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Wind Games 2017: Die 14-jährige Kyra holt zweimal Gold und "alles für Opa"

Akrobatik im Windkanal, das sind zwei Herausforderungen auf einmal. Für Kyra Poh aus Singapur kein Problem, wie sie in Spanien bewies. Die 14-Jährige holte zweimal Gold – und verschlug mit ihren Auftritten allen den Atem.

Kyra Poh im Windkanal

So akkurat und schnell wie keine: Kyra Poh holte bei The Wind Games in Spanien zwei Mal Gold: im Solo Freestyle sowie in der Kategorie Solo Speed, wo sie den Titel als World's Fastest Flyer übernahm

Die meisten von uns würden sich schon schwertun, wenn sie über einen gewissen Zeitraum kopfüber hängen müssten. Oder einfach nur so einen Spagat hinlegen sollten. Manche kriegen ja schon bei einem Purzelbaum die Krise. Aber in solchen Kategorien denkt Kyra Poh erst gar nicht. Die 14-Jährige trainiert seit sie neun Jahre alt ist – und zwar im Windkanal.

Für ihren Heimatverein iFly Singapore war Kyra Poh am vergangenen Wochenende in Spanien bei den Wind Games 2017 und holte dort zwei Goldmedaillen. Sie trat gegen zehn Konkurrenten an, um die Kategorie Solo Freestyle für sich zu entscheiden – mit einer Choreografie, die sie mithilfe ihrer Mutter selbst zusammengestellt hatte. Zu dem Song "Run Boy Run" des französischen Musikers Woodkid gleitet sie so schwerelos wie kraftvoll durch den Windkanal, dass man meinen könnte, es sei kinderleicht: synchron zur Musik, ästhetisch und atemraubend.


"Normalerweise ist mein Stil eher feminin, mit einer Menge Flips und Spins, aber ich mische das auch gern mit kräftigen und technischen Bewegungen", erklärte Poh "Mashable". "Im Freestyle kommt es nur darauf an, wie man aussieht und wie anmutig man sich bewegt."

Alles für Opa

"Wenn Kyra Poh Flügel hätte, wäre ihr Großvater sprichwörtlich der Wind darunter", beginnt die "Straits Times" ihr Porträt über das talentierte Mädchen. An den 70-jährigen Sunny Teo habe sie in Spanien bei jedem einzelnen Wettkampf gedacht, zu dem sie angetreten sei. Eigentlich hätte ihr Opa sie nach Spanien begleiten sollen, seine Flugtickets waren bereits gebucht, doch dann konnte er die Reise nach Girona nicht antreten – Mitte Januar erhielt er die Diagnose über Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs im vierten Stadium.

Also verfolgte Kyras Opa ihre Wettkämpfe via Internet. "Ich wollte nur für ihn fliegen und ihn stolz machen", sagte die Enkelin der "Strait Times", "weil er wollte, dass ich antrete und sehen sollte, dass ich mein Bestes gebe." Knapp 200 Skydiver aus 18 Ländern maßen sich in acht Kategorien. 

Kyra hat bereits einige Medaillen geholt, etwa den Titel der Australian Freestyle Open im August oder Gold bei der Weltmeisterschaft in Indoor Skydiving. Doch ihrer Familie geht es um mehr, ihre Mutter Carolyn sagt: "Uns geht es nicht darum, ob sie eine brillante Fliegerin ist oder nicht, sondern vielmehr darum, dass sie ein nettes Mädchen ist und Menschen inspiriert, die ihr zuschauen. Das ist wichtiger." Beim Opa hat das funktioniert, denn so wie sie an ihn dachte, hat auch er mitgefiebert. Kyra sagt, über Facetime habe er ihr mitgeteilt, dass ihr zuzuschauen "zwei schlaflose Nächte wert war".

bal
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