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"Die Höhle der Löwen" Es dümmelt in der Löwenhöhle: Einmal alles für Mister Regal, bitte!

Große gemischte Tüte für Ralf Dümmel in der Höhle der Löwen: Ob Kaugummis, Tortenständer oder Holzpostkarten - der Hamburger Investor stieg in der aktuellen Folge bei allen Start-ups ein - mit einer Ausnahme.

Wann immer ein Gründer in der Höhle der Löwen sagt, er möchte sich mit seinen Produkten gerne im Einzelhandel platzieren, geht der Blick automatisch zu Ralf Dümmel. Dessen Hamburger Firma DS-Produkte bestückt schließlich wöchentlich zigtausend Regale in Supermärkten, Baumärkten und Kaufhäusern. Alles, was den anderen Löwen zu klein, zu undurchdacht und überflüssig erscheint, ist für Mister Regal ein gefundenes Fressen. Und in dieser Woche gönnt sich der Löwe gleich ein sechsgängiges Menü.

Dümmels erster Streich: Coole Kaugummis von coolen Typen

In der Höhle der Löwen suchen die Investoren nicht nur gute Produkte, sondern auch gute Typen - das betonen sie gerne ein halbes Dutzend Mal pro Sendung. Über die Schiene kann das Trio von "DasKaugummi" voll punkten. Ingo Hofmann hat bereits eine Salatbarkette aufgebaut und bringt somit Know-how im Lebensmittelbusiness mit. Andrej Mangold ist Basketballprofi in der Bundesliga und hat auf diesem Wege schon einiges in Sachen PR und Öffentlichkeitsarbeit gelernt. Und Film- und Medienmanager Marcel Graf (Neffe von Til Schweiger) weiß, wie man das Produkt multimedial in Szene setzt.

Das Team überzeugt und auch die Kaugummis in den Sorten Zitrone-Basilikum, Orange-Ingwer, Holunderblüte-Minze schmecken den Löwen. "Ich würd' das Ding gerne mit euch rocken", sagt Ralf Dümmel und bietet 250.000 Euro für 20 Prozent. Doch auch Carsten Maschmeyer und Frank Thelen kauen auf einem Deal herum und bieten sich als Löwen-Duo zu den gleichen Konditionen an. Nach kurzer Beratung entscheiden sich die Kaugummi-Gründer für Dümmel und dessen hervorragende Verbindungen in den stationären Einzelhandel.

Ralf Dümmels zweiter Streich: Bayerische Grüezi bags

Als echter Naturbursche weiß Markus Wiesböck, was Outdoor-Fans wollen. Der Gründer von Grüezi bag aus dem bayerischen Bad Feilnbach hat schon eine ganze Reihe von Camping-Produkten selbst entwickelt - 14.000 Stück hat er schon auf eigene Faust verkauft. Der neueste Streich: warme und gemütliche Wolle-Schlafsäcke mit praktischem Kopfkissen-Fach und Reißverschluss-Lüftung für Schwitzfüße. Die Löwen sind beeindruckt von der Authentizität und Schaffenskraft des One-Man-Unternehmers. Ralf Dümmel bietet 100.000 Euro für 25,1 Prozent des Unternehmens und der sympathische Bayer schlägt ein.

Dümmels dritter Streich: Tortenständer von Caketales

Nadine Brams und Gregor Kessler verkaufen Tortenständer für ganz besonders spektakuläre Kuchen. Dank des Stufensystems der Caketales verwandeln sich ganz normale Kuchen in Figuren mit Füßen und Köpfen. Mehr als 300 Schafe und andere Figuren haben die beiden Gründer schon verkauft.

Während sich Judith Williams geradezu auf die Tortenständer in Schaf-Form stürzt, schauen die männlichen Löwen dem Treiben eher skeptisch zu. "Das letzte, was ich tue, ist einen Kuchen backen und das allerletzte ist, einen zu dekorieren", sagt Frank Thelen. Gesundheitsapostel Jochen Schweizer mag Kuchen noch nicht mal essen und Carsten Maschmeyer investiert lieber in Abnehmprogramme. Nachdem auch noch Kuchenfan Williams aussteigt, ruhen die Hoffnungen der Gründer auf Ralf Dümmel. Der steigt für 100.000 Euro mit 30 Prozent ins Kuchenbusiness ein.

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Dümmels vierter Streich: Postkarten aus Holz

Seine Geschäftsidee entwickelte Felix Bank aus einem Ferienspaß: Im Schweden-Urlaub schickte er vor ein paar Jahren ein Stück Holz als Postkarte nach Deutschland. Und sie kam tatsächlich an. Mittlerweile bedruckt er mit Lasertechnik professionell Postkarten aus Holz. 200.000 Karten verkaufte im vergangenen Jahr, die Gewinnmarge allerdings ist noch gering. Eine neue Maschine würde die Produktionskosten um 30 Prozent senken, sagt Bank, der voll auf den Verkauf im Einzelhandel setzt. "Herr Dümmel, der Mister Regal, wäre das, was sie brauchen", sagt Maschmeyer. Mister Regal ist interessiert, will aber 30 Prozent der Firma statt der angebotenen 15 Prozent. Das ist dem Holzpost-Gründer zu viel und der Deal droht zu scheitern, doch schließlich einigen sich die beiden auf 25,1 Prozent.

Dümmels fünfter Streich: Brühwürfel-Alternative VeggiePur

Nichts weniger als den Brühwürfel ersetzen wollen Melanie und Holger Brosig mit ihrem Produkt VeggiePur. Ihre Mischungen aus luftgetrockneten Gemüsestückchen enthalten weder Salz, noch Zucker oder Glutamat und sind in den Varianten original, mediterran und asia zu erhalten. Thelen und Williams finden's super, sind aber bereits beim Konkurrenzprodukt Little Lunch investiert. Maschmeyer und Schweizer sind raus, bleibt noch: Mister Regal. Weil Dümmel sich verhört hat, bietet er den Gründern sogar 125.000 Euro statt 100.000 Euro an, fordert aber im Gegenzug 25,1 Prozent.

Dümmels sechster Streich: Fahrradsicherheit von GlowGarage

Drei Brüder bringen die Löwenhöhle zum Leuchten. Markus, Andreas und Stefan Wanning haben Glow Garage gegründet, um die Sicherheit von Fahrradfahrern zu erhöhen. Ihr Produkt: Leuchtstreifen, die auf der Felge angebracht werden sowie LED, die am Rahmen befestigt werden. Für den Straßenverkehr sind die Leuchten noch nicht offiziell zugelassen und auch sonst zweifeln die Löwen an der Professionalität der Gründer. Nur Ralf Dümmel, selbst Vater dreier Söhne, entdeckt sein Herz für das Trio und steigt für 100.000 Euro mit 30 Prozent ein.

Brotliebling backt alleine weiter

Wer Industriebrot vom Discounter nicht mehr sehen und schmecken mag, findet in Brotliebling eine Alternative. Das Berliner Start-up bietet Backsets, mit denen jeder zu Hause gutes Biobrot selber backen kann. 20 verschiedene Sorten sind im Angebot, von der Hefe bis zum Backpapier ist alles dabei. Die Mischungen sind allerdings recht teuer und die Geschäftszahlen der Firma überzeugen die Löwen nicht. Dass die Gründer bereits zwei andere Investoren zu besseren Konditionen beteiligt haben, empfindet Thelen gar als persönliche Beleidigung. Und nun die Sensation des Abends: Selbst Mister Regal steigt nicht ein.


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