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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Warum der Prinz ohne Reich trotzdem reich ist

Wenn Frank Behrendt irgendwo einen Termin hat, reist er immer etwas früher an, um vorher in der Stadt das echte Leben zu genießen. In München machte er auf dem Weg Halt am berühmten Marienplatz. Dort traf er einen singenden Prinzen, der auf einen neuen Job wartet, solange aber die Menschen mit seiner Musik erfreut.

Frank Behrendt und der Edelweißprinz

Frank Behrendt und der Edelweißprinz auf dem Münchner Marienplatz

Er stand auf einem silbernen Podest, trug bayerische Tracht und spielte auf dem Akkordeon "Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist." Ich blieb stehen, zusammen mit japanischen Touristen und strahlenden ältere Damen, die sich an ihre Jugend erinnerten und ihren ergrauten Begleitern verschwörerisch zublinzelten.

Der Mann, der da spielte, war kein gewöhnlicher Straßenmusiker. Das Schild vor ihm war sauber gedruckt und verwies auf seine Facebook-Präsenz. Eine richtige Homepage hat er auch: www.edelweissprinz.de. Zu dem witzigen Namen war er bei der Bundeswehr gekommen, so hatten ihn die Kameraden genannt, den Jungen aus Bayern mit der "adeligen Sprache".

Dabei war er gar kein von-und-zu, er liebte es eben nur schon immer, sich gewählt auszudrücken. "Das gibt es ja kaum noch", erzählt er mir in einer Spielpause und berichtet von einem Mädchen, dass er einst kennenlernte. Sie war "schön wie frisch gefallener Schnee" schwärmt er noch heute, "aber als sie nur von geil und cool sprach" war es vorbei mit der Herrlichkeit.

Poesie statt Personalberatung

Zuletzt war Sascha, so heißt der "Edelweißprinz" im bürgerlichen Leben, bei einer Personalberatung tätig. Aber Leute für die Chemiebranche zu suchen, war auf Dauer nicht so sein Ding. Also macht er jetzt mit Leidenschaft Musik, bis sich was Neues findet. Er sieht seinen Übergangsjob als Win-Win-Situation: Er macht die Leute happy und hat selbst noch nie so viele tolle Menschen kennengelernt wie als Musikant. "Besondere Begegnungen sind der wahre Reichtum des Lebens", philosophiert er.

Geschäftstüchtig ist er auch. Erst kürzlich hat er eine fundierte Analyse der besten Standplätze für Straßenmusiker in München gemacht. "Die Kaufingerstraße ist nix, da rennen die Leute mit der Checkliste durch und am Leben vorbei" sagt er. Auf dem Marienplatz wird mehr flaniert und die Leute bleiben bei seinen schönen Liedern stehen und werfen ordentlich Geld in seinen alten Filzhut. So wie ich. "Isn't he amazing?" begeistert sich ein Tourist aus Amerika. "Germany at its best". Vielleicht sollte der gut gelaunte singende Prinz Sascha im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit einem passenden Motto auf Tour gehen: "Make Edelweiss great again". Ich bin sicher, da geht was.


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.