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Tour de France: Wilde Attacke von Popowitsch

Ein Russe verdarb den Franzosen ihren Nationalfeiertag. Jaroslaw Popowitsch gewann als einer der Ausreißer die Etappe und schob sich einen Platz vor den Deutschen Markus Fothen. Immerhin, das Weiße Trikot konnte er verteidigen.

Die Tour de France hat mit einer Gewohnheit gebrochen: Die Gastgeber gingen am französischen Nationalfeiertag leer aus - Jaroslaw Popowitsch aus der Ukraine verdarb den Franzosen die Fete am 14. Juli. Die 12. Tour-Etappe war bei tropischen Temperaturen jenseits der 35 Grad geprägt von vielen wilden Attacken. Eine Ausreißergruppe in ungewöhnlicher Zusammensetzung hatte nach 211,5 Kilometern am Freitag in Carcassonne Erfolg. Der Ukrainer vom Discovery Channel-Team, das am Vortag auf der "Königsetappe" in den Pyrenäen so viel Federn lassen musste, siegte im Alleingang 27 Sekunden vor Alessandro Ballan aus Italien.

An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen: Der Amerikaner Floyd Landis führt weiter mit acht Sekunden vor dem Franzosen Cyril Dessel und 1:01 Minuten vor seinem wahrscheinlich im Hinblick auf das Schlussklassement in Paris härtesten Widersacher Denis Mentschow. Der dreifache Weltmeister Oscar Freire aus Spanien hat seinen möglichen dritten Etappensieg "verzockt", als er Popowitsch bei seiner finalen Attacke drei Kilometer vor dem Ziel nicht nachfuhr. Vier Ausreißer machten den Tagessieg unter sich aus, der Franzose Christophe le Mevel wurde Vierter.

Fothen verliert einen Platz

T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden, den am Donnerstag auf den letzten Berg-Kilometern Krämpfe in den Beinen geplagt und für seinen Rückstand gesorgt hatten, bleibt Sechster mit 2:29 Minuten Rückstand. Tour-Debütant Markus Fothen (Gerolsteiner/+4:17) im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers musste mit Popowitsch den Platz tauschen und ist jetzt Elfter. Die Topfahrer in der Tour ohne große Namen hielten sich am Freitag zurück und sammelten Kraft für die längste Etappe am Samstag über 230 Kilometer von Béziers nach Montélimar.

Fothen hatte sich seine bisherige Tour-Vorstellung "so erhofft", aber nicht unbedingt erwartet. "Ich bin bisher absolut zufrieden. Sicher werden noch einige schwere Prüfungen kommen, aber mit meinem Auftritt in den Pyrenäen bin ich meinem großen Ziel - Weiß in Paris - sicher einen großen Schritt näher gekommen. Im ersten Zeitfahren lief es bei mir auch super, so dass ich auch dem letzten am vorletzten Tourtag zuversichtlich entgegenblicke. Und vor den Alpen habe ich auch keine Angst", sagte der gelernte Landwirt aus Kaarst.

Mit dem zweifachen Gewinner des Giro d’Italia, Paolo Savoldelli aus dem Discovery-Team, schied am Freitag ein weiterer bekannter Fahrer aus. Der Italiener war vor Tagen gestürzt.

Andreas Zellmer/DPA / DPA

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