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Letzter Flug aus Miami: Air-Berlin-Pilot nach spektakulärem Manöver vom Dienst suspendiert

Die letzte Maschine der insolventen Air Berlin aus den USA nach Düsseldorf flog einen besonderen Kurs: Kurz vor der Landung startete der Pilot durch und bog nach links ab. Nun wurde er vom Dienst suspendiert.

Am 16. Oktober flog die letzte Maschine der insolventen Fluggesellschaft von Miami nach Düsseldorf. Der Flug 7001 verlief wie jeder andere - bis der Pilot kurz vor der Landung noch mal durchstartete und eine Linkskurve über dem drittgrößten deutschen Airport drehte. Das Flugmanöver der letzten Air-Berlin-Maschine aus den USA wurde vom Tower des Flughafens heraus gefilmt und sorgte für Aufsehen.

Nun ist der Pilot vom Dienst suspendiert worden. Die Besatzung sei derzeit nicht im Flugdienst, teilte Air Berlin am Mittwoch mit. Dies sei ein "normaler Prozess" bei der Untersuchung derartiger Vorfälle. 

Pilot: "Wir wollten ein Zeichen setzen"

Gegenüber dem Politmagazin "Frontal 21" erklärte sich der Pilot der Air-Berlin-Maschine: "Wir wollten ein Zeichen setzen, einen würdigen und emotionalen Abschluss."

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hatte am 15. August Insolvenz angemeldet. Am Donnerstag soll die Frist für exklusive Verhandlungen mit der Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet enden, beide hatten Interesse am Kauf von Teilen des Unternehmens angemeldet. Wie viele Mitarbeiter bei einer Übernahme neu eingestellt werden würden, ist offen.

Luftfahrt-Bundesamt untersucht Manöver von Air-Berlin-Maschine

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) untersuche den Vorfall, sagte ein Sprecher von Air Berlin am Dienstag. Ob dem Piloten eine Strafe für sein droht, müsse noch geklärt werden. "Es ist noch zu früh, um über mögliche Sanktionen zu spekulieren."

Nach Angaben des Sprechers handelte es sich "um ein Durchstartmanöver in vorgeschriebener Höhe in Absprache mit dem Fluglotsen". Der Grund werde nun geklärt. Der Deutschen Flugsicherung zufolge habe der Pilot vor dem Landeanflug im Falle eines Durchstartmanövers die Richtung angefragt. Die Lotsen hätten daraufhin die Linkskurve freigegeben. In welcher Höhe der Pilot schließlich abdrehe, liege in seiner eigenen Verantwortung. 

Der Sprecher der Pilotengewerkschaft Cockpit erzählte der "Bild"-Zeitung: "Ich habe noch nie gehört, dass ein Pilot durchstartet, um sich zu verabschieden. Das ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Aber auch deshalb, weil die ganze Situation mit Air Berlin unüblich ist: Es kommt nicht so oft vor, dass eine Airline komplett dichtmacht.“

ivi

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