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"Die Höhle der Löwen" Schicke Erfindung – aber wieso gibt's die Handtasche mit Kühlfach nicht für Männer?

Investorin Dagmar Wöhrl inspiziert die "BrunchBag" in der Höhle der Löwen
Investorin Dagmar Wöhrl inspiziert die "BrunchBag" in der Höhle der Löwen
© Frank W. Hempel / RTL
Wenn Auberginen wie Fisch schmecken und ein kleiner Knopf die Knochen wieder heile macht, klingelt in der "Höhle der Löwen" die Kasse. Es gab aber auch Produkte, die für Stirnrunzeln sorgten, eine Design-Kühltasche für Frauen etwa: Carsten Maschmeyer: "Wieso gibt es sowas nicht auch für Männer?" 

"Unglaublich, wenn da kein Fisch drin ist", wunderte sich Ralf Dümmel und machte sich mit Hochgenuss über die veganen Salate des norddeutschen Food-Startups Taste like her. Das Gründer-Duo, Mutter und Sohn, sind Nachfahren einer Fischimbissfamilie und haben Fisch aus ihren Feinkost-Kreationen verbannt. Alles super, aber: Kühlkette, das Angstszenario der Löwen seit Staffel 1. Wer würde sich durchsetzen – Dümmels Bauch oder sein Kopf?

Die präsentierten Produkte

  • Brunchbag: Die "Handtasche für Working Mums" verfügt über eine integrierte Kühlfunktion.
  • Enteron: Die Mini-Kläranlage für Yachten und Hausboote setzt auf biologische Zersetzungsprozesse und kommt ganz ohne chemische Zusätze aus.
  • Ople Props: Das Belüftungssystem ist besonders klein und sorgt für frische Luft in Masken und Helmen.
  • Taste like: Die veganen Fischsalat-Alternativen basieren auf eingelegten Auberginen und unterscheiden sich laut Hersteller in Geschmack und Konsistenz kaum von den Originalen.
  • Triggid: Der von Physiotherapeuten entwickelte Knopf lässt sich an Sport- und Physiotapes anbringen und dient der Entspannung von Muskeln. (hier gibt's Triggid im 2er Pack)
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Der veganste Fisch

Mutter und Sohn machten sich schon für den No-Deal-Abgang bereit. Alle Investoren – bis auf Carsten Maschmeyer ("Ich mag diese Ersatzdinger nicht") – hatten die Fischsalat-Alternative von Taste like gelobt. Judith Williams behauptete sogar, die gegarten und in Essigsud eingelegten Auberginen schmeckten ihr besser als Fisch. Aber niemand wollte investieren. Selbst Ralf Dümmel sagte ab. Zu viel Aufwand mit Produktion und Kühlung. Da nahm sich Dagmar Wöhrl ein Herz. "Ihr seid mutig", sagte sie, "warum soll ich nicht auch mal mutig sein?" Auf der Bühne wurden die Augen feucht. Vor allem der Sohn, ein ehemaliger Theologiestudent, ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Die Fischsalat-Dynastie aus Flensburg geht in eine neue Runde, nur diesmal ohne Fisch. 

Green Deal der Woche

Nico Rosberg ist stolzer Besitzer eines Öko-Katamarans. Kein Wunder, dass er der Wunschlöwe der Gründer von Enteron war. Das Familienunternehmen – Vater, zwei Söhne und Tochter – macht mit seinen maritimen Bio-Kläranlagen bereits einen Millionenumsatz. "Warum seid ihr hier?", fragte Dagmar Wöhrl nicht zu Unrecht. "Es kann nicht das Geld sein." Richtig getippt: Das Startup möchte in die USA expandieren. Vor allem die großen Yachthäfen an der Westküste stehen im Fokus. Sofort war Carsten Maschmeyer hellwach und breitete seinen Kontakte in Kalifornien aus. Rosberg hatte auf der Zielgeraden aber die Nase vorn – und machte einen Freudensprung, der mindestens so groß war wie der 2016 beim Gewinn der Weltmeisterschaft.

Getriggert vom "Wundertool"

Nur ein kleiner Nüppel, und die Löwen stellten das ganz große Package zusammen. Zumindest drei von ihnen. Maschmeyer, Dümmel und damit auch der mit ihm verbandelte Kofler wollten unbedingt den Deal mit Triggid. Der therapeutische Knopf soll laut den drei Erfindern wahre Wunder bewirken und Physiotherapie quasi in die eigenen vier Wände verlegen. "Clevere Idee", fand auch Nils Glagau und stieg ins Wettbieten mit ein. Sein Argument: "Unsere Welten passen super zusammen." Das Trigger-Trio entschied sich aber für die Dreier-Löwen. 

Der stern hat sich Triggid, den Triggerknopf etwas genauer angeschaut. Den ausführlichen Testbericht und das Urteil lesen Sie hier.

Applaus und raus

"Genau das habe ich gesucht", sagte Nico Rosberg, und die Gesichtszüge des Gründers von Ople Props hellten sich kurz auf – "aber vor fünf Jahren." Als der ehemalige Formel-1-Pilot also noch im Cockpit saß und bei jedem Rennen vier Liter Wasser ausschwitzte. Die Mini-Belüfter, die unter jeden Helm passen, waren auch für die anderen Löwen kein Investment Case. Zu nischig, zu speziell. Der Erfinder wird es verschmerzen können. Er stattet die Kostüme bei "The Masked Singer" mit seinem System aus. Auch die  Brunchbags erhielten das Prädikat "Nischenprodukt" (Wöhrl"). In den Designtaschen sollen, wie es die Gründerin ausdrückte, "Working Mums" und die "modernen Geschäftsfrauen von heute" ihr Lunch zur Arbeit transportieren. "Das ist die mit Abstand schickste Kühltasche, die je gesehen habe", urteilte Judith Williams anerkennend, sparte aber auch nicht mit Kritik: "Deine Tasche braucht mehr als eine Funktion." Die Erfinderin muss noch einmal nachsitzen.

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