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"Die Höhle der Löwen" Masken für den Po? Die Löwen winken ab – und vertreiben lieber Marder

DHDL PoBeau
Sandy Glückstein (rechts) präsentiert in der "Höhle der Löwen" mit "PoBeau" Masken für den Po für jegliche Hautprobleme.
© Bernd-Michael Maurer / TV Now
Nichts geht über einen perfekten Hintern, sollte man meinen. Doch Dümmel und Co. erteilten einer speziellen Po-Pflegeserie eine Absage. Stattdessen verfielen sie dem Duft eines tierischen Sekrets.
Von Mark Stöhr

Pokern mit Ralf Dümmel muss ein großer Spaß sein. Denn was der norddeutsche Unternehmer überhaupt nicht kann, ist: Pokerface. Wenn er einen Deal will, gerät seine Körpersprache außer Kontrolle. Zappelig wie ein Kind, nervös auf seinem Stift kauend, fiebert er jedesmal dem Moment entgegen, bis er endlich sein Angebot loswerden kann. Wie in der jüngsten Folge der "Höhle der Löwen" bei dem freundlichen Rentner Klaus, der "Gomago" erfunden hat, ein Granulat, mit dem man Marder von seinem Haus und seinem Auto fernhalten kann.

Die Körnchen sind mit einem – künstlichen nachgebauten – Sekret versehen, das Marder ausstoßen, wenn sie in Panik geraten. Georg Kofler war bereits auf alle Bedingungen des Altunternehmers eingegangen, da hob Dümmel zu einem seiner unnachahmlichen Intros an. "Lieber Klaus", begann er, "ich darf doch Klaus sagen?" Damit war die Sache schon geritzt. Deal für Dümmel – der pensionierte Kraftfahrzeugmeister Klaus dürfte sich bei dem zu erwartenden Abverkauf demnächst endgültig zur Ruhe setzen.

Weniger Glück hatte dagegen eine promovierte Soziologin, die in ihrem zweiten Leben eine Pflegeserie für Hinterteile entwickelt hat. "PoBeau" ist ein Gel, das als Maske auf den Po aufgetragen wird und wahre Wunder bewirken soll. Gegen Pickel, gegen Cellulite, ein Produkt der Serie verspricht sogar ein Bleaching in der Analregion. Doch so sehr die quirlige Gründerin als Person bei den Investoren Pluspunkte sammeln konnte – ihr "P(r)oplemlöser" fiel komplett durch.

"Ihre Bewertung ist für'n Arsch"

Judith Williams war die Rezeptur zu einfach ("Was Sie entwickelt haben, ist nicht ausreichend"). Ralf Dümmel fand den Firmenwert überzogen ("Eine Bewertung von zwei Millionen Euro ist – darf ich das so sagen? – für'n Arsch"). Und Carsten Maschmeyer missfiel ein offensichtlich gefakter Vorher-Nachher-Bildvergleich auf einer Werbeabbildung ("Das mag ich nicht, da bin ich raus"). Als schließlich am Ende noch aufflog, dass die Produkte, obwohl sie schon seit Wochen auf dem Markt sind, sich erst in der klinischen Testphase befinden, war alles vorbei. "Ich hoffe, dass Sie viele Pos glücklich machen", komplimentierte Dagmar Wöhrl die Unternehmerin hinaus.

Auch "Gymbutler", ein Haltesystem für Fitnessstudios, erhielt keinen Deal. Es soll verhindern, dass die Trinkflaschen der Sportler auf dem Boden stehen. Warum eine auf dem Boden stehende Trinkflasche ein Problem sein soll? Fragte sich auch Nils Glagau. Das Produkt selbst überzeugte den Löwen ebenfalls nicht. "Im Endeffekt ist Ihre Halterung ein Magnet mit Silikon", beschied er den beiden Gründern, deren Gesichter immer länger wurden. Sie hatten ganz offenbar auf ein Investment von Ralf Dümmel gehofft, doch "Mister Regal" fing kein Feuer. "Ich wäre in der Lage, schnell 100.000 bis 200.000 Ihrer Bänder zu verkaufen, sehe aber kein nachhaltiges Wachstum."

Ein schlechter Scherz vermasselt fast den Deal

Mit solchem Klein-Klein-Krimskrams für den Endkunden gibt sich Carsten Maschmeyer, wie er gerne betont, nicht zufrieden. Seine Business-Agenda: "Ich möchte große Cases, die man weltweit ausrollen kann." In diesem Sinne investierte er – zusammen mit Nils Glagau – 400.000 Euro in ein Start-up, das ein Hightech-Schneidesystem für Handy-Panzerfolien gebaut hat. Und 100.000 Euro in eine Online-Plattform für Bewerbungen. Dabei hätte dem Unternehmer-Duo, zwei Brüdern, ein schlechter Scherz fast noch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Auf "richtiggutbewerben.de" können sich Jobsuchende für 99 Euro eine Bewerbung erstellen lassen. Von der Plattform beauftragte Experten übernehmen das komplette Programm, vom Deckblatt über das Anschreiben bis zum optimierten Lebenslauf. Offenbar eine Erfolgsgeschichte. Das Brüderpaar setzte bislang schon rund zwei Millionen Euro um. "Unsere Marge", prahlte einer der Beiden, "liegt bei unfassbaren 70 Prozent." Und fügte hinzu: "Die ist so hoch wie im Drogenhandel." Sprach's und zog ein Tütchen mit weißem Pulver aus der Tasche. Ein vorbereiteter Gag also.

Auch wenn das Pulver natürlich nur Zucker war, wie sich am Ende herausstellte, reagierte Neu-Löwe Nico Rosberg geschockt ("Bei mir zieht sich alles zusammen"). Maschmeyer sah die Sache lockerer ("Ich habe in Ihrem Alter auch schlechte Witze gemacht"). Er erkannte das Synergie-Potenzial der Seite im Zusammenspiel mit einer anderen Recruiting-App, in die er 2017 bei "Die Höhle der Löwen" investiert hatte. Die Hochzeit war perfekt. Für Ralf Dümmel war "richtiggutbewerben.de" natürlich kein Investment Case. Aber er hatte eine lustige Anekdote auf Lager. Er habe einmal einen ausgefüllten Lottoschein als Bewerbung bekommen, erzählte er, versehen mit dem Satz: "Ob Sie damit einen Sechster im Lotto haben, kann ich nicht garantieren. Mit mir haben Sie ihn." Dümmel: "Den haben wir natürlich sofort eingestellt."

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