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Die Höhle der Löwen: Statt lederloser Lederhosen gibt es Currywurst für Feinschmecker

Bei der Höhle der Löwen am Dienstagabend hatten die veganen Lederhosen leider keine Chance. Die Jury macht diese Woche klar: Nicht die innovativsten Ideen überzeugen, sondern die besten Geschäftszahlen.

Von Alica Müller

Die drei Grüner von "Lustblume", drei junge Studenten, stehen vor einem Regal mit Sexspielzeug im Fernsehstudio.

Auch die Gründer von "Lustblume" gingen in der Sendung leer aus. Sie bieten eine Onlineberatung für Sexspielzeuge an. Besonders Vural Öger war davon nicht angetan: "Es stimmt mich traurig, dass jemand solche Apparate braucht."

Sportliches Speeddating und lederlose Lederhosen, Kaufberatung für Sextoys und Onlinebanking: Die Start-ups in der gestrigen "Die Höhle der Löwen"-Sendung auf Vox waren schwankend interessant. Wirklich heraus stach keines der Unternehmen. Dafür konnte man als Zuschauer aber wieder gut beobachten, wonach die Juroren ihre Investments wirklich auswählen: Nicht unbedingt nach den innovativsten Ideen, sondern nach den besten Zahlen.

Jochen Schweizer schlägt zu

Und so schien "Lendstar" aus München zunächst einen Auftritt in Rekordzeit hinzulegen. Die Gründer hatten eine App im Gepäck, mit der Freunde einfach und schnell Geld teilen, leihen und senden können - so praktisch wie langweilig. Juror Öger sah schon vor Beginn des Pitchs so aus, als würde er gleich einschlafen. Er ist eben "in einer analogen Welt ausgewachsen" und war deshalb genau wie Lencke Steiner und Judith Williams raus, bevor es überhaupt ums Geschäft ging. Frank Thelen war begeistert, ist allerdings wie bei gefühlt jeder zweiten App schon mit einem Konkurrenten im Geschäft. Große Enttäuschung auf Seiten der sympathischen Gründer, wäre da nicht Jochen Schweizer. Der witterte den Vorteil, das Bezahlsystem im eigenen Unternehmen anzupassen, und stieg ein.

Williams und Öger krallten sich Gourmetfix

Dass den "Löwen" etabliertere Unternehmen lieber sind als echte Start-ups, zeigten nicht nur Vural Ögers ständiges Fragen nach dem Gewinn, sondern auch die Verhandlungen mit "Gourmetfix". Der Gründer Michael Liebl verkauft gesunde Würzmischungen in Pads, außerdem Fertiggerichte von Rinderbraten bis Currywurst. Sozusagen Curry King für Feinschmecker. Der Geschmackstest überzeugte allerdings keinen der Löwen, so "Gourmet" scheinen die Produkte nicht zu sein. Dafür beliefert das Unternehmen Walmart in den USA, Edeka in Deutschland und Aldi in Österreich – das schmeckt den Löwen schon besser. Nicht nur Jochen Schweizer stellt sich die Frage: "Wieso suchen Sie hier noch ein Investment?" So richtig kann Liebl das auch nicht beantworten. Judith Williams und Vural Öger lassen sich die Chance aber nicht entgehen und überzeugen Liebl, ihnen für 250.000 Euro 30 Prozent Unternehmensanteile zu geben.

"DHDL" mit Oktoberfest-Hosen

Passend zum Oktoberfest hätte man eher zwei Österreichern den Zuschlag gegönnt. Die beiden produzieren mit ihrem Unternehmen "wundersam" lederlose Lederhosen. Den Gründer Herbert Bachler hatte es einfach gestört, dass die Kühe, die ganz idyllisch im Einspiel-Film grasen, für seine Hosen herhalten mussten. Vegane Lederhosen – eigentlich eine gute Idee. Die Produkte sahen auf dem Laufsteg leider eher aus wie eine gewagte Mischung aus Oktoberfest und Fitnessstudio und hatten an ungünstigen Stellen abstehende Klappen. Und so gab es für die beiden keinen Zuschlag. Um es mit Lencke Steiners Worten zu sagen: "Das sehe ich eher am Ballermann."