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"Die Höhle der Löwen" GlowGarage: Was taugen die "Fun-Streifen" fürs Fahrrad?

Da kann man nicht meckern. Das Rad leuchtet - wie versprochen.
Da kann man nicht meckern. Das Rad leuchtet - wie versprochen.
© stern
Leuchtende, fluroszierende Fahrradreifen - ein echter Hingucker für Drahtesel-Freunde. Wir haben das Set "GlowGarage" ausprobiert.

Über Sinn und Nutzen von glühenden Fahrrad-Reifen kann man lange streiten. Wegen der Verkehrssicherheit installiert so etwas sicher niemand. Gekauft wird so ein Produkt, weil man es cool findet. Auch die Gründer Markus, 23, Andreas, 27, und Stefan Wanning, 29, hatten den optischen Aspekt - und weniger die Verkehrssicherheit - im Blick, als sie die "GlowGarage" entwickelten, die in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" punkten soll.

Gewissermaßen ist das Set die Unterflurbeleuchtung aus "Fast & Furious "für den Fahrradfahrer. Die Eltern können sich am Nebeneffekt der besseren Sichtbarkeit erfreuen. 

Im Straßenverkehr zugelassen sind diese Teile - wie alle Konkurrenzprodukte auch - natürlich nicht. In Deutschland ist eben alles geregelt und Seitenlichter sind bei Rädern genauso verboten wie blinkende Rücklichter oder Blinker. Die Polizei interessiert so etwas meist nicht, wirklich störend sind die Leuchtstreifen auch nicht - man kann sie also durchaus benutzen. 

Das Set ist ordentlich verpackt und beschrieben.
Das Set ist ordentlich verpackt und beschrieben.
© stern

Was gefällt: Das ganze Set ist sehr ordentlich in einer großzügigen Box untergebracht. Alles ist an seinem Platz. Die Bedienungsanleitung führt einen durch die Montage - man sollte sie auch durchlesen.

GlowGarage: Montage ist kniffelig

Das Set besteht aus vier LED-Lampen und eine Art schmale Tesafilm-Rolle mit dem Glimm-Band. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dieses Band ordentlich links und rechts, vorn und hinten auf die Felgen zu bringen. Hier kommt auch schon die wichtigste Einschränkung: Mit Felgenbremsen funktioniert das alles nicht, das Rad benötigt Scheibenbremsen. Auch ein mitlaufender Dynamo würde das Band schnell zerstören. 

Wenn man tatsächlich etwas von dem Spaß haben will, muss man sich bei der Montage leider richtig Mühe geben. Zunächst müssen die Felgen komplett gesäubert werden. Sauber heißt: Wirklich sauber. Also solange schrubben, bis kein Abrieb mehr auf einem weißen Tuch zu sehen ist. Dabei darf kein nachfettendes Reinigungsmittel verwandt werden. Wer perfekt vorgehen will, wischt die Felgen nach der Reinigung noch mit Waschbenzin nach. Danach müssen die Felgen trocknen.

Die Felgen müssen ordentlich sauber gemacht werden.
Die Felgen müssen ordentlich sauber gemacht werden.
© stren

Im Warmen arbeiten

Damit das Band gut klebt, sollten Band und Felge über 20 Grad warm sein. Dazu kann man das Rad einen halben Tag neben einer laufenden Heizung positionieren. Hat man einen Helfer, sollte man beim Auftragen des Bandes mit einem Haar-Föhn arbeiten. 

Denn - jetzt kommt der Hauptnachteil - das Glimm-Band wird gerade von der Rolle abgespult, der Fahrradreifen besitzt aber eine merkliche Krümmung. Es ist gar nicht so leicht, einen Kreis hin zu bekommen, ein wirklich perfekter Ring ist unmöglich. Je wärmer das Band ist, umso leichter lässt es sich in eine Rundung drücken.

Das geht besser. Unter dem Föhn lassen sich die Wellen wegdrücken-  aber man sieht das Grundproblem: gerades Band gebogene Felge.
Das geht besser. Unter dem Föhn lassen sich die Wellen wegdrücken-  aber man sieht das Grundproblem: gerades Band gebogene Felge.
© stern

Lampen kinderleicht angebracht

Okay - wer vier mal rum ist, hat durchaus etwas getan. Dafür lassen sich die Lampen danach kinderleicht mit ihren Gummizungen anbringen. Vor der Montage muss jeweils ein kleines Plastikblättchen entfernt werden. Das ist die Transportsicherung der mitgelieferten Batterien. Vor dem Start in der Dunkelheit werden die Lämpchen angeschaltet und tatsächlich sieht man nicht nur die LED Lampen, der Ring fluoresziert tatsächlich. Perfekt.

Die LED-Lampen sind schick und leicht zu montieren.
Die LED-Lampen sind schick und leicht zu montieren.
© stern

Einschätzung "GlowGarage"

Der Set funktioniert, alle Teile auch die Batterien werden mitgeliefert. Das ist schon mal gut. In Sachen Produktversprechen eine klare Eins: Leuchtet, ist auffällig und der "Hingucker im Dunkeln". Das kann man ja nicht von jedem Produkt sagen. 

Wer lange Freude an seinen Glüh-Reifen haben will, muss beim Anbringen des Leuchtstreifens allerdings sehr exakt und genau arbeiten. Für Kinder ist das nichts.

Insgesamt ist das Set auch im Betrieb relativ umständlich. Vier Lampen wollen bei jedem Start angeschaltet und nach der Fahrt wieder abgeschaltet werden. Der verklebte Streifen wird bei aller Mühe nie so halten, wie ein eingearbeitetes Reflektionsband im Reifen. Der Effekt ist dafür ganz schön. Aber LED-Lichter, die wie Monkey-Light nur in die Speichen eingeclipt werden oder nur auf dem Ventil verschraubt werden, sind in Montage und Handling wesentlich einfacher.


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