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Tennis: Federer gewinnt Herren-Finale

Kim Clijsters hat mit einem Kunststück á la Steffi Graf für Furore gesorgt, auch Roger Federer siegte in Miami . Nur einen Punkt von der Niederlage entfernt, bezwang der Schweizer doch noch Rafael Nadal.

Der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz war gegen Spaniens Tennis-Talent Rafael Nadal nur zwei Punkte von einer Niederlage entfernt, drehte die spannende Partie gegen den erst 17-jährigen Daviscup-Sieger aber noch um und gewann am Sonntag 2:6, 6:7 (4:7), 7:6 (7:5), 6:3, 6:1. Kim Clijsters tat sich am Samstag beim 6:3, 7:5 gegen Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa aus Russland leichter. Die frühere Nummer eins aus Belgien gewann erst als zweite Spielerin nach Steffi Graf in den Jahren 1994 und 1996 die beiden großen US-Veranstaltungen nacheinander.

Für Federer hing der erste Titel in Miami und der 18. aufeinander folgende Finalerfolg gegen Nadal allerdings am seidenen Faden. Nachdem er im zweiten Durchgang eine 5:3-Führung verspielte, lag der 23-jährige Baseler im dritten Durchgang 1:4 und im Tiebreak 3:5 zurück. Doch dann drehte Federer auf, revanchierte sich gegen den Linkshänder für die letztjährige Drittrunden-Niederlage und vermied die zweite Saison-Niederlage nach dem Halbfinal-Aus gegen den Russen Marat Safin bei den Australian Open. Es war bereits Federers fünfter Turniersieg in diesem Jahr und der 27. insgesamt.

Kim Clijsters ist wieder da

Kim Clijsters untermauerte indes eindrucksvoll ihre Rückkehr in die Weltspitze nach ihrer langwierigen Handgelenksverletzung. "Diesen Sieg kann ich noch weniger fassen als den von Indian Wells. Das waren unglaubliche vier Wochen", sagte Clijsters nach ihrem wundersam anmutenden Doppelschlag. Vor Jahresfrist war sie in Indian Wells wegen ihrer Blessur in der dritten Runde ausgeschieden. Anschließend fiel sie wegen zweier Operationen mehrere Monate aus und rutschte in der Weltrangliste von Platz zwei bis auf Rang 133 ab. Ihrer Karriere drohte schon das Ende. In Miami spielte sie erst ihr fünftes Turnier seit der Zwangspause. In diesem Jahr schlug sie nach ihrem Viertelfinal-Aus im Februar in Antwerpen gegen die viermalige Grand- Slam-Siegerin Venus Williams und in Indian Wells zum dritten Mal auf.

Seit der Niederlage in ihrer belgischen Heimat kam Clijsters zu 14 Siegen in Serie, wobei sie in den zurückliegenden neun Duellen sechs Spielerinnen aus den Top Ten bezwang. In Indian Wells triumphierte sie als 133., in Miami als 38. der Weltrangliste. Bei beiden Veranstaltungen siegte sie als Ungesetzte, was keiner anderen Spielerin gelang. "Ich musste fast ein Jahr aussetzen. In dieser Zeit ist mir bewusst geworden, wie sehr ich Tennis vermisse. Ich denke, das ist der Grund, weshalb ich jetzt so gut spiele. Ich genieße es, wieder auf dem Platz zu stehen", sagte die 21 Jahre alte Flämin, die in der neuen Weltrangliste am Montag auf Platz 17 vorrücken wird. Für ihren 23. Turniersieg kassierte sie eine Prämie von 405 000 Dollar.

Dabei hatte Clijsters nicht geglaubt, das Turnier durchstehen zu können: "Ich hatte einige Schmerzen im Handgelenk und war froh, dass sie nicht schlimmer wurden." Sie werde nach Belgien zurückfliegen, einige Tage ausspannen und sich einer Computertomographie unterziehen. Sie möchte sicher gehen, dass sie hundertprozentig gesund ist, "bevor ich mich auf die Sandplatz-Saison vorbereite."

Klaus Friederic/DPA

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