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"Die Boss" Frau von der Leyen, wo sind die Brüche in Ihrem Leben?

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
© Etienne Ansotte / EU
Die Präsidentin der EU-Kommission erzählt im Podcast "Die Boss" von ihren Problemen beim Berufseinstieg, von den Widerständen, als sie die Kommissar-Posten paritätisch besetzte – und warum sie sich im stern-Projekt als "Quotenfrau" bezeichnet

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Sie hatte Kommissar-Posten zu vergeben und sich vorgenommen, gleichberechtigt Frauen und Männer zum Zug kommen zu lassen. "Das war extrem schwierig, ist auf enormen Widerstand gestoßen", sagt Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission in einer Sonderfolge des stern-Podcasts "Die Boss". Zwei Vorschläge sollte ihr jedes Mitgliedsland schicken: einen Mann und eine Frau. "Eines hat mir drei Männer geschickt, ein anderes zwei Frauen. Da waren amüsante Varianten dabei." Von den 27 EU-Kommissionsmitgliedern sind nun 13 weiblich und 14 männlich, damit ist die Kommission erstmals beinahe paritätisch besetzt. "Es ist verblüffend, wie anders die Diskussionskultur ist als in den vielen politischen Kabinetten, die ich vorher erlebt habe und wo ich immer in der Minderheit gesessen habe", sagt von der Leyen. "Damit will ich nicht sagen, dass Frauen besser sind als Männer. Sie sind nur anders. Sie haben einen anderen Blick auf die Welt." 

Ursula von der Leyen (CDU) ist studierte Medizinerin, war Bundesfamilien-, Arbeits- und Verteidigungsministerin, bevor sie 2019 überraschend und als erste Frau zur EU-Kommissionspräsidentin berufen wurde. Ein steiler Aufstieg in der Politik, ein auch dank fließendem Englisch makelloser Auftritt, sieben Kinder: Von außen betrachtet erscheint sie vielen als zu perfekt. Auch darüber spricht Podcast-Gastgeberin Simone Menne mit ihr. Man sehe ja nur ihren Status Quo, sagt von der Leyen. "Die ganzen Irrungen und Wirrungen vorher sind nicht so sichtbar." Sie habe zum Beispiel erst Archäologie und Forstwissenschaft studiert und sei "krachend gescheitert", sagt sie. "Es ging also gleich mal mit einer Niederlage los." Der zweite Stolperstein sei gekommen, als sie als frisch approbierte junge Ärztin schwanger wurde. "Die Reaktion im Krankenhaus war: tiefe Enttäuschung. Das konnte ich mit Händen spüren. So nach dem Motto: 'Das war's dann. Wir hatten eigentlich so viel vor mit Dir. Jetzt bist Du für die Wissenschaft nicht mehr geeignet, für die Uniklinik auch nicht so richtig.' Das war das Erste, was ich erlebte."

"Ich bin eine Quotenfrau" – das stern-Projekt

Ursula von der Leyen ist zu Gast in einer Sonderfolge des stern-Podcasts "Die Boss", die gemeinsam mit einem mulitmedialen Themenpaket des stern zum Thema Frauenquote erscheint. Unter dem Titel "Ich bin eine Quotenfrau" solidarisieren sich 40 erfolgreiche Frauen aus allen Gesellschaftsbereichen. Sie sprechen sich für Frauenquoten aus und wollen, dass der Begriff "Quotenfrau" sein Stigma verliert.

Auch von der Leyen ist dabei. Sie gilt seit langem als Befürworterin von Frauenquoten und zeigt sich überzeugt, dass gemischte Teams erfolgreicher arbeiten. Diversität könne für europäische Unternehmen auch ein Wettbewerbsvorteil sein, um die besten Talente anziehen zu können, sagt sie. "Junge Menschen gehen nicht in Unternehmen, die angestaubt wirken." Monokulturen hätten außerdem teilweise extreme Konsequenzen, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung: Algorithmen würden fast nur von Männern geschrieben. "Wo sind die Frauen? Wo ist der andere Blick?", fragt von der Leyen und nennt als Beispiel, dass Systeme zur Gesichtserkennung vor allem über kaukasische, männliche Gesichter trainiert worden seien, deswegen eine hohe Fehlerquote bei Menschen anderer Herkünfte aufwiesen. 

In "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (unter anderem BMW, Deutsche Post DHL, Henkel) trifft Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karriere zu reden. "Die Boss" erscheint vierzehntäglich immer mittwochs auf stern.de und dem Youtube-Kanal des stern sowie auf Audio Now und allen gängigen Podcast-Plattformen.     


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