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Verdienst-Check: Was verdienen eigentlich Erzieher?

Sie spielen, trösten und schlichten Streits: Kindergärtner kümmern sich um die Kleinen, während die Eltern arbeiten gehen. Ein stressiger Job - doch was verdienen Erzieher eigentlich?

Erzieher in Deutschland

Kind 1 hat Kind 2 auf die Nase geboxt. Nun weint Kind 2, während Kind 3 immer noch nicht seine Jacke und die Gummistiefel angezogen hat. Kind 4 hat beschlossen, gar nicht mit raus zu gehen und malt demonstrativ ein Bild. Kind 5 muss dringend auf Toilette. Kind 1 fängt schon wieder Streit an. Und Kind 2 heult immer noch bitterlich. Willkommen im Arbeitsalltag von Kindergärtnern, die mal Friedensstifter, mal Richter, mal Tröster und manchmal einfach nur Helfer sein müssen. Auf jeden Fall brauchen sie Nerven wie Drahtseile, denn die Kleinen sind zwar auch zauberhaft - rauben aber auch schnell die Geduld. Und Erzieher müssen sich nicht nur um ein oder zwei Kinder kümmern. Sondern schnell um acht oder zehn der kleinen Racker.

Die rund 400.000 Kindergärtnerinnen und Erzieher sind unerlässlich und übernehmen eine wichtige, gesellschaftliche Funktion. Doch werden sie dafür auch entsprechend entlohnt? Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst werden nach Tarif (TVöD-SuE) bezahlt. Als Einstiegsgehalt bekommen Erzieher rund 2580 Euro brutto pro Monat. Nach fünf Jahren bekommen Erzieher (wenn sie nicht zusätzliche Aufgaben übernehmen) knapp 3030 Euro monatlich. Kirchliche Träger zahlen zwar nicht dieTarifgehälter, doch der Lohn orientiert sich in den Einrichtungen daran. Dies gilt auch für große, gemeinnützige Träger wie das Rote Kreuz, die Diakonie oder die Lebenshilfe, die meist eigene Tarifverträge haben, die sich auch an die tariflichen Regelungen des öffentlichen Dienstes anlehnen.

Mädchen schaut fragend


Erzieher und Kindergärtner mit zweitem Tarifvertrag

Allerdings gibt es noch einen zweiten Tarifvertrag (TV-L), nämlich den der Länder. So werden neue Erzieher, die für die Stadt Hamburg arbeiten wollen, nach dem Tarifvertrag der Länder entlohnt. Bei diesem Vertrag sind die Gehälter niedriger. Das war auch der Grund, warum Anfang 2017 in Berliner Kitas gestreikt wurde - denn in der Hauptstadt bekommen die Kindergärtner den geringer entlohnten Tarif. In Brandenburg (und somit im Berliner Umland) bekommen die Kollegen mehr Geld. Ein monatlicher Mindestbetrag von 75 Euro zusätzlich soll diese Kluft nun verringern.

Erzieher in Deutschland

Erzieher ohne Tariflohn

Doch nicht alle Erzieher bekommen Tariflohn. Laut einer Umfrage des von der Hans-Böckler-Stiftung betreuten Portals "Lohnspiegel.de" aus dem Jahr 2014 verdienen Erzieher mit Tarifvertrag rund 220 Euro pro Monat mehr als Kollegen ohne Tarif - das entspricht einem Lohnplus von 9,4 Prozent.

Durchschnittlich verdienen Erzieher laut der Stiftung rund 2500 Euro im Monat, in Ostdeutschland sind es rund 300 Euro weniger. Allerdings arbeiten fast zwei drittel der Erzieher in Teilzeit - und bekommen daher nur anteilig Gehalt.

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