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Erwerbslosigkeit: Langer Winter am Arbeitsmarkt

Normalerweise entspannt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt ab März. Doch wegen des langen Winters ist die Frühjahrsbelebung dieses Jahr ausgeblieben und die Zahl der Arbeitslosen nur geringfügig gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März wieder unter die Marke von fünf Millionen gesunken. Bei den Arbeitsagenturen waren 4.976.000 Männer und Frauen als arbeitslos gemeldet.

Das waren 72.000 weniger als im Februar und 290.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekannt gegeben hat. Die Arbeitslosenquote ist damit um 0,2 Punkte auf zwölf Prozent zurückgegangen. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl im März um 30.000 auf 4,730 Millionen.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt lasse noch auf sich warten. Auf Grund der sehr kalten Witterung habe sich der Abbau der saisonalen Arbeitslosigkeit verzögert. Die Entlastung werde sich erst im April deutlicher zeigen, so Weise. Allerdings würden die wirtschaftlichen Impulse aber noch nicht ausreichen, um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzubauen", so der BA-Chef weiter.

Diese Einschätzung teilen auch von der Nachrichtenagentur befragte Volkswirtschaftler. "Wir gehen davon aus, dass man den Anstieg nicht überbewerten sollt. Der Winter war sehr kalt und das hat sich niedergeschlagen. Für das Jahr 2006 erwarten wir eine leichte Belebung auf dem Arbeitsmarkt", sagte etwa Ulrike Kastens von der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim.

Müntefering unzufrieden

Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) bezeichnet die Lage "nicht befriedigend". Die Zahl der Arbeitslosen sei weiterhin zu hoch und "nicht so gut, wie wir es uns wünschen", so Müntefering im Bundestag bei der Debatte über seinen Haushalt.

Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ist typisch für den März. Nach dem Abflauen des Winterwetters setzt regelmäßig die Frühjahrsbelebung vor allem in den Außenberufen ein.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters