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"Die Höhle der Löwen" "Ich ziehe Ihnen die Hosen aus. Und zwar komplett."


In der "Höhle der Löwen" stellten sich gestern viele spannende Start-ups vor, von lebensrettenden Halskrausen bis zu Wachmacher-Kakao. Im Endeffekt war die Folge aber eher eine große Jochen-Schweizer-Show. Ein Rückblick in elf Zitaten.

Faltbare Hängematten, kühlende Halskrausen für den Notfall und aufputschende Trinkschokolade: In der neunten Folge von "Die Höhle der Löwen" auf Vox stellten die Kandidaten mehr oder weniger brauchbare, dafür aber spannende Produkte vor. Während Jochen Schweizer die große Show normalerweise den anderen Investoren in der Löwen-Jury überlässt, gab er in den gestern ausgestrahlten Pitches die Rampensau.

Als erstes traten die Gründer von Slashpipe auf. Sie haben ein mit Flüssigkeit gefülltes Rohr entwickelt, mit dem man effektiver trainieren soll. Sport ist natürlich Schweizers Thema, da muss man ihm nichts vormachen.

"Wenn ich Fitnessstudiobetreiber bin und Ihnen die Dinger abkaufe, dann ziehe ich Ihnen die Hosen aus. Und zwar komplett, bevor Sie auch nur eine Röhre in mein Fitnessstudio reinkriegen."

Auch das Argument, man sei schon in Verhandlungen mit großen Studios, zog bei ihm nicht.

"Witzig, dass Sie das sagen. Ich kenne praktisch alle Hauptgeschäftsführer der großen Studioketten in Deutschland."

Kann man ja mal erwähnen.

Weiter ging's mit MedCooling. Der Gründer ist Mediziner und hat eine kühlende Halskrause entwickelt, mit der man angeblich jedem sechsten Herzstillstandspatienten das Leben retten könnte. Anlass genug für Schweizer, noch vor dem Pitch seine eigenen Erfahrungen auszupacken.

"Kühlsysteme kenne ich aus meinen OPs".

Da guckt Lencke Steiner skeptisch. "Aus deinen OPs? Hast du so viele Verletzungen?"

"Ja klar. Lencke, du kennst meinen Körper nicht. Der hat viele Narben."

Und auch während des Auftritts der Gründer kann er nicht darauf verzichten, die OP-Sache noch mal zu erwähnen. Steiner hebt diesmal nur die Augenbrauen.

"Mit Kühlung kenne ich mich ein bisschen aus, weil ich habe schon so manchen Unfall überstanden. Es ist nach einer OP sehr angenehmen, wenn man dann Kühlung bekommt."

Einsteigen wollte am Ende trotzdem keiner der Löwen. 

Ähnlich erging es der Gründerin von "Sunbonoo", einem Erlebnisportal auf Mallorca. Erlebnisportal? Da schellten bei Schweizer die Alarmglocken, schließlich macht auch er damit sein Geld. Statt einem "Dankeschön" antwortete er der Gründerin deshalb gleich zu Anfangs sarkastisch, als sie Gutscheine an die Jury verteilte.

"Oh, du schenkst mir ein Erlebnis."

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer auf der Insel. Dass sie erfolgreich werden können, wollte Schweizer ihnen aber nicht glauben, und rechnete das Geschäftsmodell kaputt:

"Eigentlich müssten Sie pleite sein."

Einen sympathischen Auftritt legten die Jungs von koawach hin. In ihrer WG-Küche haben sie eine vegane, fair produzierte Trinkschokolade entwickelt, die auch noch wach machen soll. Die Löwen waren von der Kostprobe begeistert. Williams, Öger und Thelen wollen gemeinsam einsteigen - allerdings zu schlechteren Konditionen, als die Gründer angeboten hatten. Schweizer ließ es sich nicht nehmen, sie auf das Offensichtliche hinzuweisen:

"Damit sinkt Wert und Produktivität."

Das gefällt Vural Öger gar nicht: "Ja, vielen Dank für die Moderation. Warum machst du kein Angebot, was besser ist?" 

"Hast du mir nicht zugehört?"

 Und als die Gründer das Angebot tatsächlich ablehnten, stieg Schweizer dann doch noch mit ein - mit einer interessanten Begründung, die den anderen Juroren gar nicht schmeckte:

"Ihr habt abgelehnt, das spricht für euch."

Für alle, die es vergessen hatten, ließ Schweizer zum Schluss dann auch noch mal seine Extremsportler-Kompetenzen raushängen. Die Gründer von Hamaka haben eine ultraleichte Hängematte im Kleinstformat entwickelt. Als sie das Material erwähnen, ist Schweizer sofort Feuer und Flamme. "Das ist Fallschirmseide."

"Ah, das F-111-Gewebe, oder?"

Und auch im weiteren Verlauf des Pitches fand das "F-111-Gewebe" noch gefühlte zehn Mal Erwähnung bei Schweizer. In die Wunderhängematte investieren wollte am Ende wenig überraschend keiner der Löwen - eine Hängematte für 129 Euro zu verkaufen, ist dann doch ein zu gewagtes Geschäftsmodell.

amü

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