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Tennis Power Ranking - Die besten zehn Tennis-Spielerinnen der Welt


Viel ist passiert seit unserem letzten Power Ranking: Der Unbesigbarkeits-Nimbus von Victoria Azarenka ist gebrochen und Maria Sharapova stöhnt nach zwei Finalniederlagen mittlerweile nicht mehr nur auf dem Platz bei Ballwechseln. Wir checken die aktuelle Form der Spielerinnen auf der WTA Tour.

Victoria Azarenka hat die erste Niederlage der Saison kassiert, Maria Sharapova schon das dritte Finale in diesem Jahr verloren. Doch welche Auswirkungen haben diese Ereignisse auf die Formkurve der WTA Tour-Spielerinnen? Haben sich seit unserem letzten Power Ranking aus dem Februar die Kräfteverhältnisse im Damen-Tennis verschoben?

Analog zum Power Ranking der Herren haben wir daher auch für die Damen die Ergebnisse der letzten drei absolvierten Turniere unter die Lupe genommen. Um die Formkurve der Spielerinnen in unserem Power Ranking möglichst exakt zu bestimmen, setzen wir die Resultate bzw. die von der WTA vergebenen Weltranglistenpunkte in ein Verhältnis und lassen sie zu 100 (letztes), 80 (vorletztes Turnier) und 60 Prozent (drittletztes gespieltes Turnier) in unsere Berechnung einfließen. Zudem gilt: Wer in den letzten vier Wochen bei keinem Turnier aktiv war, fliegt raus.

Eine kleine Schwäche hat unser System allerdings. Da immer die letzten drei absolvierten Turniere einer jeden Spielerin in die Bewertung einfließen, profitieren Kim Clijsters, Petra Kvitova und Ekaterina Makarova, die nach den Australian Open aus unterschiedlichen Gründen pausiert hatten, aber in Miami bzw. Indian Wells zurückgekehrt waren, immer noch von ihrem guten Abschneiden in Melbourne. Leidtragende ist leider Angelique Kerber, die trotz der Halbfinalteilnahme in Indian Wells den Einzug in die Top Ten knapp verpasste. Aber die Auftaktniederlage in Miami kostete den Care Bear einfach zuviele Punkte.

Trotzdem ergibt sich eine interessante Liste, in die es im April auch zwei Neueinsteiger geschafft haben. Aber lesen Sie selbst....

10. (neu) Na Li (CHN, 30 Jahre, Weltrangliste: 8) / Letzte drei Turniere: Miami (1/4-Finale/250 Punkte), Indian Wells (1/4-Finale/ 200), Paris (1. Runde/ 0,6) / Power Ranking-Punkte: 450,6

An Position zehn macht da Na Li gleich den Anfang. Zwei Viertelfinaleinzüge bei den beiden großen US-Hartplatzturnieren machten den Einstieg in unser Power Ranking möglich. Zwar war dort gegen Kerber und Maria Sharapova jeweils Endstation, doch die mittlerweile 30-Jährige amtierende French Open-Siegerin unterstrich Konstanz und hatte genug Gelegenheit, das Logo ihres neuen Sponsors Häagen Dazs‎ in die Kameras zu halten und ihre Landsleute und Fans für die Eismarke zu begeistern.

9. (10.) Ekaterina Makarova (RUS, 23 Jahre, Weltrangliste: 42) / Letzte drei Turniere: Miami (1/8-Finale/ 140), Indian Wells (2. Runde/ 40), Australian Open (1/4-Finale/300) / Power Ranking-Punkte: 480

2. Runde und Achtelfinale bei den letzten beiden Events lesen sie zwar nicht so berauschend, aber Makarova profitiert immer noch von ihrer Viertelfinalteilnahme in Melbourne. Allerdings muss man ihre auch zugestehen, dass sie sich im Anschluss an den ersten Grand Slam von einer Handgelenksverletzung zu erholen hatte. Unter diesen Umständen sind die jüngsten Ergebnisse ein Fingerzeig zurück in die Weltspitze. In unserem Power Ranking führen wir sie daher mehr oder weniger auf Probe.

