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Interview

Erfinder aus "Die Höhle der Löwen": Wie Herr Bilz die Abfluss-Fee erfand - und ein Dutzend andere Dinge

Sanitärmeister Karl-Heinz Bilz legt mit seiner Abfluss-Fee in der Höhle der Löwen einen bemerkenswerten Auftritt hin. Der 60-jährige Erfinder hat rund ein Dutzend Patente angemeldet - bald will er auch noch den Fischer-Dübel alt aussehen lassen.

Abfluss-Fee

Karl-Heinz Bilz stellt in "Die Höhle der Löwen" seine Abfluss-Fee vor

Herr Bilz, Sie haben einen Abfluss-Stopfen mit dem schönen Namen Abfluss-Fee entwickelt. Was kann die Fee zauberhaftes?

Bei herkömmlichen Stopfen verkleben Fette wie Rasierschaum, Seifenreste oder Kosmetika den Abfluss. Haare bleiben hängen und führen zu Verstopfung. Wenn man nicht regelmäßig reinigt, bildet sich im Siphon Schlamm und Schimmel. All das verhindert die Abfluss-Fee.

Wie das?

Der enthaltene Duftstein löst sich nach und nach ab und baut die Fette im Abflussrohr ab. Haare haben keine Chance mehr, hängen zu bleiben und werden weggespült. Der Duftstein riecht angenehm und der Designkopf des Stopfens sieht auch noch gut aus. Die Abfluss-Fee ist fürs Waschbecken geeignet, weitere Produkte sind aber schon in Arbeit.

Sie haben einen Toilettenstein fürs Waschbecken erfunden?

Nein, Toilettensteine bauen Kalk und ähnliches mit aggressiven Mitteln ab. Mein Produkt schädigt die Umwelt nicht. Ein Reinigungsstein hält etwa zwei bis drei Monate und ist zu 98 Prozent biologisch abbaubar. 

Die Höhle der Löwen: Die Abflussfee: Ein Duftstein gegen Haare und Schimmel im Waschbecken
Abfluss-Fee

Die Abfluss-Fee: Mit dem neuartigen Abfluss-Stopfen mischt Sanitär-Installateur und Erfinder Karl-Heinz Bilz die Höhle der Löwen auf.

Die Abfluss-Fee ist nicht Ihre erste Erfindung. Das Tüfteln liegt Ihnen im Blut.

Ich bin seit 20 Jahren Mitglied im Deutschen Erfinderverband und betreue dort auch ehrenamtlich junge Erfinder. Ich selbst habe elf Patente angemeldet, fünf davon lasse ich bereits als Lizenzprodukte herstellen. Mit meinem Prüffix kann man prüfen, ob zwei Rohre dicht verbunden sind, auch eine Dichtmanschette und ein Rohrschneider von mir sind bereits am Markt.

Sie erinnern ein bisschen an Artur Fischer, der mit seinem Fischer-Dübel und vielen anderen praktischen Erfindungen berühmt wurde.

Wo Sie's ansprechen: Ich habe gerade einen Dübel entwickelt, der besser ist als der Fischer-Dübel - der wird im nächsten Jahr von einer Dresdner Firma herausgebracht. Ein Endlosdübel, den man auf Rolle packen und in beliebigen Größen abschneiden kann. In meiner Schublade liegen noch jede Menge vorbereitete Patente, die ich nicht alle anmelden kann, weil ich gar nicht so viel Zeit und Geld hab. Ich habe so schon viel investiert und die Kinder mussten sicher mal hier und da auf einen Urlaub verzichten, damit Papa seine Innovationen durchziehen kann.

Normalerweise stehen in der "Höhle der Löwen" die erfahrenen Löwen den Frischlingen mit ihren Ideen gegenüber. In diesem Fall war's fast umgekehrt.

Deshalb hab ich mit einem Augenzwinkern auch alle Löwen rausgeschmissen, die von meiner Arbeit nicht überzeugt waren. Ich hab den Löwen gesagt: "Mein Produkt ist fertig und kommt auf den Markt - mit oder ohne Sie. Ich brauche aber Unterstützung, um ne Million davon zu verkaufen." Herr Dümmel hat mir dann ein Angebot gemacht und wir haben uns umarmt.

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Bisher sind Sie mit Ihren Erfindungen nicht reich geworden. Ändert sich das jetzt?

Das Geld ist zweitrangig. Zufriedenheit ist das, was reich macht. Ich bin stolz, auf das, was ich bisher gemacht habe. Ich hab fünf Kinder, ich hab ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt. Ich hab einen Beruf gelernt und einen Meisterbetrieb gegründet. Meine Erfindungen kennt man noch in 100 Jahren, die Patentschriften werden im Museum stehen.

Abfl

Was denken Sie, wie viele Abfluss-Feen Sie jetzt verkaufen?

Von dem Produkt verkaufen wir bestimmt zwei Millionen Stück. Für mich ist vor allem wichtig, dass die Erfindung überhaupt auf den Markt kommt. Das verschafft mir Genugtuung.

Ich bin sehr stolz, so viele Patente zu haben, denn das bedeutet, dass niemand anderes auf der Welt das schon vor mir erfunden hat. Ich bin zwar nur ein Meister und kein Doktor. Aber jede zweite Doktorarbeit ist doch irgendwo abgeschrieben, ich habe nirgendwo abgeschrieben, ich habe alles selbst erfunden.

Wenn sich die Abfluss-Fee durchsetzt, schaden sie damit nicht dem Geschäft Ihrer Berufs-Kollegen, die keine verstopften Rohre mehr zu reinigen haben?

Nein, die Sanitärinstallateure freuen sich doch, wenn die Rohre nicht mehr so eklig verstopfen. Meinen sie nicht, dass die sich auch ekeln, wenn das alles versifft ist? Das ist eine ekelerregende Arbeit. Installateure sind auch Menschen mit Gefühlen und Geruchssinn.