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Startup-Show: "Die Höhle der Löwen": So geht es den Gewinnern von 2014 heute

Es ist wieder soweit: Dienstagabends kämpfen Startup-Gründer in der Show "Die Höhle der Löwen" um einen Zuschuss für ihr Unternehmen. Doch wie erfolgreich sind die Gewinner der letzten Staffel?

Ein Teil der "Die Höhle der Löwen"-Jury unterhält sich lachend

 Ein Teil der "Löwen"-Jury: Vural Öger, Judith Williams und Jochen Schweizer diskutieren über die Ideen der Startup-Gründer.

Startup-Gründer versuchen auf Vox wieder, ihre Idee in der „Höhle des Löwen“  zu verkaufen - heute Abend unter anderem ein Intimaftershave und eine fahrbare Badeinsel. Überzeugen müssen sie die Jury, bestehend aus den Unternehmern Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Wischhusen und Jochen Schweizer – die "Löwen". Klappt das, winken Investitionen, mit denen die Unternehmen ihr Geschäft weiterentwickeln können.  Doch sind die vorgestellten Konzepte wirklich erfolgsversprechend? Was ist aus den Gewinnern der ersten Staffel, die 2014 ausgestrahlt wurde, geworden?  

Das Technologiemagazin "t3n" hat bei den alten Gewinner-Startups nachgefragt, wie das Geschäft läuft – mit gemischten Ergebnissen. Für manche lohnte sich die Zusammenarbeit mit den Löwen, andere dagegen sind nach der Show in Konkurrenzdruck geraten oder haben mittlerweile gar keinen Kontakt mehr zu den Investoren aus der Sendung.

Kein Kontakt mehr zu den Löwen

So versprachen die Löwen den beiden Gründern von "Vepura", die indische Tiefkühlgerichte herstellen, zwar jeweils 40.000 Euro.

Der Deal platzte aber schon bei den Vertragsverhandlungen. "Die Verträge beinhalteten einige Bedingungen, die wir nicht hätten erfüllen können, ohne unser Ziel zum Aufbau eines Familienunternehmens aufgeben zu müssen", sagten die Gründer dem Magazin. Weitergekommen sind sie mit ihrem Unternehmen bislang aber auch ohne Investoren: Die tiefgekühlten Traditionsgerichte gibt es inzwischen in einigen Kaufhof- und Edeka-Filialen.

Auch für die Gründer von "Twinkle Kid" lief es anders als geplant. Sie hatten die Löwen mit der charmanten Idee, Kinder mit leuchtenden Bommelmützen auf dem Schulweg zu schützen, überzeugt. Statt auf eine Beteiligung einigten sie sich aber nur auf einen Kredit, außerdem stieg die Erfinderin "aus gesundheitlichen Gründen" aus dem Unternehmen aus. Inzwischen probieren die Gründer es damit, leuchtende Kleidung auch für Erwachsene anzubieten.

Einzug ins Schweizer-Büro

Andere Startups dagegen setzen immer noch voll auf die Kooperation mit ihren Investoren aus der Show. So ist der Anbieter für Abenteuerurlaube, "HipTrips", mittlerweile in die Jochen-Schweizer-Gruppe integriert und sitzt sogar im selben Gebäude. Mitgründer Georg Schiffmann erklärte der Website, das Unternehmen habe zwar bisher noch keine Gewinne erwirtschaftet, erwarte 2015 aber einen profitablen Jahresabschluss.

Auch die Gründer von "MusicWorks" wollen ihre Kooperation mit Schweizer noch ausweiten. Seit der Sendung haben sie nach eigenen Angaben rund 100 Bandworkshops für Mitarbeiter an Unternehmen vermittelt.

Startup kreiert persönliche Lovesongs

Ganz gut läuft es scheinbar auch für "MyLoveSong". Die Macher sagen, dass sie rund 500 persönliche Liebeslieder pro Monat online verkaufen – und dass sie damit momentan keinen weiteren Kapitalbedarf haben. Um rund 300 Prozent habe sich der Umsatz laut den Gründern nach der Sendung gesteigert. Mit "ihrem" Löwen Schweizer haben die Lovesongwriter allerdings keinen Kontakt mehr.

Ein weiteres erfolgreiches Startup kann man aktuell sogar wieder im Fernsehen sehen: "Meine Spielzeugkiste" bietet Kinderspielzeug-Abos an und hat mittlerweile 3000 Kunden. Aus acht Mitarbeitern wurden 25 und vor einigen Wochen schaltete das Unternehmen seinen ersten Werbespot.

Konkurrenzdruck und Unterlassungsklage

Die Teilnahme an der Show verspricht den Gewinnern nicht nur das Geld und die Unterstützung der Investoren, sondern auch Bekanntheit. Dass das nicht nur positive Folgen hat mussten vor allem zwei Gründerteams erfahren. Der leise Laubbläser von "Calmdura" hat laut den Unternehmern inzwischen Konkurrenz bekommen. Trotzdem konnte das immer noch kleine Team aus zwei Mitarbeitern sein Ziel, mit dem Löwen-Geld ins Ausland zu expandieren, zumindest ein bisschen vorantreiben: "Calmdura" verkauft inzwischen auch in den Niederlanden und der Schweiz,  weitere europäische Länder sollen folgen.

Auf die Macher von "Le Petit Raisin" wartete nach der Show Ärger. Ein Weinhändler warf ihnen vor, sie hätten sein Konzept, Wein in kleinen Fläschchen zum Mitnehmen zu verkaufen, nachgeahmt. Die Startup-Gründer zogen vors Düsseldorfer Landgericht und erwirkten eine Unterlassungsklage. Trotz eines guten Absatzes von rund 500.000 Gläsern hänge der Vorfall den Gründern noch nach, sagte Jonathan Goutkin dem Magazin: "Das erschwert uns bei einigen Kunden noch heute den Markteintritt."

Doch selbst aus einer der skurrilsten Ideen ist ein Jahr nach der ersten Staffel etwas geworden: Das Startup "Adamus" hat bisher eine halbe Millionen mobile Toiletten im Taschenformat verkauft. Der Gründer will damit 2015 erstmals einen Jahresüberschuss erzielen – den in der Sendung angekündigten Umsatz hat er aber nicht mal zu einem Drittel erwirtschaftet. Zu den Löwen hat er keinen Kontakt mehr.