8. (neu) Ana Ivanovic (SRB, 24 Jahre, Weltrangliste: 14) / Letzte drei Turniere: Miami (1/8-Finale/140), Indian Wells (1/2-Finale/360), Dubai (1/4-Finale/ 72) / Power Ranking-Punkte: 572

Ana Ivanovic ist die zweite Neueinsteigerin. Und wer weiß, ob wir sie nicht noch viel höher geführt hätten, wenn sie im Halbfinale von Indian Wells nicht Probleme mit der Hüfte bekommen und verletzt gegen Maria Sharapova hätte aufgeben müssen. Die Verletzung stellte sich als nicht allzu schwer heraus, schien sie aber auch in Miami noch etwas zu behindern, wo sie immerhin das Achtelfinale erreichen konnte. Zusammen mit ihren Punkten aus Dubai reichte das aber immerhin für Rang Acht.

7. (3.) Petra Kvitova (CZE, 21 Jahre, Weltrangliste: 3) / Letzte zwei Turniere: Miami (2. Runde/ 5), Indian Wells (3. Runde/64), Australian Open (1/2-Finale/540) / Power Ranking-Punkte: 609

Was für Makarova gilt, gilt ebenso für Petra Kvitova. Die Wimbledonsiegerin profitiert weiterhin von ihrem Halbfinaleinzug in Melbourne. Was sie wirklich zu leisten im Stande ist, konnte sie 2012 bisher kaum abrufen. immer wieder bremsten sie Verletzungen aus. Entweder waren es wie in Doha Schmerzen an der Achillessehne oder eine Grippe wie in Dubai. Auch in Miami wirkte sie beim Zweitrunden-Aus noch nicht wieder voll auf der Höhe

6. (6.) Marion Bartoli (FRA, 27 Jahre, Weltrangliste: 7) / Letzte drei Turniere: Miami (1/2-Finale/450), Indian Wells (1/4-Finale/200), Dubai (1. Runde/ 0,6) / Power Ranking-Punkte: 650,6

Anders als Marion Bartoli. Die Französin darf für sich beanspruchen 2012 die erste gewesen zu sein, die Victoria Azarenka besiegen konnte. Sie schaltete die Weißrussin im Viertelfinale von Miami glatt in zwei Sätzen aus. Für Bartoli war es der erste Sieg über eine Weltranglistenerste seit drei Jahren - ein Fingerzeig, dass ihre Form steil nach oben zeigt und die Enttäuschung über die Finalniederlage gegen Kerber beim Heimturnier in Paris, die zur Erstrundenpleite in Dubai geführt hatte, endgültig weggesteckt hat.

5. (neu) Caroline Wozniacki (DEN, 21 Jahre, Weltrangliste: 6) / Letzte drei Turniere: Miami (1/2-Finale/450), Indian Wells (1/8-Finale/112), Dubai (1/2-Finale/120) / Power Ranking-Punkte: 682

Wieder in den Top Ten steht Caroline Wozniacki. Die Dänin kommt langsam wieder in Fahrt, zeigte bei ihrem Halbfinalaus in Miami gegen Sharapova großen Kämpfergeist, als sie trotz großen Rückstands den ersten Satz doch noch gewinnen konnte. Einsatz und Athletik stimmen bei ihr, doch für den ganz großen Wurf fehlt der ehemaligen Nummer eins der Weltrangliste ein Schlag, den man als wirkliche Waffe bezeichnen könnte. Das brach ihr am Ende auch gegen Sharapova das Genick.

