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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": "Haben Sie das an Menschen getestet?" Die Pizza-Pille schmeckt den Löwen nicht

Die Pizza in Tic-Tac-Form stößt in der "Höhle der Löwen" auf harte Geschmacksurteile. Außerdem: Carsten Maschmeyer und Georg Kofler gewinnen den Kampf ums "Unsexiest Product Alive".

Waschies bei DHDL

Die Idee ist eigentlich nicht verkehrt: Wenn uns mal wieder grundlos der Jieper auf etwas Ungesund-Herzhaftes treibt, könnten wir uns doch statt der fettigen Pizza einfach eine kleine Pastille mit Pizza-Geschmack reinziehen. Nur 2 statt 1000 Kalorien - das ist kein schlechtes Argument für die Pizza im Tic-Tac-Format. Leider ergibt eine gute Idee nicht immer auch ein gutes Produkt. Das müssen die Gründer von Smicies in der "Höhle der Löwen" auf die harte Tour erfahren.

Ihre herzhaften Pastillen in den Geschmacksrichtungen Pizza, Käsegratin und Schweinespeck sorgen bei den Löwen für herbe Geschmacksurteile. "Geschmack geht nicht, Konsistenz gar nicht", winkt Carsten Maschmeyer als erster angewidert ab. Judith Williams erinnert's an "Sägespäne mit Geschmack" und Dagmar Wöhrl versucht verzweifelt, die zwischen den Zähnen hängenden Reste mit ihrem Mineralwasser herauszuspülen. "Haben Sie das an Menschen getestet oder sind wir die ersten?", fragt Williams zur Vorsicht nochmal nach. Die von den Gründern angestrebte "Snackolution" muss ohne Löwenhilfe auskommen.

Löwen-Kampf um den Rollator

Besser läufts für die drei Gründer von "Ello" aus Stuttgart, die ihre Erfindung selbstbewusst als das "Die Höhle der Löwen Unsexiest Product Alive" ankündigen. Es handelt sich um einen Rollator mit Elektromotor, der Senioren bergauf unterstützt und bergab sanft abbremst, sodass Stürze verhindert werden. Licht, Hupe und ein Notrufsystem sind auch an Bord.

Der smarte Auftritt der Gründer schlägt voll ein und so balgen sich schon bald drei Löwen um den E-Rollator. Georg Kofler und Carsten Maschmeyer stechen schließlich Frank Thelen mit einem gemeinsamen Angebot aus und dürfen nun die Elektro-Revolution auf dem Rollatorenmarkt vorantreiben.

"Das mit dem Powackeln?"

Deutlich sexier als beim Rollator geht es bei den Gründerinnen von TwerXout zur Sache, die ihren Pitch mit einer heißen Tanznummer einläuten. Danach müssen sich vor allem die männlichen Löwen erstmal sammeln. Georg Kofler hat in der Aufregung die von den Gründern aufgerufene Investitionssumme schon wieder vergessen und Frank Thelen muss erstmal verstehen, was da überhaupt über ihn hereingebrochen ist. "Twerking, das war das mit dem Powackeln?", lautet seine erste Verständnisfrage. Leider überzeugt das Geschäftskonzept der Gründerinnen - Kurse zum zertifizierten TwerXout-Trainer anbieten -  weniger als ihre Moves. Keiner der Löwen traut sich zu, aus TwerXout einen Megatrend wie Zumba zu machen.

Zum Schluss gibt es dann noch mit den "Waschies" ein typisches "Höhle der Löwen"-Produkt zu bewundern. Zwei aufgekratzte Gründerinnen aus Kulmbach haben einen Waschlappen aus Mikrofasern entwickelt, der geschminkte Frauengesichter und empfindliche Babypopos besonders schonend und effektiv sauber bekommt. (Was die Waschies können, haben wir hier für Sie getestet.) Sicherlich "nicht einzigartig" urteilt Judith Williams, "wie bei vielen Produkten in 'Die Höhle der Löwen'". Investieren will sie trotzdem, doch die Gründerinnen entscheiden sich für das Angebot von Ralf Dümmel. 

"Die Höhle der Löwen": Sleeperoo verspricht Romantik-Camping an ungewöhnlichen Orten
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?