss." Der Sieg beim Heim-Weltcup, bei dem Team-Weltmeisterin Monika Bergmann ihren Rücktritt zum Saisonende bekanntgab, ging am Samstag an die Französin Sandrine Aubert vor Frida Hansdotter (Schweden) und Nicole Hosp (Österreich).

Geschwächt von einer Erkältung und am Ende einer langen Saison war Riesch überglücklich, nach dem WM-Sieg im Slalom auch ihre insgesamt dritte Kugel gewonnen zu haben. "Das kann man im Slalom nicht toppen, das ist super gut", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. "Maria war über alle Rennen so souverän, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe, ob sie die Kugel gewinnt oder nicht."

Im zweiten Durchgang wartete Riesch auf Platz fünf liegend unten im Ziel, als sich ihre amerikanische Ski-Freundin Vonn aufmachte, ihr den vorzeitigen Sieg in der Weltcup-Wertung und Aubert den ersten Sieg zu entreißen. Doch nach der ersten Zwischenzeit geschah der Doppel-Weltmeisterin vor 6500 Zuschauern das Malheur: Mit ihrem Aus kürte sie nicht nur Riesch zur Torlauf-Besten, sondern verpasste auch den vorzeitigen Gewinn des Gesamtweltcups. Dort ist der Vorjahressiegerin bei noch vier ausstehenden Rennen mit 369 Punkten Vorsprung der erste Platz kaum noch zu nehmen.

Bergmann gibt Abschied bekannt

Im Schlepptau von Maria Riesch sorgten ihre Schwester Susanne auf Platz sechs, Fanny Chmelar (Partenkirchen) auf dem zehnten Rang sowie Nina Perner (Karlsruhe), Kathrin Hölzl (Bischofswiesen), Bergmann (Lam) und Christina Geiger (Oberstdorf) in den Punkten für ein gutes Team-Ergebnis. Beim Weltcup-Finale kommende Woche im schwedischen Are wird der DSV mit fünf Slalom-Damen am Start sein. Darunter auch Monika Bergmann, die zum letzten Mal an den Weltcup-Start geht.

Im Allgäu lüftete die 30-jährige Bergmann mit glasigen Augen nach ihrem 18. Platz ein wohl gehütetes Geheimnis. "Ich höre nach dieser Saison auf. Es ist Zeit für mich, dass ich was anderes mache", sagte die Sportlerin aus Lam. Die WM-Qualifikation hatte Bergmann verpasst, stattdessen fällte sie im Februar die erwartete Entscheidung; zur Überraschung von Damen-Chefcoach Mathias Berthold. "Ich habe das vorher nicht gewusst, dass sie diese Entscheidung getroffen hat. Das tut mir leid, denn die Moni war über ein Jahrzehnt hinweg eine der wichtigsten Figuren bei uns im Slalom", sagte Berthold. Bergmann hatte sich in den letzten Saisons in Eigenregie abseits des Teams auf die Rennen vorbereitet.

DPA / DPA

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