4. (3.) Kim Clijsters (BEL, 28 Jahre, Weltrangliste: 41) / Letzte zwei Turniere: Miami (3. Runde/80), Australian Open (1/2-Finale/720), Brisbane (1/2-Finale/120) / Power Ranking-Punkte: 920

Wie Makarova, wie Kvitova musste sich auch Clijsters zuletzt mit immer wieder neuen Verletzungen herumschlagen. Zuletzt war es eine Hüftverletzung, die sie zwischen Melbourne und Miami zur Pause zwang. Durch die Rückkehr in Florida bewahrte sie sich zwar diesmal noch einen Platz in unserem Ranking, doch ob sie den in der nächsten Ausgabe wird behaupten können, dürfte doch mehr als fraglich sein. Zurücktreten wolle sie in absehbarer Zeit zwar nicht, aber gegenüber einem belgischen TV-Sender hatte sie zuletzt befürchtet, dass die Belastungen wohl "doch zuviel für meinen Körper" werden könnten.

3. (5.) Agnieszka Radwanska (POL, 22 Jahre, Weltrangliste: 4) / Letzte drei Turniere: Miami (Siegerin/1000), Indian Wells (1/4-Finale/200), Kuala Lumpur (1/4-Finale/42) / Power Ranking-Punkte: 1242

Zuviel waren wohl auch die letzten Wochen für Agnieszka Radwanska, die sich mit Rückenproblemen vom derzeit in Charleston stattfindenden WTA-Turnier abmelden musste. Aber die Pause hat sie sich auch redlich verdient. Denn mit einem Viertelfinale in Indian Wells und dem Turniersieg in Miami blickt sie auf erfolgreiche Wochen zurück. Ein Erfolg, den ihr Vater und Trainer nicht mitbekam. Sein Flugticket hatte er schon im Voraus gebucht gehabt und wollte es wegen des Finaleinzugs nicht stornieren. Schließlich hatte er größtes Vertrauen in die Tochter:"Du spielst so gut, du weißt genau, was du zu tun hast." Recht hatte er. Schlagen kann seine Tochter ohnehin nur eine: Azarenka, gegen die Radwanska alle ihre bisherigen vier Saisonniederlagen kassierte.

2. (2.) Maria Sharapova (RUS, 24 Jahre, Weltrangliste: 2) / Letzte zwei Turniere: Miami (Finale/700), Indian Wells (Finale/560), Paris (1/4-Finale/72) / Power Ranking-Punkte: 1332

Seine Tochter unbeaufsichtigt lassen, das würde Vater Sharapova sicher niemals einfallen. Maria spielt derzeit starkes Tennis, erreichte zweimal in Folge das Endspiel, verlor aber beide dieser Finals. Zunächst gegen Azarenka, dann gegen Radwanska. Finalallergie? Nein. "Ich habe ein paar Fehler zuviel eingestreut und meine Breakchancen nicht genutzt", stöhnte Sharapova ausnahmsweise einmal außerhalb von Ballwechseln hinterher laut thestar.com. Da steht dann wohl in den nächsten Wochen ein bisschen Mentaltraining auf dem Programm.

1. (2.) Victoria Azarenka (BLR, 22 Jahre, Weltrangliste: 1) / Letzte drei Turniere: Miami (1/4-Finale/250), Indian Wells (Siegerin/800), Doha (Siegerin/540) / Power Ranking-Punkte: 1590

Irgendwann musst die Siegesserie von Victoria Azarenka ja mal reißen. Es hatte schon im Achtelfinale von Miami stark danach ausgesehen. Domika Cibulkova hatte schon 6:1, 4:1 geführt, als Azarenka doch noch zurückkam, den zweiten Durchgang im Tiebreak gewann und im dritten mit 7:5 die Oberhand behielt. Erst gegen Bartoli war nach 26 Siegen und vier Turniererfolgen in Folge dann Schluss. Azarenka wird es verkraften können und vor allem angesichts der anstehenden nächsten Höhepunkte die Pause sicherlich gut gebrauchen können.

Malte Asmus

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