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Modernisierung: Ersatzteile für die Deutsche Bahn kommen jetzt aus dem 3D-Drucker

Defekte Züge sollen schneller wieder auf die Gleise. Dafür bedient sich die Deutsche Bahn nun einer modernen Technik: Kopfstützen, Lüftungsgitter und Anderes kommen frisch "gebaut" aus dem 3D-Drucker. Besonders die ältereren Züge profitieren davon.

Ein 3D-Drucker druckt ein Modell für die Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn fertigte bereits mehr als 1000 Ersatzteile mithilfe der 3D-Drucktechnik

Die Deutsche Bahn macht in letzter Zeit vor allem durch Modernisierung von sich reden. Gerade hat sich die Geschäftsführung das Ziel gesetzt, komplett auf digitales Ticketing umzusteigen und die klassische Fahrkarte zu ersetzen, da kommt auch schon die nächste Meldung in Sachen digitaler Fortschritt: Das Unternehmen will künftig immer mehr Ersatzteile für defekte Züge durch 3D-Drucktechnik beschaffen. So sollen defekte Züge schneller zurück auf die Schiene kommen, sagte der Geschäftsführer der Bahn-Fahrzeuginstandhaltung, Uwe Fresenborg.

3D-Drucker produzieren nach der Vorlage eines Modells Teile aus Kunststoff oder Metall, indem sie hauchdünne Schichten in mehreren tausend Arbeitsschritten miteinander verschmelzen.

Deutsche Bahn hat sich Hilfe gesucht

Beispiele für Ersatzteile aus dem 3D-Drucker sind bei der Bahn Mantelhaken, Lüftungsgitter, Kopfstützen und Kabelkästen. Seit Ende 2015 bis heute seien 1300 Ersatzteile aus dem 3D-Drucker gefertigt worden, bis Ende 2018 sollen es bereits 15.000 Stück sein, sagte Fresenborg.

Dabei gehe es vor allem um Teile älterer Fahrzeuge, deren Bestand bei der Bahn aufgebraucht sei, die von den Originalherstellern nicht mehr angeboten und die in geringer Stückzahl benötigt würden.

Für den 3D-Druck ihrer Teile hat die Bahn ein Partnernetz aufgebaut, dem inzwischen mehr als 40 Unternehmen angehören, von Anwendern über Universitäten bis zu Start-ups. "Wir können das nicht alles selbst machen, das würde uns überfordern", sagte Fresenborg.


sve / DPA