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Tiger Woods: Ryder-Cup-Fluch und Pornobilder

Tiger Woods ist der beste Golfer der Welt. Nur beim Ryder Cup lassen ihn seine Nerven regelmäßig im Stich. Vor dem ersten Abschlag beim Kontinentalvergleich USA - Europa stören jetzt auch noch gefälschte Pornobilder "Tigers" Konzentration.

Von Klaus Bellstedt

Ryder Cup: Ein Begriff, der bei jedem Sportfan Gänsehaut auslöst. Alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindend, treten dabei in zwei Mannschaften die besten Golfer Europas und der USA gegeneinander an. "Der Druck, der auf den Spielern lastet, ist ungeheuer. Man spielt nicht nur für sich.

Man spielt für seinen Kapitän, für sein Land, ja sogar für einen ganzen Kontinent", sagt Routinier Ian Woosnam, der achtmal als Aktiver für die "Euros" Ryder Cup spielte. Von Freitag bis Sonntag führt der Waliser die Europa-Auswahl als Titelverteidiger im K-Club in Straffan bei Dublin nun in das Prestigeduell gegen das Zwölferteam der Vereinigten Staaten. Woosnam hat das nicht unwichtige Amt des Kapitäns vom Deutschen Bernhard Langer übernommen, der mit seinem Team den Amis vor zwei Jahren in Oakland Hills eine empfindliche Heimniederlage beibrachte.

Teamunfähiger Golf-Egomane

Ginge es allein nach den Erfolgen bei Major-Turnieren müsste die US-Truppe beim Auswärtsspiel in Irland haushoch gewinnen. Doch das galt zuletzt fast immer, dennoch siegte Europa bei den letzten fünf Ryder-Cup-Austragungen vier Mal. Angeführt wird die US-Auswahl vom unumstrittenen Superstar der Szene, Tiger Woods. Und damit fängt das Problem für den amerikanischen Kapitän Tom Lehmann auch schon an.

Ausgerechnet der beste Golfspieler der Welt trägt eine erschreckende Ryder-Cup-Bilanz mit sich in der Schlägertasche herum. Ryder Cup und Tiger Woods, das passt irgendwie nicht zusammen. Auch deshalb, weil der Golf-Egomane nicht teamfähig ist. Woods ist ein Einzelgänger, der in keine Schablone passt, der sich auf dem Golfplatz nicht unterordnen kann und nur seine eigenen Interessen verfolgt. Seine Art hat ihm kaum Freunde im Golfsport eingebracht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich jeder im US-Team schwer tut, mit dem "Tiger" zu spielen. Für einen Mannschaftswettbewerb wie den Ryder Cup denkbar schlechte Voraussetzungen.

Verpatzte Generalprobe und gefakte Pornobilder

Auch in diesem Jahr spricht wenig dafür, dass sich der Musterprofi von seinem Ryder-Cup- Komplex befreien kann. Nach fünf Turniersiegen in Serie scheiterte Tiger Woods am vergangenen Wochenende bei der Matchplay-WM im englischen Wentworth überraschend schon in der 1. Runde und blieb gegen seinen Landsmann Shaun Micheel völlig chancenlos. Die Lochspiel-Weltmeisterschaft gilt als ideale Generalprobe für den Ryder Cup.

Und dann auch noch das: Zwei Tage vor dem ersten Abschlag im K-Club störte eine delikate Affäre die Konzentration des Superstars. Woods sah sich vor dem Auftakt des Ryder Cups mit (gefälschten) Nacktfotos seiner schwedischen Frau Elin konfrontiert. Das irische Magazin "Dubliner" hatte die saftigen Bilder veröffentlicht und behauptet die stammten von Pornoseiten. "Meine Frau war Model und hat Bikini-Fotos gemacht. Sie aber in Zusammenhang mit Pornoseiten zu bringen, ist inakzeptabel", erboste sich "Tiger".

Eine ideale Vorbereitung auf die "Golf-Schlacht zwischen den Kontinenten" sieht wahrlich anders aus. Wobei natürlich auch dieser Ryder Cup erst noch gespielt werden muss. Dennoch wäre ein erneuter Titelgewinn Europas alles andere als eine Sensation. Es sei denn Tiger Woods, die amerikanische Galionsfigur, überwindet vielleicht doch noch seinen ganz persönlichen Fluch.

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