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Cambridge-Studie: So wenige Wochenstunden Arbeit brauchen wir, um gesund und glücklich zu sein

Wer einen Job hat, hat ein geringeres Risiko psychisch krank zu werden. Aber wie viel Arbeit sollte es sein? Britische Forscher erklären, dass schon wenige Stunden ausreichen, um die Gesundheit zu verbessern. Eine Erkenntnis, die noch wichtig werden dürfte.

Zufriedener Schreibtischarbeiter

Schon wenige Stunden Arbeit in der Woche haben einen großen Effekt aufs Wohlbefinden

Getty Images

In der öffentlichen Diskussion ist immer viel von Stress im Job und Burnout-Gefahren die Rede. Dabei wissen Forscher längst: Gar keinen Job zu haben ist nicht nur schlechter fürs Bankkonto, sondern auch für die Gesundheit wesentlich gefährlicher. Der negative Effekt von Arbeitslosigkeit vor allem auf die psychische Gesundheit ist vielfach belegt. Unklar war bislang allerdings, wie viel Arbeit nötig ist, um von den positiven Gesundheitseffekten einer bezahlten Beschäftigung zu profitieren.

Genau das haben nun Forscher der britischen Universitäten Cambridge und Salford untersucht. Das Ergebnis der im Journal "Social Science & Medicine" veröffentlichten Studie: Man muss es nicht übertreiben. Ein Tag Arbeit in der Woche reicht aus wissenschaftlicher Sicht vollkommen aus, um zufrieden und gesund durchs Leben zu gehen. 

Acht Stunden Arbeit reichen aus

Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler eine Stichprobe von mehr als 70.000 britischen Bürgern im Alter zwischen 16 und 64 Jahren aus, die über einen Zeitraum von zehn Jahren immer wieder zu verschiedenen Themen befragt wurden. So wurden unter anderem ihr Beschäftigungsstatus sowie Angaben zur psychischen Gesundheit und allgemeinen Lebenszufriedenheit erfasst.

Selbst unter Berücksichtigung anderer Faktoren wie Einkommen, Alter, Kinder und Krankheiten zeigte sich: Wer den Sprung von der Arbeitslosigkeit in eine bezahlte Beschäftigung schafft, reduziert sein Risiko, ernsthaft psychisch zu erkranken, um 30 Prozent. Interessanterweise profitierten von dem Effekt Menschen, die nur einen Tag die Woche arbeiteten genauso stark wie andere, die deutlich länger arbeiteten.

Insgesamt ergaben die Analysen, dass eine gegenüber dem Standard-Fulltime-Job von 36 bis 40 Stunden verringerte Arbeitszeit keinerlei negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit oder das Wohlbefinden hat. Denjenigen, die nur ein bis acht Stunden in der Woche arbeiteten, ging es genauso gut wie allen anderen Beschäftigten. "Wir haben Dosierungs-Empfehlungen für alles von Vitamin C bis zur richtigen Menge an Schlaf, um uns besser zu fühlen, aber dies ist das erste Mal, dass die Frage für Lohnarbeit gestellt wurde", sagt Brendan Burchell, Studienleiter und Soziologe der Universität Cambridge.

Kommt das Fünf-Tage-Wochenende?

Die Forscher verstehen ihre Studie nicht als theoretische Spielerei, sondern zielen bewusst auf zentrale Fragen des Arbeitsmarktes der Zukunft. Experten erwarten nämlich, dass infolge von Digitalisierung, Automatisierung und der Ausbreitung künstlicher Intelligenz viele Jobs wegfallen werden und es gar nicht mehr nötig und möglich sein wird, jedem eine Arbeitsstelle zu bieten. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass es den Menschen dann deutlich besser erginge, wenn jeder ein bisschen arbeitet als wenn Einzelne viel und andere gar nicht arbeiten.

In Zukunft, so resümieren die Forscher, müsse die Politik daher auch über kreative Lösungen wie ein Fünf-Tage-Wochenende, die Begrenzung der Arbeitszeit auf zwei Stunden am Tag oder die Erhöhung des Jahresurlaubs auf bis zu acht Monate nachdenken. "Wenn es nicht genug Arbeit für jeden gibt, der Vollzeit arbeiten will, müssen wir unsere derzeitigen Normen überdenken", sagt Daiga Kamer, Co-Autorin von der Universität Salford. "Dies sollte die Umverteilung von Arbeit beinhalten, sodass jeder von den Vorteilen eines Jobs auf die mentale Gesundheit profitieren kann, auch wenn das bedeutet, dass wir alle wesentlich weniger arbeiten."

Quellen: Science Daily / Science Direct / Guardian / Telegraph

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(